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Europäischer Fußballmarkt wächst weiter

Mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden Euro dominierte die englische Premier League den europäischen Fußballmarkt auch im deutlich - und konnte den Vorsprung von 2,4 Milliarden Euro auf Platz zwei im Vergleich zum Vorjahr weiter ausbauen. Bewegung gab es dagegen auf dem zweiten Platz: Hier löste die spanische Primera División mit einem Gesamtumsatz von 2,9 Milliarden Euro die Bundesliga mit 2,8 Milliarden Euro mit knappem Vorsprung ab.

 

Hintergrund ist insbesondere der neue TV-Vertrag in Spanien ab der Saison 2016/17, wohingegen der neue deutsche Vertrag erst ab der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit 2017/18 in Kraft getreten ist. Dahinter folgen die italienische Serie A mit 2,1 Milliarden Euro und die französische Ligue 1 mit 1,6 Milliarden Euro. Aufgrund der niedrigeren Anzahl an Clubs liegt die Bundesliga (18 Clubs) auf Clubebene mit einem durchschnittlichen Umsatz von 155 Mio. Euro jedoch weiterhin vor der spanischen Liga (20 Clubs) mit 143 Mio. Euro. 

 

Die TV-Rechte als Wachstumsmotor 

 

"Wie schon im Vorjahr konnten auch diesmal alle "Big Five"-Ligen neue Rekordumsätze verbuchen", erklärt Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. "Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich also ungebrochen fort - was klar für die weiter steigende Popularität des europäischen Fußballs spricht." Der große Wachstumsmotor für die Ligen seien  die TV-Übertragungsrechte. Auch in einer immer stärker fragmentierten TV-Landschaft bleibe Spitzenfußball ein Zuschauermagnet und so sind die Rechte für die Fußballübertragungen den Sendern weiterhin lieb und wortwörtlich teuer.

 

In Spanien gibt es jetzt eine zentrale Vermarktung

 

Neue TV-Deals hätten insbesondere den Ligen in England, Frankreich und Spanien im Geschäftsjahr 2016/17 deutliche Umsatzsteigerungen beschert. Hier liege auch die Ursache für den Platzwechsel zwischen Deutschland und Spanien: Der Medienrechtevertrag der spanischen Liga fiel aufgrund des endgültig vollzogenen Umstiegs von einer Einzel- auf eine lukrativere und solidarische Zentralvermarktung verhältnismäßig groß aus. Vor der Umstellung hatten sich die beiden spanischen Top-Clubs FC Barcelona und Real Madrid noch individuell vermarktet und jeweils eigene TV-Verträge abgeschlossen. 

 

Finanziell gesunde Clubs stärken die deutsche Liga 

 

Die Bundesliga kann dagegen ab 2017/18 mit einem Umsatzplus bei den TV-Rechten rechnen, denn ab da schlägt sich auch der neue TV-Deal der Deutschen Fußball Liga (DFL) in den Gesamtumsätzen nieder.  "Eine Stärke der Bundesliga ist ihre wirtschaftliche Stabilität, insbesondere die traditionell starken kommerziellen Erlöse sowie der neue Medienrechtevertrag. Dieser wird den ersten beiden Bundesligen in den kommenden vier Jahren bis Ende 2020/21 wohl zusammen rund 1,4 Milliarden Euro pro Saison erwirtschaften", sagt Ludwig.

 

Bundesliga hat mehr Erlöse als spanische Liga

 

Mit einer kontinuierlichen Wachstumsrate von 9 Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg tragen die kommerziellen Erlöse der Clubs wesentlich zur wirtschaftlichen Stärke der Bundesliga bei. Diese Stärke zeige sich vor allem im internationalen Vergleich: Hier konnten sie im Vergleich zu 2015/16 ein Plus von 15 Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro verzeichnen. Damit erlöst die Bundesliga in diesem Bereich fast 75 Prozent mehr als die spanische Liga.

 

Niedrige Personalkosten in der Bundesliga

 

Auch bei den Personalkosten schneide die Bundesliga gut ab: Obwohl die Ausgaben um 10 Prozent auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro gestiegen seien, ist der Anteil der Personalkosten am Umsatz mit 53 Prozent noch immer so niedrig wie in keiner anderen der "Big Five"-Ligen. Klarer Spitzenreiter in der Bundesliga ist hier der FC Bayern München. Die Münchner gaben 2016/17 rund 265 Millionen Euro für ihr Personal aus - und damit fast 100 Millionen Euro mehr als Borussia Dortmund mit dem zweitgrößten Personaletat. pm, ots, mei

Quelle: Deloitte

 

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