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Wichtige Informationen über Unternehmen dürfen nicht offen gelegt werden

 „Der Vorschlag, Unternehmen zur Berichterstattung steuerrelevanter Unternehmensdaten gegenüber der Öffentlichkeit zu verpflichten, wird auf den Weltmärkten erhebliche Wettbewerbsnachteile für die deutsche Wirtschaft mit sich bringen“, sagt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts.

 

„Dass der Bundesfinanzminister nun die Debatte um die öffentliche länderspezifische Berichterstattung neu beleben will, erfüllt uns mit großer Sorge", so Bortenlänger weiter. In einem Tweet habe sich Bundesfinanzminister Scholz für einen deutschen Vorstoß bei der länderspezifischen Berichterstattung (Public Country-by-Country-Reporting) auf europäischer Ebene ausgesprochen. Gemeinsam mit den anderen SPD-Bundesministern wolle sich Scholz innerhalb der Bundesregierung für ein öffentliches Country-by-Country-Reporting auf EU-Ebene stark machen. Sein Vorstoß hätte zur Folge, dass deutsche Unternehmen sensible länderspezifische Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen müssten. Dies würde eine Abkehr vom Grundsatz des Steuergeheimnisses in Deutschland bedeuten. 

 

Der Vorstoß scheiterte

 

Bereits 2016 habe die EU-Kommission vorgeschlagen, große multinationale Unternehmen in Europa zu verpflichten, länderspezifische Informationen über die im jeweiligen Land operierenden Unternehmenseinheiten detailliert für jedermann offenzulegen. Der Vorstoß eines Public Country-by-Country-Reportings scheiterte, weil die Regulierung zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen für die europäische Wirtschaft geführt hätte. Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz wandte sich noch im Jahr 2018 öffentlich gegen diesen Vorschlag. 

 

Negative Auswirkungen für Unternehmen und Arbeitsplätze

 

Damals wie heute gelte: Internationale Wettbewerber europäischer Unternehmen könnten aus den öffentlichen Berichten Rückschlüsse auf die Margen und die Geschäftspolitik der europäischen Mitbewerber ziehen. Ein öffentliches Country-by-Country-Reporting hätte damit extrem negative Auswirkungen für Unternehmen und Arbeitsplätze in Europa. 

 

International abgestimmte Vorgehensweise

 

„Statt nationaler oder europäischer Alleingänge brauchen wir eine international abgestimmte Vorgehensweise, damit letztlich keine einseitige Belastung europäischer Unternehmen droht“, so Bortenlänger. „Ein koordiniertes Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft auf OECD-Ebene ist daher essentiell. Der dort bereits verabschiedete Vorschlag einer Country-by-Country-Berichterstattung gegenüber den Steuerbehörden berücksichtigt das legitime Bedürfnis der Unternehmen nach Schutz ihrer Daten ebenso wie das Interesse der Staatengemeinschaft an einer Transparenz der Besteuerungsgrundlagen in effizienter Art und Weise. Eines öffentlichen Country-by-Country-Reporting bedarf es nicht.“ pm, dai

 

English version

 

Deutsches Aktieninstitut firmly rejects the introduction of public country-by-country reporting at EU level. The disclosure of sensitive company data puts German companies at a disadvantage in international competition. "The proposal to oblige companies to report tax-relevant company data to the public will put the German economy at a considerable competitive disadvantage on world markets," says Christine Bortenlänger, Managing Director of Deutsches Aktieninstitut.

 

"We are very concerned that the Federal Minister of Finance now wants to revive the debate on public country-specific reporting," continued Bortenlänger. In a tweet, Federal Finance Minister Scholz spoke out in favour of a German approach to country-specific reporting (public country-by-country reporting) at the European level. Together with the other SPD federal ministers, Scholz wanted to work within the federal government for public country-by-country reporting at EU level. His initiative would mean that German companies would have to make sensitive country-specific information available to the public. This would mean a departure from the principle of tax secrecy in Germany. 

 

The attempt failed

 

As early as 2016, the EU Commission had proposed that large multinational companies in Europe should be obliged to disclose country-specific information about the business units operating in the respective country to everyone in detail. The idea of public country-by-country reporting failed because the regulation would have led to considerable distortions of competition for the European economy. Federal Finance Minister Olaf Scholz also publicly opposed this proposal in 2018. 

 

Negative consequences for companies and jobs

 

Then as now: International competitors of European companies could draw conclusions from the public reports about the margins and business policies of European competitors. Public country-by-country reporting would thus have extremely negative effects on companies and jobs in Europe. 

 

Internationally coordinated approach

 

"Instead of national or European solo efforts, we need an internationally coordinated approach so that European companies are not threatened by a one-sided burden," said Bortenlänger. "A coordinated approach by the international community at OECD level is therefore essential. The proposal for country-by-country reporting to the tax authorities already adopted there takes into account the legitimate need of companies for the protection of their data as well as the interest of the international community in transparency of the tax bases in an efficient manner. There is no need for public country-by-country reporting". pm, dai

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