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Unternehmen fliehen vor dem Brexit nach Deutschland

"Nach aktuellem Stand sind es 106 Unternehmen, die sich seit dem Referendum bei uns neu angesiedelt haben", sagte NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Über Neuansiedlungen von Unternehmen freuen wir uns natürlich. Wir sehen das auch als Erfolg unserer gezielten Standortpolitik", fügte er hinzu. 

 

Andreas Schäfer, Leiter der Außenwirtschaftsberatung der IHK Köln, sieht besonderen Handlungsbedarf in der britischen Bank- und Versicherungsbranche. "Die Finanzdienstleister benötigen eine EU-Lizenz, um bei uns Geschäfte abwickeln zu können. Die bisherige EU-Lizenz verfällt mit dem Brexit", erläuterte Schäfer auf Anfrage. Deswegen habe etwa Ford in Köln eine eigene Bank zur Automobilfinanzierung gegründet. Doch auch für Firmen aus anderen Branchen sei Köln attraktiv. So baue das britische Unternehmen JCB gerade seine neue Zentrale und ein Schulungszentrum in Frechen auf. "Das Unternehmen hat mehr als 30 Millionen Euro in Frechen investiert, die Eröffnungsfeier findet im Oktober statt", so der IHK-Experte. 

 

Die Mehrzahl der Firmen ist in der Finanzbranche tätig

 

Auch die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Invest verzeichnet ein Interesse britischer Firmen an einer Verlagerung nach NRW. Prokurist Rainer Hornig sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Der größte Teil der Unternehmen, die wegen des Brexits nach NRW kommen, arbeitet in der Finanzbranche und im Bereich IT-Services." Aber auch viele Firmen aus dem Groß- und Einzelhandel hätten sich neu angesiedelt. NRW.Invest rechnet damit, dass es eine zweite Ansiedlungswelle gibt, wenn es zu einem harten Brexit kommt. "Bislang warten viele Unternehmen die politische Entwicklung noch ab", so Hornig. pm, ots

 

English version

 

The planned withdrawal of Great Britain from the European Union leads to British companies taking their headquarters in North Rhine-Westphalia. "According to the current state of affairs, there are 106 companies that have relocated to North Rhine-Westphalia since the referendum", said NRW European Minister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) to the "Kölner Stadt-Anzeiger". "Of course, we are happy about new companies settling in. We also see this as the success of our targeted location policy," he added. 

 

Andreas Schäfer, head of foreign trade consulting at the Cologne Chamber of Industry and Commerce, sees a particular need for action in the British banking and insurance sector. "Financial service providers need an EU licence in order to conduct business with us. The previous EU licence expires with the Brexit", Schäfer explained on request. This is why Ford, for example, set up its own bank in Cologne to finance automobiles. But Cologne is also attractive for companies from other sectors. The British company JCB is currently setting up its new headquarters and a training centre in Frechen. "The company has invested more than 30 million euros in Frechen, and the opening ceremony will take place in October," said the IHK expert. 

 

The majority of companies are active in the financial sector

 

The state-owned economic development agency NRW.Invest is also registering an interest on the part of British companies in relocating to NRW. Authorised signatory Rainer Hornig told the "Kölner Stadt-Anzeiger": "Most of the companies that come to NRW because of the brexit work in the financial sector and in IT services". But many companies from the wholesale and retail sectors have also relocated. NRW.Invest expects that there will be a second wave of new companies settling in when there is a hard Brexit. "So far, many companies have been waiting for political developments," says Hornig. pm, ots

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