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Jedes fünfte Kind ist in Deutschland armutsgefährdet

Jedem dritten Alleinerziehenden (31,1 Prozent) fehlte vergangenes Jahr das Geld, um mit dem Kind oder den Kindern eine Woche Urlaub zu machen. Der Anteil lag doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes und von Eurostat hervor, die die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann zum Weltkindertag an diesem Freitag ausgewertet hat und die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegen. 

 

Laut Statistischem Bundesamt lag der Anteil von Minderjährigen aus Haushalten, die über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen (armutsgefährdet), vor zehn Jahren bei 18,7 Prozent, also niedriger als heute. Gegenüber 2017 ist die Armutsgefährdung um 0,3 Prozentpunkte zurückgegangen. 

Besonders schwer haben es Alleinerziehende. Mehr als jeder Zehnte von ihnen (10,6 Prozent) konnte sich den Eurostat-Daten zufolge 2018 nicht jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Geflügel oder Fisch oder eine entsprechende vegetarische Mahlzeit leisten.

 

Die Leistungen für Kinder müssen erhöht werden

 

Insgesamt betraf dies nur 6,9 Prozent. 10,8 Prozent der Alleinstehenden mit Kindern unter 18 Jahren waren verschuldet, gegenüber 4,8 Prozent in der Gesamtbevölkerung. "Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind", sagte Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann der "NOZ". "Die Leistungen für Kinder müssen erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden."

 

Kinderarmut geht zurück auf die Armut der Eltern

 

Kinderarmut gehe immer zurück auf die Armut der Eltern, sagte die Abgeordnete weiter. "Wir brauchen Löhne, von denen man leben und seine Familie ernähren kann. Prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs muss zurückgedrängt, der Mindestlohn auf 12 Euro erhöht werden", forderte sie. Notwendig seien auch bessere Kinderbetreuungsangebote, insbesondere in den sogenannten Randzeiten. "Alleinerziehende haben es am Arbeitsmarkt besonders schwer. Viele Arbeitgeber hegen Vorurteile hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit", beklagte Zimmermann. pm, ots

 

English version

 

In Germany, children are more often affected by poverty than adults. One child in five (20.1 percent) was considered to be at risk of poverty in 2018, while the population average was 15.5 percent. Every third single parent (31.1 percent) lacked the money last year to take a week off with the child or children. The proportion was twice as high as in the total population. This is shown by figures from the Federal Statistical Office and Eurostat, which left-wing member Sabine Zimmermann evaluated on World Children's Day this Friday and which are available to the "Neue Osnabrücker Zeitung". 

 

According to the Federal Statistical Office, the proportion of minors from households with less than 60 percent of the average income (at risk of poverty) was 18.7 percent ten years ago, i.e. lower than today. Compared to 2017, the risk of poverty has decreased by 0.3 percentage points. 

Single parents have a particularly hard time. According to Eurostat data, more than one in ten of them (10.6 percent) could not afford a meal with meat, poultry or fish or a corresponding vegetarian meal every other day in 2018.

 

Benefits for children need to be increased

 

In total, this was only 6.9 percent. 10.8 per cent of single people with children under the age of 18 were in debt, compared with 4.8 per cent of the total population. "For one of the richest countries on earth it is shameful that so many children are affected by financial problems," said left-wing social expert Sabine Zimmermann of the "NOZ". "The benefits for children must be increased and an independent basic child safety device must be introduced.

 

Child poverty goes back to parents' poverty

 

Child poverty always goes back to the poverty of the parents, the deputy continued. "We need wages from which we can live and feed our families. Precarious employment such as temporary work, part-time work and mini-jobs must be reduced and the minimum wage raised to 12 euros," she demanded. There is also a need for better childcare services, especially in the so-called marginal periods. "Single parents have a particularly hard time on the labour market. Many employers have prejudices about their availability," Zimmermann complained. pm, ots, mei

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