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Wie das Rockfestival in Woodstock die Alltagskultur geprägt hat

Das sagte der Kultursoziologe Frank Hillebrandt im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Das gemeinsame Machen, die flachen Hierarchien, die für neue Produktionsfelder auch sehr wichtig sind und heute eigentlich Standard sind, das alles kommt aus der Hippiekultur und auch mittelbar von Woodstock", sagte Hillebrandt über das Festival, das an diesem Donnerstag vor 50 Jahren begann. 

 

Der Wissenschaftler, der zu Phänomen der Popkultur forscht, sieht Woodstock als großes Gemeinschaftserlebnis: "In Woodstock merken junge Leute der Gegenkultur, dass sie nicht allein sind, sondern eine Mehrheit darstellen. Das ändert alles, weil es eine faszinierende Erfahrung ist. In dieser Erfahrung stimmen alle Zeitzeugen überein. Der Mythos Woodstock entsteht, weil dieses große Zusammensein funktioniert". 

 

Beleg für das Funktionieren der Hippiekultur

 

Hillebrandt sieht Woodstock vor allem als Beleg für das Funktionieren der Hippiekultur. Die habe sich bei dem Festival gezeigt, das vom 15. bis 18. August 1969 in Bethel (US-Bundesstaat New York) stattfand. "In Woodstock zeigten sich die Fähigkeiten der Hippiekultur von ihrer besten Seite. Die Menschen, die dorthin gekommen sind, haben miteinander das Gesamtkunstwerk Woodstock geschaffen. Und das wird erinnert", sagte der Forscher, der an der Fern-Universität in Hagen eine Professur für Allgemeine Soziologie und soziologische Theorien innehat und zu Themen der Popkultur wie der Neuen Deutschen Welle forscht. Hillebrandt hob hervor, dass Woodstock heute als gelungener gesellschaftlicher Testfall zu sehen ist. Die Menschen hätten sich unter den chaotischen Umständen des Festivals gegenseitig unterstützt und Nahrung geteilt und so mit den Idealen von Love and Peace Ernst gemacht. 

 

"Wir können for sein, dass wir Popmusik haben"

 

In diesem Sinn sei das Festival auch für nachfolgende Protestbewegungen zu sehen. "Wir können froh sein, dass wir die Popmusik haben", sagte Hillebrandt weiter. Sie zeige, dass es möglich sei, alternative Haltungen zu artikulieren. "Diese Leistung gehört wesentlich zur freien pluralistischen Gesellschaft. Woodstock hat viel dazu beigetragen, das überhaupt erst einzuüben und für genau dieses Projekt viele Menschen zu versammeln. Heute sehen wir mit ,Fridays for Future' ein ähnliches Projekt, bei dem sich etwas Bahn bricht, das sich lange aufgestaut hat", sagte der Soziologe. pm, ots, noz

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