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Das Elektroauto ist nicht das Allheilmittel für die Zukunft

Auch klassische Verbrenner könne man "sehr wohl emissions- und verbrauchsarm weiterentwickeln", erklärte Markl in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das kostet Geld, aber es ist möglich", so Markl, der Deutschlands größtem Verein mit aktuell 21 Millionen Mitgliedern seit 2014 vorsteht. "Langfristig müssen wir uns aber vermutlich von den klassischen Verbrennern, die fossile Brennstoffe nutzen, verabschieden", so Markl. 

 

Um die Antriebswende zu meistern, seien auch andere Ansätze als die E-Mobilität denkbar: "Wir sollten über Alternativen wie Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe nachdenken und auch darüber sprechen", forderte Markl. Schließlich sei die Herstellung der für die E-Autos benötigten Batterien auch längst noch nicht frei von Problemen, Gleiches gelte für die Rohstoffgewinnung sowie für die für das Laden der E-Autos genutzten Stromquellen. "Solange man nicht weiß, wie der Strom, der vorne aus der Steckdose herauskommt, hinten hineinkommt, so lange ist es sicher problematisch", sagte Markl. Dies alles habe Auswirkungen auf die Klimabilanz, wie eine neue Klimastudie des ADAC, die noch in diesem Herbst veröffentlicht wird, belege: "Ohne zu viel zu verraten, kann ich schon jetzt sagen: Die Ergebnisse zeigen, die Treibhausbilanz der E-Autos ist nicht die beste." 

 

Anteil der erneuerbaren Energien muss weiter steigen

 

Als Konsequenz daraus müsse der "Strommix besser werden, also der Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigen", forderte Markl. Auch das Ladenetz gelte es zu verbessern, es brauche mehr Ladestellen in privaten Tiefgaragen, um die Autos während der Arbeitszeit aufzuladen, sowie mehr Schnellladestellen für längere Distanzen. "Davon gibt es bisher deutlich zu wenig. Es kann nicht sein, dass man jedes Mal eine lange Pause machen muss, um das Auto ein bisschen aufzuladen. Das muss schneller gehen", so Markl. "Wenn irgendwann alles stimmt, also vom Bau der Batterie über deren Entsorgung und bis zur Stromerzeugung, dann erst können wir sagen, dass die Vorteile der Elektromobilität überwiegen. Aber an dem Punkt sind wir noch nicht." 

 

Realistische und umweltfreundliche Automodelle

 

Mit Blick auf die IAA, die an diesem Donnerstag in Frankfurt am Main startet, wünscht sich der ADAC-Chef von den Herstellern realistische, umweltfreundliche Modelle, die auch zeitnah auf den Markt gebracht werden: "Also keine Utopien, sondern Modelle, von denen man sagen kann: Ja, damit kann ich schon bald ökologisch fahren, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Das würde ich mir wirklich wünschen", betonte er. Auf die Frage, ob dieser Wunsch wohl bei der diesjährigen IAA in Erfüllung gehe, sagte Markl: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." pm, ots

 

English version 

 

At the start of the International Motor Show (IAA), ADAC President August Markl warns against seeing the electric car as a "panacea" for future mobility. In an interview with the "Neue Osnabrücker Zeitung", Markl explained that classic combustion engines could also be "developed further with low emissions and low fuel consumption". "This costs money, but it is possible," said Markl, who has headed Germany's largest association with 21 million members since 2014. "In the long term, however, we will probably have to say goodbye to the classic burners that use fossil fuels," said Markl. 

 

In order to master the turnaround, approaches other than e-mobility are also conceivable: "We should think about alternatives such as hydrogen or synthetic fuels and also talk about them," Markl demanded. After all, the production of the batteries needed for electric cars is still far from free of problems, and the same applies to the extraction of raw materials and the power sources used for charging electric cars. "As long as you don't know how the electricity that comes out of the socket at the front gets into the back, it will certainly be problematic," Markl said. All this has an impact on the climate balance, as a new climate study by ADAC, which will be published this autumn, shows: "Without revealing too much, I can already say now: the results show that the greenhouse gas balance of e-cars is not the best. 

 

Share of renewable energies must continue to rise

 

As a consequence, the "electricity mix must become better, i.e. the share of renewable energies must continue to rise", Markl demanded. The charging network must also be improved, more charging stations in private underground garages are needed to charge cars during working hours, and more fast charging stations for longer distances. "There is clearly too little of this so far. You can't have to take a long break every time to recharge your car. It has to be faster," says Markl. "If everything is right at some point, from the construction of the battery to its disposal and power generation, then we can say that the advantages of electric mobility outweigh the disadvantages. But we're not at that point yet." 

 

Realistic and environmentally friendly car models

 

With a view to the IAA, which starts this Thursday in Frankfurt am Main, the ADAC boss wants realistic, environmentally friendly models from the manufacturers, which will also be launched promptly on the market: "So no utopias, but models of which one can say: Yes, I will soon be able to drive ecologically with them, and without a guilty conscience. I'd really like that," he stressed. When asked whether this wish would come true at this year's IAA, Markl said: "Hope is dying last". pm, ots

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