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Diese Entscheidung erzürnt die arabische Welt

Herr Frangi, die Anerkennung Jerusalems als israelische „Hauptstadt“ durch den amerikanischen Präsident hat heftige Reaktionen auf Seiten der Palästinenser hervorgerufen. Was bedeutet die Ankündigung Donald Trumps, die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen für die Palästinenser?

 

FRANGI: Für uns ist die Ankündigung von Donald Trump, die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, ein Affront. Diese Entscheidung erzürnt die gesamte arabische Welt und vereint das gesamte palästinensische Volk. Wir können und werden diese Ankündigung nicht akzeptieren. Bereits heute finden in allen palästinensischen Städten friedliche Demonstrationen statt, die jedoch von der israelischen Armee mit Schüssen und Tränengas beantwortet werden. Es kam zu vielen Verletzten.

 

Was hat diese Entscheidung Trumps für Folgen?

 

FRANGI: Diese Entscheidung ist einseitig und wird schlimme Folgen für die ohnehin schon fragile Stabilität im gesamten Nahen Osten haben. Mit seiner Haltung beleidigt der amerikanische Präsident die gesamte muslemische Welt und scheidet als Vermittler im Friedensprozess aus. 

 

Zu Demonstrationen von Palästinenser ist es schon gekommen. Es gabTote und viele Verletzte. Kommt es zu einer neuen Intifada?

 

FRANGI: Die Palästinenser werden noch fester zusammenstehen und die arabische Welt wird ihnen den Rücken stärken. Aber die Enttäuschung und der Zorn ist sehr groß. Die gesamte Situation ist so angespannt, dass ich eine neue Intifada nicht ausschließen kann.

 

Wie wäre der Konflikt aus Palästinesner-Sicht zu entschärfen?

 

FRANGI: Ganz einfach: Donald Trump darf sein Vorhaben nicht umsetzen und sollte sich, genau wie von der internationale Gemeinschaft gefordert, auf eine Zweistaaten-Lösung konzentrieren, die zu einem Frieden zwischen Israelis und den Palästinensern führt. 

 

Welche Unterstützung erwarten Sie in diesem Konflikt jetzt von Deutschland und der Europäischen Union?

 

FRANGI: Dieser Konflikt kann nur dann gelöst werden, wenn wir Palästinenser unseren eigenen Staat neben Israel, in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt, bekommen. Deutschland, die EU und die Mehrheit der Staatengemeinschaft haben sich bereits deutlich geäußert und das einseitige Vorgehen der USA als nicht hilfreich für einen Friedensprozess bezeichnet. Wir Palästinenser erwarten gerade jetzt, dass Deutschland und die EU mehr Einsatz zeigen, damit die Zweistaatenlösung endlich umgesetzt werden kann. mei

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