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Bei Anlageentscheidungen von Investoren spielt auch die Nachhaltigkeit der Unternehmen eine wichtige Rolle

Für institutionelle Investoren würden Umwelt- und Sozialbelange sowie Corporate Governance bei der Bewertung von Unternehmen und bei Anlageentscheidungen neben den üblichen finanziellen Kriterien eine immer wichtigere Rolle spielen. Diesen Trend belege eine heute Studie des Deutschen Aktieninstituts und Rothschild & Co. Wir stellen sie an dieser Stelle vor.

 

Die Studie „ESG from the perspective of institutional investors – What listed companies should know” beruhe auf  Interviews mit 18 internationalen institutionellen Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 14,4 Billionen Euro, darunter zehn der Top-20-Investoren in DAX und MDAX. „Unsere Studie erlaubt einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen der Entscheidungsfindung institutioneller Investoren“, erklärt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Sie bietet Unternehmen, die sich auf die Anforderungen und Erwartungen der Investoren in Bezug auf die Umwelt-, Sozial- und Governance-Belange einstellen wollen, eine wichtige Orientierung.“ Die Studie zeige, dass nicht mehr nur einige wenige Investoren mit dem Spezialfokus ESG diese Kriterien berücksichtigen. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer beziehe ESG-Kriterien in ihre Entscheidungsfindung ein. Nachhaltigkeitskriterien sei damit auf dem Weg in den Mainstream der Entscheidungsfindung institutioneller Investoren.

 

Auswirkungen auf die Qualität

 

„Defizite bei ESG-Kriterien können bereits heute Auswirkungen auf Qualität, Breite und Loyalität der Aktionärsbasis haben,“ unterstreicht Martin Reitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rothschild & Co Deutschland GmbH, mit Blick auf mögliche Konsequenzen für börsennotierte Unternehmen. „Diese Entwicklung wird sich weiter verstärken. Wer darauf nicht reagiert,“ so Reitz, „schwächt unter Umständen die Verteidigungsfähigkeit des Unternehmens gegenüber aktivistischen Aktionären oder muss mit niedrigeren Kapitalmarktbewertungen rechnen.“

 

Aktiv auf Themen ansprechen

 

Reitz empfiehlt den Unternehmen, Investoren aktiv auf diese Themen anzusprechen: „Investoren honorieren eine offene Kommunikation von Vorstand und Aufsichtsrat zu ESG-Themen. Um einen klaren ESG-Fußabdruck zu zeichnen, sollten Unternehmen ihre wichtigsten ESG-Faktoren identifizieren und entsprechende Ziele formulieren. Dafür ist es aber auch wichtig, den Dialog mit den Investoren zu suchen, um deren Sicht der Dinge kennenzulernen.“

 

"Es gibt keine einheitliche Sichtweise"

 

Das Gespräch mit den Investoren sei auch deshalb sinnvoll, weil sich, wie die Studie zeige, Investoren teilweise erheblich in ihren Anforderungen an die ESG-Positionierung der Unternehmen unterscheiden würden. Dies gelte auch für die Gewichtung der ESG-Kriterien bei den Investitionsentscheidungen. „Es gibt unter Investoren keine einheitliche Sichtweise auf das Thema“, betont Bortenlänger. „Damit Vorstände, Aufsichtsräte und Investor Relations-Verantwortliche sich selbst ein Urteil bilden, haben wir uns entschieden, in der Studie eine Vielzahl von Originalzitaten wiederzugeben, die das breite Meinungsspektrum spiegeln.“ pm/mei

 

 

Informationen über die Studie 

 

Infos: Seit 1953 vertritt das Deutsche Aktieninstitut (DAI) die Interessen der kapital-marktorientierten Unternehmen, Banken, Börsen und Investoren. Die Mitglieder repräsentieren 80 Prozent der Marktkapitalisierung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften. Im engen Dialog mit der Politik arbeitet das DAI an der Entwicklung von Kapitalmärkten und deren Rahmenbedingungen. Ziel ist es, die Aktie als Finanzierungs- und Anlageinstrument in Deutschland zu fördern. Zu den Kernthemen zählen die Kapitalaufnahme über Primärmärkte, der Handel von Wertpapieren und die Rechte und Pflichten von Vorständen, Aufsichtsräten und Aktionären. Das DAI führt die Geschäftsstelle der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. 

 

Mehr als 200 Jahre lange Tradition

 

Rothschild & Co ist ein unabhängiges Finanzdienstleistungsunternehmen mit einer mehr als 200 Jahre alten Tradition im Banking. Mit einem Team von rund 3.500 Spezialisten in mehr als 40 Ländern verfügt Rothschild & Co über ein integriertes globales Netzwerk von Markt- und Branchenkompetenzen. Rothschild & Co ist in den Geschäftsbereichen Global Advisory, Wealth & Asset Management sowie Merchant Banking tätig Global Advisory, ein Geschäftsbereich der Rothschild & Co Gruppe, unterstützt Kunden bei der Gestaltung und Durchführung von strategischen M&A- und Finanzierungslösungen. Rothschild & Co Global Advisory bietet Beratung für große und mittelgroße Unternehmen, Private Equity, Familien, Einzelpersonen und Regierungen. Mit 1.000 Industrie- und Finanzierungsexperten in über 40 Ländern kombiniert Rothschild & Co Global Advisory die Breite und Tiefe des Beratungsangebots mit einer hohen Beteiligung an den bedeutendsten. pm/mei

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