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Klimaexperte: Klimaschutzpaket darf keine Mogelpackung werden

"Die Bepreisung von CO2 ist der entscheidende Hebel, um den Klimagasausstoß wirklich zu senken. Dass sich die Große Koalition auf ein hinreichend konkretes Modell einigt, ist noch nicht zu erkennen", sagte der Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

 

Notwendig sei ein System mit einem Mindest- und einem Höchstpreis pro Tonne CO2 und klare Mechanismen für den Fall, dass die Obergrenze überschritten werde. "Wenn der Höchstpreis greift und sich die Generierung für zusätzliche CO2-Zertifikate auf das Pflanzen von Bäumen beschränkt, würde das Ganze zum zahnlosen Tiger", warnte Pahle, Co-Autor eines Sondergutachtens für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Die Regierung darf sich nicht in Einzelmaßnahmen verfransen. Höhere Prämien für den Kauf von Elektroautos, eine Abwrackprämie für Ölheizungen oder Aufforstungen können die Einführung eines CO2-Preises sinnvoll flankieren, aber nicht ersetzen", so Pahle weiter.

 

Klimaschutzpaket, das nichts kostet, wirkt nicht

 

"Ein Klimaschutzpaket, das unter dem Strich niemanden etwas kosten würde, kann nicht wirken." Es müsse gelingen, einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen, sagte der Wissenschaftler. "SUV-Bashing und Flug-Scham sind Wörter der Stunde, helfen aber auch nicht weiter." Der Experte betonte Deutschlands internationale Verantwortung. "Deutschland ist aktuell kein Vorreiter mehr beim Klimaschutz. Dennoch gilt: Die Welt schaut auf uns", sagte er. "Wenn es gelingt, eine Politik umzusetzen, die CO2 umfassend und kostengünstig vermeidet und dafür einen klaren langfristigen Plan verfolgt, dann können andere Länder daraus etwas lernen. Dann kann von Berlin eine Signalwirkung ausgehen, dann wird es Nachahmer geben. Deswegen ist es so wichtig, dass das Klimapaket nicht in den Sand gesetzt wird." pm, ots

 

English version

 

Climate expert Michael Pahle warned against a deceptive package before the last negotiations of the federal government about a climate protection package. "The pricing of CO2 is the decisive lever for really reducing greenhouse gas emissions. It is not yet clear that the Grand Coalition will agree on a sufficiently concrete model," the researcher from the Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) told the "Neue Osnabrücker Zeitung".

 

A system with a minimum and a maximum price per ton CO2 and clear mechanisms for the case that the upper limit is exceeded is necessary. "If the maximum price takes effect and the generation of additional CO2 certificates is limited to planting trees, the whole thing would become a toothless tiger," warned Pahle, co-author of a special report for Chancellor Angela Merkel (CDU). "The government must not become frayed in individual measures. Higher premiums for the purchase of electric cars, a scrappage premium for oil heating systems or afforestation can usefully accompany, but not replace, the introduction of a CO2 price," continued Pahle.

 

Climate protection package that costs nothing does not work

 

"A climate package that wouldn't cost anyone anything bottom line can't work." It must be possible to reach a social consensus, the scientist said. "SUV bashing and flight shame are words of the hour, but they don't help either. The expert stressed Germany's international responsibility. "Germany is currently no longer a pioneer in climate protection. Nevertheless, the world is watching us," he said. "If we succeed in implementing a policy that avoids CO2 comprehensively and cost-effectively and pursues a clear long-term plan to do so, then other countries can learn something from it. Then Berlin can send out a signal, and there will be imitators. That is why it is so important that the climate package is not thrown in the sand." pm, ots

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