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SPD rechnet mit Niederlage von Ursula von der Leyen

Es erscheine "höchst zweifelhaft, dass sie eine Mehrheit allein mit den Fraktionen aus der Mitte des Parlaments hinter sich vereinen kann", schreibt der Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei in Europa (SPE), Achim Post, in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel".

 

Zu groß seien die Vorbehalte bei Sozialdemokraten, Grünen und Linken, aus deren Fraktionen sie Stimmen braucht. "Allerdings zeichnet sich mehr und mehr ab, dass jene rechten und rechtsnationalen Parteien, deren Regierungen schon die Nominierung von Frau von der Leyen unterstützt haben, sie nun auch im Parlament mitwählen könnten", schreibt Post, der auch stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion ist. "Anstatt dies stillschweigend in Kauf zu nehmen, sollte Frau von der Leyen unmissverständlich erklären, dass sie aus der Mitte des Parlaments heraus gewählt werden will - und keinesfalls mit den Stimmen der Rechten und Rechtsnationalen um Orban, Kaczynski, Salvini und Co. Eine Wahl mit Stimmen von Rechtsaußen wäre mehr als ein Makel für die neue Kommission, es wäre eine schwere Hypothek für die europäische Demokratie."

 

Der Schaden für Europa ist schwerer

 

So sehr Frau von der Leyen persönlich glaubwürdig für ein geeintes Europa stehen möge und so sehr es grundsätzlich auch erfreulich wäre, wenn nach Jahrzehnten wieder jemand aus Deutschland an der Spitze der EU-Kommission stünde - "der Schaden, den der europäischen Parlamentarismus zu nehmen droht, wiegt alles in allem schwerer". Er wolle kein Europa, "in dem Parlament und Kommission an den Strippen der Regierungschefs hängen, sondern selbstbewusste Institutionen, die im europäischen Interesse handeln und wo nötig den Regierungen auch Paroli bieten." 

 

Europa hätte eine zweite Chance

 

Wenn das Europa-Parlament Nein zu von der Leyen sagen würde, "wäre auch nicht eine europäische Verfassungskrise die Folge, vor der manche nun warnen". Vielmehr hätte Europa eine zweite Chance, mehr europäische Demokratie zu wagen. "Die Regierungschefs müssten dem Parlament einen neuen Vorschlag unterbreiten, so wie es die Verträge vorsehen. Und sie täten gut daran, dann nicht ein weiteres Mal die führenden Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten zu übergehen - gerade Manfred Weber, Frans Timmermans und Margrethe Vestager als Vertreter der drei stärksten Parteienfamilien im neuen Europäischen Parlament", betonte Post. "Mindestens einmal sollte das Parlament die Gelegenheit haben, über eine oder einen dieser Spitzenkandidaten auch tatsächlich abzustimmen." pm, ots

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