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Bezahlbarer Wohnraum und Absicherung im Alter

Guten und bezahlbaren Wohnraum für alle, mehr Schutz für Arbeitnehmer, Teilhabe und Selbstbestimmung und eine armutsfeste Absicherung im Alter fordern die Veranstalter des dritten Armutskongresses, der in Berlin stattfindet. Der AWO Bundesverband, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Paritätische Gesamtverband und die Nationale Armutskonferenz wollen mit der Veranstaltung sechs Wochen vor der Europawahl ein deutliches zivilgesellschafliches Zeichen der Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Kampf gegen Armut setzen. 

 

"Gegen Armut und für Solidarität zu streiten sei immer auch Rechts- und Demokratiepolitik und heute dringender denn je. Eine offensive, solidarisch finanzierte Sozialpolitik, die alle mitnehme und keinen zurücklasse, sei die beste Prävention gegen Rechtsextremismus und Nationalismus", so Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands. Die jüngsten Proteste für guten und bezahlbaren Wohnraum zeigten nicht nur, wie Armutsprobleme in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien, sondern auch, wie wichtig zivilgesellschaftliche Vernetzung sei. "Wir brauchen mehr statt weniger Solidarität und müssen gemeinsam für eine Gesellschaft streiten, in der die Würde des Menschen geachtet und Armut keinen Platz hat." 

 

Teilhabe und Selbstbestimmung für alle Menschen 

 

Mehr als 500 von Armut betroffene Menschen, Experten aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Journalismus diskutieren unter dem Motto "Baustelle Deutschland. Solidarisch anpacken!" über Lösungs- und Vernetzungsstrategien im Kampf gegen Armut. "Ziel müsse die Verwirklichung von Teilhabe und Selbstbestimmung für alle Menschen sein. Es sei wichtig, den politischen Diskurs über Armut und Ungleichheit zu führen und Antworten auf armuts- und verteilungspolitische Herausforderungen zu finden. An diesem Diskurs und an der Entwicklung von politischen Konzepten müssen Menschen mit Armutserfahrung aktiv teilhaben. Mit dem Armutskongress schaffen wir dafür einen Raum", betont Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender der AWO, die derzeit auch die Feder- und Geschäftsführung der Nationalen Armutskonferenz innehat. 

 

Schwerpunkte sind die Themen Wohnen und die Armut Erwerbstätiger

 

Thematische Schwerpunkte des Kongresses sind neben dem Thema Wohnen unter anderem die Armut Erwerbstätiger und die steigende Altersarmut. "Ein Drittel der erwachsenen Armen in Deutschland ist erwerbstätig. Gegen Armut trotz Arbeit ist die Einführung des Mindestlohns ein wichtiger Schritt gewesen. Aber um diesen Skandal zu überwinden, müssen mehr Beschäftigte in den Schutz von Tarifverträgen", fordert Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied.

 

Trotz respektabler Lebensleistung nur eine mickrige Rente

 

"Es gibt in Deutschland drei- bis vier Millionen Rentner, die jahrzehntelang zu niedrigen Löhnen geschuftet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben, die also auf eine respektable Lebensleistung verweisen können, und dann trotzdem nur eine mickrige Rente kriegen", kritisierte Heribert Prantl, der den Armutskongress in diesem Jahr eröffnet. Der Sozialstaat sei mit Maß und Ziel "Schicksalskorrektor" und müsse hier korrigierend eingreifen: "als Schicksalskorrektur, mit einer Grundrente", so Prantl.

pm/ots/mei

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