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Noch eine schlimme Rüstungspanne bei der Bundeswehr?

Die Präzisionsraketen namens PARS 3LR, von denen die Truppe im Jahr 2006 insgesamt 680 Stück für 418,8 Millionen Euro bestellt habe, seien "technisch veraltet" und "wenig treffsicher", hieße es in dem Bericht vom April. Daher empfehlen die Prüfer, die neuen Lenkflugkörper zu "verwerten" - also zu verschrotten. 

 

In seinem aktuellen Bericht habe der Rechnungshof gerügt, dass das Verteidigungsministerium frühere Warnungen vor den Risiken bei der Entwicklung der sensorgesteuerten Luft-Boden-Rakete ignoriert habe. Zudem habe die Bundeswehr trotz Kritik an PARS 3LR aus der Truppe selbst sogar auf eine bei neuen Rüstungsprojekten vorgesehene Einsatzprüfung verzichtet, bevor es 2013 die Hersteller MBDA und Diehl mit der Serienfertigung beauftragte. Dieses Vorgehen sei "in hohem Maße kritikwürdig", heißt es in dem Prüfbericht weiter. Zudem sei ein Projektabbruch trotz "massiver Qualitätsmängel" und jahrelanger Verspätungen aufseiten der Industrie "nicht konsequent" verfolgt worden. 

 

Einsatzprüfung fand erst 2018 in den USA statt

 

Tatsächlich habe die Einsatzprüfung erst 2018 in den USA stattgefunden, als bereits mehr als die Hälfte der bestellten Raketen ausgeliefert war. Bei dem Test habe es eine "hohe Anzahl an Fehlschüssen" gegeben, schreiben die Prüfer, die sich dabei auf die bundeswehreigene Dokumentation der Testschüsse berufen. Viele Raketen hätten "nach dem Abschuss ihr zugewiesenes Ziel verloren und ein neues Ziel gewählt". Dadurch würden auch eigene Truppen und Zivilisten im Zielgebiet der Lenkwaffe gefährdet. 

 

Es wird keine höhere Trefferwahrscheinlichkeit erwartet

 

Wegen der Mängel an der Rakete sowie an der Waffenanlage des Kampfhubschraubers Tiger halte der Rechnungshof eine weitere Erprobung des Systems für "nicht zielführend". Es sei "keine signifikant höhere Trefferwahrscheinlichkeit zu erwarten", schrieben sie in ihrem Bericht. Damit stellten die Prüfer auch die Frage nach der künftigen Verwendbarkeit des Hubschraubers, bei dem PARS 3LR eigentlich als Hauptbewaffnung eigesetzt werden solle. Der Tiger sei "ohne Hauptbewaffnung nur bedingt einsatzfähig". Die derzeit genutzte Rakete vom Typ Hot sei allerdings nur noch bis 2027 verfügbar. 

 

Verteidigungsministerium verweist auf laufendes Verfahren

 

Auf Anfrage von "Capital" habe das Verteidigungsministerium auf das noch laufende Widerspruchsverfahren verwiesen. Man habe im Juli eine vertrauliche Stellungnahme zu dem Berichtsentwurf des Bundesrechnungshofes abgegeben, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Auf dieser Basis werde der Rechnungshof nun seinen finalen Bericht erstellen. Zu den Inhalten könne man sich daher derzeit nicht äußern. pm, ots, mei

 

English version

 

The Bundeswehr is fighting another serious arms breakdown. The business magazine "Capital" reported that the new anti-tank missiles for the Tiger combat helicopter suffered from serious deficiencies, citing a confidential audit report by the Federal Court of Auditors.

 

The precision missiles called PARS 3LR, of which the troops ordered a total of 680 in 2006 for 418.8 million euros, are "technically outdated" and "not very accurate", according to the April report. The auditors therefore recommend that the new guided missiles be "recycled" - i.e. scrapped. In its current report, the Court of Auditors had criticised the Ministry of Defence for ignoring earlier warnings about the risks associated with the development of the sensor-controlled air-to-ground missile. In addition, despite criticism of PARS 3LR from the troops themselves, the Bundeswehr had even waived an operational test planned for new armament projects before commissioning the manufacturers MBDA and Diehl with series production in 2013. This procedure is "highly worthy of criticism", the test report continues. Moreover, despite "massive quality deficiencies" and years of delays on the part of the industry, a project termination was "not consistently" pursued. 

 

Deployment test did not take place until 2018 in the USA

 

In fact, the operational test did not take place until 2018 in the USA, when more than half of the missiles ordered had already been delivered. The test had resulted in a "high number of missiles", write the examiners, who refer to the Bundeswehr's own documentation of the test shots. Many missiles "lost their assigned target after firing and chose a new target". This would also endanger their own troops and civilians in the target area of the guided missile. 

 

No higher probability of a hit is expected

 

Due to the defects of the rocket and the weapon system of the Tiger combat helicopter, the Court considers further testing of the system to be "unsuccessful". They wrote in their report that "no significantly higher probability of a hit is to be expected". Thus the examiners also raised the question of the future usability of the helicopter, in which PARS 3LR should actually be used as the main armament. The tiger was "only conditionally usable without main armament". However, the Hot rocket currently in use was only available until 2027. 

 

Ministry of Defense refers to ongoing procedure

 

At the request of 'Capital', the Ministry of Defence had referred to the ongoing appeal procedure. In July, a Ministry spokesman announced that a confidential statement had been issued on the draft report of the Federal Audit Office. On this basis, the Court will now prepare its final report. It is therefore currently not possible to comment on the contents. pm, ots, mei

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