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Berlin und der Mietenwahnsinn in der Hauptstadt

Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf: In den drei Ost-Bezirken, in denen mehrheitlich Die Linke gewählt wird, sind Wohnimmobilien am günstigsten.

 

Besonders auffällig: Mitte mit 6.568 €/m2, Tiergarten mit 6.264 €/m2 und Kreuzberg mit 5.428 €/m2 riefen die teuersten Immobilienpreise Berlins auf und in allen drei Stadtbezirken wählen die Bewohner mehrheitlich Die Grünen. „Was zunächst verwundert, spiegelt ganz gut die heutige Grünen-Wählerschaft wider. Die bestehe schon lange nicht mehr aus Weltverbesserern in Öko- Latschen und Reformhaus-Kunden, sondern eher aus Wohlhabenden und Besserverdienern, die gewillt seien, viel Geld für teure Altbauwohnungen auszugeben“, sagt Lukas Pieczonka, Gründer und Geschäftsführer von McMakler. Und weiter: „Während die Preise im Tiergarten um 5,7 Prozent stiegen, kletterten sie in Mitte um satte 7,9 Prozent in Höhe. Der Mitte-Bann ist und bleibe ungebrochen. Unzählige Restaurants und Bars, viel Kultur, eine optimale Verkehrsanbindung und das Regierungsviertel gleich um die Ecke machten den Bezirk attraktiv. Das sehen wir deutlich bei den Immobilienpreisen.“

 

Der Stadtteil Friedrichshain hat mit einem Boom zu kämpfen

 

Auch Friedrichshain mit einer grünen Bürgermeisterin im Bezirksamt habe seit Jahren mit einem regelrechten Boom zu kämpfen. Die Immobilienpreise schössen unaufhörlich in die Höhe. Wohneigentum im Szene-Bezirk belaufe sich derzeit auf 4.846 €/m2. Damit seien Immobilien in Friedrichshain allerdings noch 1.700 €/m2 günstiger als in Mitte. Noch günstiger sei es dagegen im Wedding mit 3.534 €/m2 und einer Preissteigerung um 4,5 Prozent. Auch hier machten die Bewohner mehrheitlich bei den Grünen ihr Kreuz.

 

In den Ostbezirken wohnt es sich günstig

 

In den drei Berliner Ost-Bezirken Hohenschönhausen mit 3.128 €/m2, Marzahn mit 2.920 €/m2 und Hellersdorf mit 2.906 €/m2 sei der Quadratmeterpreis für Wohnimmobilien am günstigsten. Interessant dabei sei, dass in allen drei Bezirken Die Linke stärkste Partei im Amt sei. Anders sehe es in Prenzlauer Berg aus, hier bezahlten Kaufinteressenten aktuell 5.339 €/m2. Aber auch hier regiere ein Bezirksbürgermeister von Die Linke. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise seien binnen eines Jahres um satte 7,2 Prozent gestiegen. „Prenzlauer Berg ist schon lange eine der bevorzugten Wohngegenden Berlins. Im Zentrum der Stadt gelegen, bietet der Bezirk eine großartige Atmosphäre, die nicht nur Familien begeistert. Das schlägt sich auch auf die Immobilienpreise nieder“, sagt der Immobilienexperte von McMakler.

 

Hier klettern die Immobilienpreise

 

Auch in Pankow mit 4.496 €/m2, Lichtenberg mit 3.940 €/m2 und Weißensee mit 3.830 €/m2 kletterten die Immobilienpreise in die Höhe. Eine derartige Preisentwicklung in links-regierten Bezirken falle ins Auge, setze sich Die Linke doch verstärkt für bezahlbaren Wohnraum ein. „Aufgrund der Preisentwicklung in Prenzlauer Berg weichen Kaufinteressenten seit längerem vermehrt nach Pankow aus. Doch auch dort erreichen die Preise mittlerweile ein hohes Niveau und wir beobachten eine zweite Welle Richtung Weißensee“, erklärt Lukas Pieczonka von McMakler.

 

Im Mittelfeld befinden sich die CDU-geführten Bezirke

 

Im Mittelfeld des Preisrankings befänden sich vor allem christdemokratisch- geführte Bezirke wie Zehlendorf, Steglitz, Tempelhof und Treptow. Das heiße, hier wohnten Wähler, die mehrheitlich zur älteren Generation gehörten und über ein höheres Einkommen verfügten als Wähler anderer Parteien. Das passe zum gutbürgerlichen Bezirk Steglitz, wo Käufer aktuell 4.239 €/m2 zahlen. Damit seien Immobilien in Steglitz jedoch über 2.300 €/m2 günstiger als in Mitte. Auch Tempelhof und Treptow wählten vorrangig CDU. Hier liegen die Quadratmeterpreise bei 3.970 Euro beziehungsweise bei 3.944 Euro. Die Immobilienpreise dieser drei Bezirke seien im Vergleich zum Vorjahresquartal um lediglich 0,7 bis 2,7 Prozent gestiegen. Anders sehe das in Zehlendorf und Reinickendorf aus. Zwar seien die Durchschnittspreise in Reinickendorf mit 3.219 €/m2 wesentlich günstiger, doch im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die Immobilienpreise um 5,8 Prozent gestiegen.

 

Die Zehlendorfer wohnen sehr zentral

 

Zehlendorf mit seinem repräsentativen Wohnungsbau toppt diesen Preisanstieg mit 9,3 Prozent auf 4.735 €/m2, womit der Bezirk auf Platz zwei der höchsten Preisanstiege landet. „Die Nachfrage nach Wohneigentum in Zehlendorf wächst und das macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Immer mehr Menschen schätzen Zehlendorf für seine Lage. Vor allem diejenigen, die eine ausgewogene Balance zwischen Großstadttrubel und Naturidyll suchen. Die Zehlendorfer sind schnell in der Stadt, aber auch schnell bei einem der vielen Seen in Brandenburg vor den Toren Berlins“, sagt Pieczonka.

 

Von teuer bis günstig: Immobilienpreise in SPD-geführten Bezirken

 

Ebenso wie sich die SPD-Wählerschaft durch sämtliche Bevölkerungsschichten ziehe, offenbarten ein Blick auf die SPD-geführten Bezirke eine heterogene Verteilung im Immobilienpreis-Ranking. Von teuer bis günstig – wer eine Immobilie in einem SPD-regierten Bezirk suchen sollte, hätte die Wahl. Gehobene Preise fänden Kaufinteressenten in Wilmersdorf mit 5.404 €/m2 und Charlottenburg mit 5.394 €/m2. Die Bezirke belegen damit Platz vier und fünf der Preistabelle.

 

Beachtliche Preisentwicklung in Charlottenburg

 

Beachtlich sei auch die Preisentwicklung in Charlottenburg. Dort kletterten die durchschnittlichen Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,5 Prozent, der somit höchste Preisanstieg im Ranking. Schöneberg mit 4.867 €/m2 und Neukölln mit 4.458 €/m2, beide mit einem SPD-Bürgermeister im Amt, befänden sich im Preismittelfeld auf Platz sieben und elf. Günstiger sei es dagegen in Köpenick mit 3.410 €/m2, dicht gefolgt von Spandau mit 3.339 €/m2. Auch hier stimmen die meisten Wähler für die SPD. Aber auch hier stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresquartal um über fünf Prozent.  mei, pm, ots

Quelle: Mc Makler

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