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Grünen-Chef übt Kritik am Klimapaket und will eine Investitionsoffensive

Das sagte Habeck der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die große Koalition wende sich mit ihren Beschlüssen von den Pariser Klimazielen ab. Der von der Regierung geplante CO2-Preis sei "kein Preissignal, sondern wieder nur pillepalle", sagte Habeck.

 

"Er kommt zu spät und ist mit drei Cent pro Liter Benzin als Einstieg viel zu schwach", kritisierte Habeck. Richtig wäre es zudem, wenn die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung vollständig an die Menschen zurückgegeben würden. "Aber jetzt kommt nicht mal der vollständige soziale Ausgleich, sondern nur 70 Cent Strompreissenkung pro Monat für eine Durchschnittsfamilie - und mehr Geld für gut verdienende Pendler", sagte Habeck. Zudem werde der Windkraftausbau wegen der weiten Abstandsregelung zur Bebauung "faktisch unmöglich". Habeck: "Damit würgt die Bundesregierung eine Zukunftsbranche ab."

 

Habeck fordert eine staatliche Investitionsoffensive

 

Unterdessen fordert Habeck eine staatliche Investitionsoffensive, um unter anderem der Konjunkturschwäche zu trotzen. "Die gesamte Koalition hat nicht verstanden, welch enormen Investitionsbedarf es in diesem Land gibt, schon ohne Klimaschutz - und mit Klimaschutz erst recht", sagte Habeck der Zeitung. "Und sie verkennt genauso die Chancen, die sich aus einer Investitionsoffensive ergeben, gerade in Zeiten wie diesen", sagte Habeck. Mit einer Investitionsoffensive ließe sich auch die gegenwärtige Konjunktureinbruch abbremsen.

 

Krise trifft Europa in einem "erbärmlich schlechten Zustand"

 

"Wir können zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir müssen für Klimaschutz die Wirtschaft modernisieren, die öffentliche Infrastruktur stärken - Schienenverkehr, Öffentlicher Nahverkehr, Ladesäuleninfrastruktur. Gleichzeitig laufen wir in eine konjunkturelle Krise rein, die Europa in einem erbärmlich schlechten Zustand trifft", sagte Habeck. Da die Möglichkeiten der Geldpolitik, mit niedrigen Zinsen gegenzusteuern, aufgezehrt seien, sei es jetzt Aufgabe des Staates, massiv zu investieren.

 

Die Schuldenbremse muss gelockert werden

 

Habeck fordert auch eine Änderung des Grundgesetzes mit dem Ziel, die Schuldenbremse zu lockern. "Aus ökonomischer Vernunft sollten wir die Schuldenbremse an die europäischen Vorgaben anpassen", sagte Habeck. Damit sinke die Verschuldung weiter, aber man schaffe einen Spielraum von bis zu 35 Milliarden Euro. "Diese Mittel sollen in einen überjährigen Investitionsfonds fließen, aus dem zum Beispiel die Klimaschutz-Maßnahmen wie etwa die Rettung der Wälder bezahlt werden, die keine eigenen Einnahmen bringen."

 

 Festklammern an falsche Versprechungen

 

Habeck erklärte weiter: "Um diesen Fonds abzusichern, bräuchte es eine Änderung des Grundgesetzes." Eine ehrliche Reform der Schuldenbremse verbunden mit einer Investitionspflicht sei ihm allemal lieber als das Festklammern am falschen Versprechen der Schwarzen Null. Habeck verwies auch darauf, dass Deutschland heute schon wegen fehlender Investitionen auf Verschleiß fahre. pm, ots, mei

 

English version

 

Green Party leader Robert Habeck has massively criticized the federal government's climate package. "I am horrified by the cold-heartedness with which the federal government refuses to change its climate policy," Habeck said. Habeck told the "Rheinische Post" in Düsseldorf. The grand coalition is turning away from the Paris climate targets with its decisions. The CO2 price planned by the government is "no price signal, but only pillepalle", Habeck said.

 

"It comes too late and is much too weak with three cents per litre of gasoline as an introduction", Habeck criticized. It would also be correct if the revenues from CO2 pricing were completely returned to the people. "But now comes not even the complete social compensation, but only 70 cent electricity price reduction per month for an average family - and more money for well earning commuters, said Habeck. In addition, the expansion of wind power would be "de facto impossible" due to the wide distance regulation for building development. Habeck: "The federal government is strangling an industry of the future".

 

Habeck demands a state investment offensive

 

Meanwhile, Habeck is calling for a state investment offensive to defy the economic weakness, among other things. "The entire coalition has not understood what an enormous investment need there is in this country, even without climate protection - and even more so with climate protection", Habeck told the newspaper. "And it also misjudges the opportunities arising from an investment offensive, especially in times like these," Habeck said. An investment offensive could also slow down the current economic downturn.

 

Crisis hits Europe in a "wretchedly bad condition

 

"We can kill two birds with one stone. To protect the climate, we must modernise the economy and strengthen the public infrastructure - rail transport, local public transport and charging station infrastructure. At the same time, we are entering an economic crisis that is hitting Europe in a miserably poor condition," Habeck said. Since the possibilities of monetary policy to counteract this with low interest rates have been exhausted, it is now the task of the state to invest massively.

 

The debt brake must be loosened

 

Habeck also demands an amendment to the Basic Law with the goal of loosening the debt brake. "From an economic point of view, we should adjust the debt brake to the European requirements", Habeck said. This would further reduce the debt, but would create a leeway of up to 35 billion euros. "These funds are to flow into a long-term investment fund from which, for example, climate protection measures such as saving the forests, which do not generate any income of their own, will be paid.

 

 Clinging to false promises

 

Habeck went on to explain: "In order to secure this fund, it would be necessary to amend the Basic Law." An honest reform of the debt brake combined with an investment obligation was always preferable to him than clinging to the false promise of the black zero. Habeck also pointed out that Germany is already experiencing wear and tear today due to a lack of investment. pm, ots, mei

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