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Opel: Kummer auf der Nachfrageseite

 So ist der Marktanteil in Europa (EU+EFTA) auf mittlerweile 5,6 Prozent  geschrumpf. Hinzu kommt, dass der Automarkt in Europa schwächer wird. Damit wird Opel in Europa, definiert als EU28+EFTA, nach unserer Prognose mit knapp 850.000 Neuwagen etwa 35.000 Neuwagen weniger verkaufen als im Jahr 2018.

 

Von der Kostenseite ergibt sich damit für Opel neuer Druck. Auch das deutet darauf hin, dass der Personalabbau-Prozess bei Opel noch nicht am Ende angekommen ist. Das Bild der Schwäche in der Nachfrage-Seite wird verstärkt durch die nach wie vor hohen Anteile von Opel bei den Eigenzulassungen. So wurden im  ersten Halbjahr 2019 knapp 40 Prozent aller Opel-Pkw-Neuwagen als Eigenzulassungen in den Markt gebracht.

 

Opel bleibt in einer unvorteilhaften Spitzenposition

 

Insgesamt waren die Eigenzulassungen in Deutschland niedriger, Opel bleibt bei den wichtigen Marken damit immer noch in der unvorteilhaften Spitzenposition. Wettbewerber wie Ford, VW, Skoda und selbst die Konzernschwerster Citroen und Peugeot schneiden hier deutlich besser ab als Opel. Die Marke ist also weiter auf hohe Eigenzulassungen anwiesen. Ein Zeichen, dass die Fahrzeuge „überschaubare“ Marktanteile haben.

 

Geringe Margen bei den Autovermieter-Zulassungen

 

Neben Eigenzulassungen sind Vermieter-Zulassungen ebenfalls ein äußerst margendünnes Geschäft, sprich die Fahrzeuge kommen nach kurzer Zeit als junge Gebrauchtwagen mit hohen Abschlägen in den Markt. Insgesamt gingen im ersten Halbjahr 2019 bei Opel 19 Prozent der Neuzulassungen auf Vermieter.

 

Die schwache Performance bei Opel im Automarkt wird verstärkt, wenn man Eigenzulassungen und Vermieter addiert. Danach hat Opel in Deutschland 59% Prozent seiner Neuwagen entweder als Eigenzulassungen  oder als Vermieterzulassung in den Markt gebracht. Wettbewerber wie Ford oder Skoda schneiden hier erheblich besser ab. Selbst die Konzernmarken Peugeot und Citroen haben eine bessere Vertriebs-Effizienz.

 

Der Jobabbau hat Opel zum großen Teil saniert

 

Fazit: Opel hat durch ein rigoroses Jobbau-Programm seine Verluste abgebaut. Genau das ist das Management-Muster von PSA und seinem CEO Tavares. Schaut man sich die Vertriebseffizienz, definiert als Werthaltigkeit der Verkäufe an, ist Opel nach wie vor in schwierigem Gelände unterwegs. Und auch die neuen PSA-Produkte wie Grandland X und Crossland X zeigen mit Quoten von 51 Prozent beziehungsweise 54 Prozent beim kombinierten Vermieter- und Eigenzulassungen wenig „Vertriebs“ Turnaround.  Opel hat mehr als 6.000 Jobs abgebaut. Geht man von einem Jahreseinkommen mit Lohnnebenkosten von 80.000 Euro aus, sind das 400 Millionen Euro Einsparungen pro Jahr.  Also der Jobabbau hat Opel – und nicht der Markt- und die Markenstärke – hat Opel zu großen Teilen „saniert“. Ob die Sanierung langfristig ist, entscheidet der Markt und das sind die Signale noch nicht so eindeutig.  Ferdinand Dudenhöffer

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