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Beim schnellen Internet stehen die Verantwortlichen auf der Bremse

„Besonders schlecht mit schnellem Internet versorgt sind in Hessen der Vogelsbergkreis und der Schwalm-Eder-Kreis“, sagt Pollert. In diesen Kreisen liege die Verfügbarkeit von 50 Mbit/s für private Haushalte nur zwischen 10 und 50 Prozent.

 

Für gewerbliche Anschlüsse sehe es dort ähnlich aus, stellt er fest und ergänzt, dass außerhalb des Rhein-Main-Gebiets „nach wie vor die weißen Flecken“ beim schnellen Internet ein Thema seien. Für den Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände müsse der Ausbau der Breitbandnetze als nationale Aufgabe begriffen und mit mehr Bundesmitteln voran getrieben werden. „Flächendeckend müssen Betriebe bis Ende 2018 Zugang zu Angeboten von mindestens 50 MBit/s erhalten“, fordert Pollert und lobt die Landesregierung, dass diese sich bis zum Jahr 2020 das Ziel gesetzt habe, 60 Prozent der Haushalte mit bis zu 400 Mbit/s zu versorgen.

 

Die Politik soll Investitionsanreize schaffen

 

Aber das reiche auf Dauer nicht. „Wir fordern, dass spätestens im Jahr 2025 bedarfsgerecht auch möglichst großflächige Gigabit-Infrastrukturen zur Verfügung stehen. Das ist primär Aufgabe privater Anbieter“, so Pollert. Die Politik solle hierfür aber Investitionsanreize schaffen und fairen Investitions- sowie Infrastrukturwettbewerb sichern. Die rund 60.000 Betriebe in der Finanzmetropole Frankfurt sind in Sachen schnelles Internet gut versorgt, wie Frankfurts Wirtschaftsförderer Oliver Schwebel feststellt. „Es ist noch kein Unternehmen aus der Stadt weggegangen, weil das Internet zu langsam ist“, sagt er.

 

80 Prozent der deutschen Datenströme laufen über Frankfurt

 

Schwebel verweist darauf, dass Frankfurt auch die Stadt mit dem sogenannten German-Internet-Point sei. „Das heißt im Klartext, dass 80 Prozent der deutschen Datenströme über Frankfurt laufen“, erläutert Schwebel. Derzeit liege die durchschnittliche Datengeschwindigkeit in den gewerblichen Gebieten zwischen 50 und 100 M/Bit. „Künftig strebe ich aber eine Geschwindigkeit von einem Gigabyte für die Unternehmen an“, so Schwebels Vision.

 

Schrumpfende Gemeinden müssen besser unterstützt werden

 

Wie wichtig eine schnelle Infrastruktur ist, macht Claus Wiegandt, Professor für Stadt- und Regionalforschung an der Universität Bonn, deutlich, wenn er sagt: „Schrumpfende Gemeinden müssen stärker unterstützt werden – auch im Interesse der wachsenden Städte, die aus allen Nähten platzen“, beschreibt er die Ausgangssituation. Beispielsweise brauchten schrumpfende Städte viel dringender schnelles Internet, um die wegbrechende Infrastruktur, darunter der Einzelhandel, durch das Internet ansatzweise zu ersetzen. „Auch Telearbeitsplätze hängen von einer guten Verbindung ab, ebenso die moderne Telemedizin, dank derer Patienten überwacht werden können, ohne dass sie weite Strecken in die nächste Klinik fahren müssen“.

 

Auch Kooperationen können helfen

 

So könnten betroffene Städte die verbliebenen Unternehmen nur mit besten Bedingungen halten. Dazu gehöre ein schnelles Datennetz. Manchmal helfen beim Beschleunigen des Datennetzes auch Kooperationen, wie zum Beispiel im Wetteraukreis, der gemeinsam mit interessierten Kommunen Gesellschafteranteile an einer Breitbandinfrastrukturgesellschaft erworben, die das zunächst geplante eigene Netz für den bis dahin nicht erschlossenen Teil der Wetterau bauen sollte.

 

Telekom baute kostenfrei das Breitbandnetz aus

 

Das rief die Deutsche Telekom auf den Plan und sie baute letztlich für die Kommunen kostenfrei das Breitbandnetz aus. Wie ein Telekom-Sprecher erklärte, will das Unternehmen bis zum Ende des Jahres 98 Prozent aller Haushalte im Wetteraukreis mit schnellen Internet versorgt haben. „Schnell“ heißt in diesem Fall mit einer Datengeschwindigkeit von 50 M/Bit. Die Stadt Frankfurt sei ausschließlich für die Netzwerkanbindung städtischer Ämter, Betriebe, Schulen und Kindertageseinrichtungen zuständig, so Carsten Bobe, Referent im IT-Dezernat der Stadt. Hierfür investiere die Stadt pro Jahr etwa 600.000 bis 800.000 Euro in den Ausbau beziehungsweise die Unterhaltung der entsprechenden Glasfasertrassen. „Die Versorgung der privaten Haushalte und Unternehmen ist dagegen in einer Großstadt wie Frankfurt Aufgabe der Internetanbieter“, so Bobe weiter. 

 

Flächendeckende Breitbandversorgung ist das Ziel

 

Auch im Kreis Limburg-Weilburg ist offenbar viel getan worden, denn der flächendeckende Breitbandausbau sei im April letzten Jahres abgeschlossen worden, war aus dem Kreishaus zu erfahren. Als Ausbauziel sei eine flächendeckende Breitbandversorgung mit 95 Prozent der zu erschließenden Gebiete bei einem Download von 30 Mbit/s vereinbart gewesen. Auch im Main-Taunus-Kreis sei bis auf drei Hofheimer Stadtteile das schnelle Internet ausgebaut. mei

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