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Ausstellung: Holocaust und Zwangsarbeit in Galizien

Am 1. September 1939, vor 80 Jahren, griff das Deutsche Reich die Republik Polen an und begann damit den Zweiten Weltkrieg. Gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt wurde Ostgalizien sowjetisches Staatsgebiet. Im Juni 1941, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, besetzte Deutschland auch den östlichen Teil und bildete den Distrikt Galizien. 

 

Die Ausstellung folgt dem Schicksal des Holocaust-Überlebenden Józef Lipman und seiner Familie. Auf über 30 Tafeln zeigt sie die deutsche Besatzungspolitik gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Sie behandelt einzelne Pogrome, die Bildung von Ghettos, Deportationen in das Vernichtungslager Belzec und die Auflösung der letzten Zwangsarbeitslager. 

 

Zwangsarbeit war Teil der Vernichtungspolitik

 

Zwangsarbeit war ein Teil der deutschen Vernichtungspolitik - bot aber auch die Möglichkeit, einzelne Menschenleben zu retten. Berthold Beitz (1913-2013), späterer Generalbevollmächtigter der Firma Krupp, war im besetzten Galizien als Manager eines deutschen Erdölbetriebs tätig. Lange konnte er die jüdischen Angestellten des Unternehmens vor der Deportation durch die SS schützen. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem ehrte ihn als "Gerechten unter den Völkern". 

 

Zahlreiche jüdische Verfolgte vor dem Tod gerettet

 

Hauptrednerin der Eröffnung am 29. August um 19 Uhr ist die ehemalige FDP-Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen. Ihr Vater Eberhard Helmrich gehörte der deutschen Besatzungsverwaltung in Galizien an und rettete, gemeinsam mit seiner Ehefrau Donata, zahlreiche jüdische Verfolgte vor dem sicheren Tod. 

 

Ausstellung wurde um Tafeln und Biografien erweitert

 

Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste erstellten die Ausstellung in Kooperation mit der israelischen "Drohobycz, Boryslaw and Vicinity Organization" und der polnischen Stiftung "Fundacja Bente Kahan". Die Präsentation war bislang an 20 Orten in Polen, der Ukraine, Israel und Deutschland zu sehen. Für das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit wurde sie um mehrere Tafeln und Biographien erweitert, die den Zusammenhang zwischen Holocaust und Zwangsarbeit vertiefen. Der Eintritt ist frei. pm, ots

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