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Der Hunger in der Welt nimmt weiter zu

Dieser Trend verdeutliche die immensen Herausforderungen, das zweite Ziel für nachhaltige Entwicklung – eine Welt ohne Hunger bis 2030 – zu erreichen, heißt es in der neuseten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts „The State of Food Security and Nutrition in the World“, der heute in New York veröffentlicht wurde.

 

Der Bericht mache deutlich, dass mehr getan werden muss, damit weniger Kinder unterentwickelt oder schon bei Geburt untergewichtig seien. Der aktuelle Fortschritt ist zu langsam, um das  zu erreichen. Gleichzeitig steigen Übergewicht und Fettleibigkeit in allen Regionen der Welt, insbesondere bei Kindern im schulpflichtigen Alter und Erwachsenen.

Auf allen Kontinenten hungerten mehr Frauen als Männer. Am größten ist der Unterschied in Lateinamerika, wo Frauen wesentlich stärker von Hunger betroffen sind.

 

"Unsere Maßnahmen müssen mutiger werden"

 

„Unsere Maßnahmen zur Bewältigung dieses beunruhigenden Trends müssen mutiger werden, nicht nur in ihrem Umfang, sondern auch in Bezug auf die multisektorale Zusammenarbeit", forderten die Leiter der UN Food and Agriculture Organization (FAO), des International Fund for Agricultural Development (IFAD), UNICEF, des UN World Food Programme (WFP) und der World Health Organization (WHO)  in ihrem gemeinsamen Vorwort zum Bericht. 

 

Das Gefälle der Einkommen nimmt zu

 

Der Hunger nehme in vielen Ländern zu, in denen das Wirtschaftswachstum hinterherhinke, vor allem in Ländern mit mittlerem Einkommen und solchen, die stark vom internationalen Primärrohstoffhandel abhängig seien. Der UN-Bericht stelle auch fest, dass das Gefälle der Einkommen in vielen Ländern zunehme, in denen Hunger steigt. Für arme, bedürftige und ausgegrenzte Menschen werde es dabei noch schwieriger, mit einer langsameren und rückgängigen Konjunktur fertig zu werden.

 

 

In Afrika sind die Raten der Hungernden am höchsten

 

Am gefährlichsten sei die Situation in Afrika, wo die Raten der Hungernden im weltweiten Vergleich am höchsten seien und Hunger in fast allen Subregionen weiterhin langsam, aber stetig ansteige. Vor allem in Ostafrika sei fast ein Drittel der Bevölkerung (30,8 Prozent) unterernährt. Neben Klimakrisen und Konflikten treiben konjunkturelle Verlangsamungen und Abschwächungen den Anstieg an. Seit 2011 lag fast die Hälfte der Länder, in denen Hunger wegen schwacher oder stagnierender Konjunktur stieg, in Afrika.  

 

Die meisten unterernährten Menschen leben in Asien

 

Die meisten unterernährten Menschen (mehr als 500 Millionen) lebten in Asien, vor allem in südasiatischen Ländern. In Afrika und Asien seien darüber hinaus am meisten Menschen von Mangelernährung in unterschiedlichen Formen betroffen. Dort lebten mehr als neun von zehn aller unterentwickelten Kinder weltweit und über neun von zehn aller unterernährter Kinder. In Südasien und Afrika südlich der Sahara ist sogar jedes dritte Kind unterentwickelt.

 

Zwei Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu Nahrungsmittel

 

Der Bericht schätzt, dass über 2 Milliarden Menschen, meist in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, keinen regelmäßigen Zugang zu sicheren, nahrhaften und ausreichenden Nahrungsmitteln haben. Aber auch für Länder mit hohem Einkommen, darunter acht Prozent der Bevölkerung in Nordamerika und Europa, sei der gesicherte Zugang zu ausreichend Nahrung eine Herausforderung. Dies erfordere eine tiefgreifende Transformation der Ernährungssysteme, um einer wachsenden Weltbevölkerung eine nachhaltig produzierte gesunde Ernährung zu ermöglichen.

 

Wichtige Daten und Fakten

 

  • Anzahl der Hungernden weltweit 2018: 821,6 Millionen; in Asien: 513,9 Mio.; in Afrika: 256,1 Mio.;in Lateinamerika und der Karibik: 42,5 Mio.
  • Anzahl der Menschen, deren Ernährung – mäßig oder stark – ungesichert ist: 2 Milliarden (26,4%)
  • Babys mit niedrigem Geburtsgewicht: 20,5 Millionen (jedes siebte)
  • Kinder unter 5 Jahren, die unterentwickelt sind (zu geringe Körpergröße für ihr Alter): 148,9 Millionen (21,9%)
  • Kinder unter 5 Jahren, die unterernährt sind (zu geringes Gewicht für die Körpergröße): 49,5 Millionen (7,3%)
  • Kinder unter 5 Jahren mit Übergewicht (zu hohes Gewicht für die Körpergröße): 40 Millionen (5,9%)
  • Übergewichtige Kinder und Jugendliche im Schulalter: 338 Mio.
  • Erwachsene, die fettleibig sind: 672 Millionen (13% oder 1 von 8 Erwachsenen) 

pm, un, mei

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