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Plastikmüll: Ein globales Problem wird immer größer

Wenn heute das Wort „Plastik“ fällt, denken viele umweltbewusste Menschen sofort an tote Meerestiere, mit Plastikmüll verdreckte Strände oder Mikroplastikteilchen im Essen. Der fast unzerstörbare und langlebige Kunststoff scheint das Zeug zu einer weiteren Geißel der Menschheit zu haben, der künftigen Generation eine schwere Last aufbürdet.

 

Die EU-Kommission will jetzt offenbar gegen diese Plastikflut vorgehen. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete, plane die Kommission ein Verbot von Einweggeschirr aus Plastik. Damit solle die Menge an Kunststoffabfällen verringert werden. Auch Strohhalme und Essstäbchen aus Plastik könnten demnach verboten werden. Ende des Monats sollen will die EU konkrete Vorschläge hierzu vorlegen.

 

Verbot von Einweggeschirr ist nicht der große Wurf

 

Georg Mehlhart vom Darmstädter Öko-Institut würde zwar eine solche Maßnahme der EU begrüßen, hält sie aber nicht für den ganz großen Wurf. „Sollte die Vorschläge umgesetzt werden, ist es ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger“, sagt Mehlhart. Für ihn zähle jede einzelne Maßnahme, um das Plastikaufkommen zu reduzieren. Global habe nämlich der Plastikmüll schon dramatische Ausmaße angenommen. In Deutschland, so Mehlhart weiter, stehe das Thema noch nicht ganz oben auf der Tagesordnung sondern hier verlasse man sich auf die anscheinend funktionierende Entsorgungs- und Abfallwirtschaft. 

 

Mit "No-Plastic-Aktionen" bei großen Events vorbeugen

 

Für den Experten vom Öko-Institut kann dem Plastikmüll auch im Kleinen zu Leibe gerückt werden. So zum Beispiel beim Frankfurter Museumsuferfest, das immer am letzten Augustwochenende stattfindet und sich zu einem europäischen Kulturereignis für ein Millionenpublikum gemausert hat. Mehlhart geht davon aus, dass diese Besucherscharen keine „guten Auswirkungen“ auf den Main haben. Viel (Plastik)Müll würde wohl während des Festes im Fluss landen. Mit „No-Plastic-Aktionen“ könnte hier vorgebeugt werden. 

 

Ein Plädoyer für die Ursachenforschung

 

Solchen Aktionen wird die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, die ihren Sitz in Bad Homburg hat, wohl nicht viel abgewinnen können. „Verbote von Produkten zur Veränderung von Verhalten sollten der allerletzte und gut durchdachte Schritt sein, wenn andere Maßnahmen nicht greifen“, sagt Mara Hancker, Sprecherin der Industrievereinigung. Sie plädiert für Ursachenforschung und stellt dabei Fragen. Ist es der Konsument, der seinen Abfall achtlos wegwirft? Dann gelte es dessen Verhalten „rechtlich zu verfolgen“. Oder sei es das nicht vorhandene oder nicht ausreichend funktionierende Entsorgungssystem für den Plastikmüll maßgeblich verantwortlich? Dann müsse hier Abhilfe geschaffen werden. „Wäre es nicht zielführender die politische Energie in das Schließen der Kreisläufe und die Aufklärung der Bürger statt in Verbote zu investieren?“, fragt Hancker weiter. 

 

Statistische Erhebungen über Kunststoffabfälle gibt es nicht

 

Aber wie sieht es zum Beispiel in Hessen in Sachen Kunstsstoffabfällen konkret aus. Statistische Erhebungen über die in Hessen erzeugte Gesamtmenge an Kunststoffabfällen gibt es nicht, sagt Julia Stoye, Sprecherin im hessischen Umweltministerium. Bekannt sei lediglich die Menge der pro Jahr im Gelben Sack/Tonne erfassten Leichtverpackungen, der neben Kunststoff- aber auch Metall- und Verbundverpackungen beinhalte. Das waren laut der Abfallmengenbilanz des Jahres 2016 rund 187.000 Tonnen. Außerdem ist auch die Menge der auf den kommunalen Wertstoffhöfen getrennt gesammelten Kunststoffabfälle bekannt Das seien knapp 1.200 Tonnen. 

 

Abfallvermeidung ist der wesentliche Ansatz

 

Auch wenn Hessen kein eigenständiges Konzept in Sachen Plastikvermeidung verfolge, sei doch ein wesentlicher Ansatz zur Reduzierung des Kunststoffverbrauchs die Abfallvermeidung, so Stoye.  „Die Stärkung des Recyclings und der Einsatz recyclingfähiger Kunststoffe ist aus ökologischer Sicht insbesondere unter dem Aspekt der Ressourcenschonung wichtig und sinnvoll, weil dadurch der Einsatz fossiler Rohstoffe verringert wird“, sagt die Ministeriums-Sprecherin . Unterdessen unterstützt das Bundesumweltministerium die Pläne der EU-Kommission für ein Verbot von Plastikgeschirr. „Es ist gut, dass die EU-Kommission sich um die Frage kümmert, wie wir in Europa den Plastikmüll reduzieren können“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold (SPD), Zugleich warnte er vor nationalen Alleingängen. „Eine europaweite Lösung hat für uns Priorität.“ mei"

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