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Es gibt keinen Fachkräftemangel in Deutschland

Herr Brenke, viele klagen über einen Fachkräftemangel in Deutschland. Gibt es den?

 

KARL BRENKE: Einen generellen Fachkräftemangel gibt es in Deutschland nicht. In einigen Berufen  klemmt es aber auf wenigen regionalen Arbeitsmärkten. Das hängt mit der gegenwärtigen Hochkonjunktur zusammen. Einen Mangel struktureller Art gibt es dort, wo die Entlohnung

nicht zu den beruflichen Herausforderungen passt. Solche Berufe bekommen ein schlechtes Image und es finden sich dafür weniger Auszubildende. Ein Paradebeispiel dafür sind die  Pflegeberufe.

 

 

Aber Gesundheitsminister, Jens Spahn, will doch jetzt Tausende von Pflegekräften einstellen. Viel hilft viel, oder?

 

BRENKE: Die Parteien der Bundesregierung haben falsche Vorstellungen von der Realität. Man kann nicht

daherkommen und erklären, dass 8000 Pflegekräfte eingestellt werden sollen - und schon hat man sie.

Vielmehr ist der Markt ziemlich leergeräumt. Beispielsweise gibt es bei den Arbeitsagenturen fünfmal

soviele offene Stellen für Fachkräfte in der Altenpfliege wie Arbeitslose. Qualifizierte Pflegekräfte haben 

eine Berufsausbildung und müssen eine hohe soziale und kulturelle Kompetenz vorweisen. Man wird

sie daher auch kaum im Ausland finden. 

 

Kann denn die Bundesregierung überhaupt Pflegekräfte einstellen?

 

BRENKE: Nicht die Bundesregierung stellt Pflegekräfte ein, sondern die Arbeitgeber in der Pflegebranche. 

Glaubt die Bundesregierung vielleicht, dass diese bisher nicht hinreichend nach Fachkräften gesucht hätten?

 

Woran kann man ökonomisch feststellen, ob es einen Fachkräftemangel gibt?

 

BRENKE: Wenn man sich die Lohnentwicklung ansieht, spricht wenig für einen ausgeprägten Fachkräftemangel in

Deutschland, denn dann hätten die Löhne viel stärker steigen müssen. Es gibt aber hier und dort Knappheiten;

zum Teil sind sie hausgemacht wie bei der Pflege. Es gibt aber noch Berufe, in denen der Nachwuchs aus anderen

Gründen knapper wird. Wachsende Probleme könnten in der Zukunft in Teilen des Handwerks entstehen, weil die

Zahl der Jugendlichen schrumpft und ein immer größerer Teil der Jugend eine akademische Ausbildung anstrebt.

Hier kann auch eine bessere Berufsberatung weiterhelfen. mei

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