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Wissenschaftler warnen vor schnellem Kohlausstieg

Der Ausstieg Deutschlands aus dem Energieträger "Kohle" ist ein Dauerbrenner in der politischen Diskussion. Sogar Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat sich schon eingeschaltet und befand, dass der Kohleausstieg in Deutschland noch viel zu lange dauert. Der soll nämlich erst 2038 stattfinden. Jetzt melden sich die Wirtschaftswissenschaftler zu Wort. das Münchner Ifo-Institut und die FAZ hatte diese um ihre Meinung bei dem brisanten Thema gebeten.

 

Deutsche Wirtschaftsprofessoren hegten "tiefe Skepsis" gegenüber dem Kohle-Ausstieg. Nur 27 Prozent von ihnen glaubten, dass durch den deutschen Ausstieg in Europa der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden könne, 42 Prozent der Befragten sagen, das sei nicht der Fall, wie aus dem ifo-Ökonomenpanel hervorgeht, das in Zusammenarbeit mit der FAZ entsteht. Mit „teils-teils“ antworteten 24 Prozent. Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie, sagt:  „Wenn sich an den Zertifikaten zur CO2-Emission in der EU nichts ändert, werden andere Länder vermutlich mehr ausstoßen.“

 

Die Entschädigungen für die Strom-Erzeuger finden ein geteiltes Echo. 35 Prozent befürworteten sie, 33 Prozent lehnten sie ab, 29 Prozent antworteten „teil-teils“. Höhere Strompreise erwartet eine Mehrheit. 19 Prozent sehen bis zu 10 Prozent höhere Preise, 28 Prozent bis zu 25 Prozent mehr, 15 Prozent 50 Prozent mehr – und drei Prozent der Befragten rechneten sogar mit über 50 Prozent höheren Preisen. Eine Mehrheit erwartete, dass vor allem Gaskraftwerke und Stromimporte aus dem europäischen Ausland die Kohle-Kraftwerke ersetzen werden.

 

Nur eine Minderheit sehe einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien. Die von der Kommission empfohlenen 40 Milliarden Euro Zahlungen an die Braunkohle-Reviere finden 47 Prozent zu hoch. Die richtige Höhe haben sie nur für 13 Prozent der Befragten.

 

Wie unzufrieden die Professoren mit dem Kohle-Ausstieg sind, zeigen die Kommentare: „Eine CO2-Bepreisung würde den Klimaschutz weitaus kostengünstiger herbeiführen“, schrieb Wolfgang Scherf von der Universität Gießen. „Die ökonomische Logik wird systematisch ignoriert“, kritisierte Alfons Weichenrieder von der Goethe-Universität Frankfurt. „Dadurch wird die Erreichung des Umweltziels viel teurer.“ Franz Peter Lang von der TU Braunschweig hingegen nannte den Kohle-Ausstieg aus Klima-Gründen unumgänglich. mei

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