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Vielen Unternehmen fehlt eine Strategie für eine digitale Ethik

Noch kritischer schätzen die Unternehmen ihren allgemeinen Stand der Digitalisierung ein - nur 33 Prozent geben sich gute Noten. Ausgesprochen zufrieden sind die Entscheider dagegen mit ihrer Aufstellung hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit, wie 82 Prozent bestätigen.

 

Das sind zentrale Ergebnisse einer Erhebung zum Thema "Digitale Ethik" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 300 Unternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern befragt wurden. 

"Selbst bei den Unternehmen, die sich positiv bewerten, liegt der Fokus noch zu stark auf dem Schwerpunkt Datenschutz und der technischen Umsetzung der Digitalisierung. Den meisten Unternehmen fehlt eine ganzheitliche Sichtweise auf das Thema digitale Ethik. Sie unterschätzen, wie wichtig es für die Etablierung neuer digitaler Geschäftsmodelle ist, Vertrauen in die ethischen Standards bei Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern aufzubauen", sagt Robert Paffen, Risk Consulting Leader bei PwC Europe und PwC Deutschland. "Eine erfolgreiche Transformation setzt voraus, dass Unternehmen Leitlinien formulieren, die es ermöglichen, Technologien nach hohen ethischen Standards zu entwickeln. Das heißt etwa, dass sie nicht diskriminieren, den Datenschutz sowie die Privatsphäre sichern und zum Wohl von Menschen beitragen." 

 

Die größten Hürden: Mangelnde Kompetenz, fehlendes Bewusstsein 

 

Wie gut Unternehmen im Bereich digitale Ethik abschneiden, ist aber auch branchenabhängig. So stuft sich etwa die Pharmaindustrie, traditionell eine stark regulierte Branche, als gut aufgestellt ein, wie 74 Prozent der Befragten bestätigten. Schlusslicht ist hingegen die Konsumgüterbranche mit lediglich 42 Prozent Zustimmung. Die größten Herausforderungen sehen die Unternehmen darin, dass ihnen das Personal mit den entsprechenden Kompetenzen fehlt (56 Prozent) und dass es innerhalb der Organisation an Bewusstsein für die Bedeutung des Themas mangelt (51 Prozent). "Daran müssen Unternehmen dringend arbeiten. Firmen, die verantwortungsbewusst mit der Digitalisierung umgehen, treiben aktiv ihren Wandel voran. Sie verbessern die Beziehungen zu Kunden und anderen Stakeholdern. Das hat direkte Auswirkungen auf die Qualität der Produkte und Services. Denn: Kunden, die vertrauen, verhalten sich loyaler und sind eher bereit, Informationen zu teilen", so Daniela Hanauer, Partnerin und Expertin für das Thema Risk Consulting bei PwC Deutschland. 

 

Digitale Ethik ist Aufgabe der Führungsebene 

 

Dass digitale Ethik direkten Einfluss auf das eigene Unternehmen hat, sehen die Befragten durchaus. So wirkt sich Digitalethik etwa bereits auf den Umgang mit sensiblen Informationen wie Mitarbeiter- oder Kundendaten (85 Prozent) und die IT-Sicherheit (78 Prozent) aus. Immerhin 62 Prozent bestätigen einen Einfluss auf die Unternehmenskultur, und 59 Prozent beziehen Fragen der digitalen Verantwortung auch bei strategischen Entscheidungen ein. Den Wert der Transparenz gegenüber Mitarbeitern, Kunden und anderen Stakeholdern bekräftigen 59 Prozent der Entscheider. 

 

Innerhalb der Organisation hoch angesiedelt

 

Zu dieser Einschätzung passt auch, dass das Thema innerhalb der Organisation hoch angesiedelt ist: Mit digitaler Verantwortung befasst sich vor allem die Führung auf C-Level, wie 59 Prozent der Befragten bestätigen. Einen speziellen Beauftragten für digitale Ethik haben bisher allerdings nur 19 Prozent der Unternehmen eingestellt. 

 

Die Unternehmen verkennen Chancen und Risiken einer umfassenden digitalen Ethik 

 

Obwohl die Unternehmen die Relevanz der digitalen Ethik erkennen, agieren sie bislang in der Praxis eher zögerlich. Die Mehrheit setzt zwar die Richtlinie zum Datenschutz und Umgang mit personenbezogenen Daten um (78 Prozent) und hat Richtlinien zur Transparenz im Hinblick auf digitale Themen formuliert (57 Prozent). "Wenn Unternehmen allerdings wirklich Risiken minimieren und sich Wettbewerbsvorteile verschaffen wollen, brauchen sie eine umfassende Strategie zum verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien", sagt Paffen. Doch genau die fehlt den meisten Unternehmen: Lediglich 24 Prozent verfügen über ausformulierte Standards zu Fragen der digitalen Ethik, die als Leitplanke bei Unternehmensentscheidungen dienen können, und ein ebenso geringer Anteil hat eine ausformulierte Digitalstrategie mit Ausführungen zur digitalen Verantwortung. Wenn es um die Einhaltung der Regelungen geht, vertrauen 75 Prozent darauf, dass die Mitarbeiter Verstöße melden können. 67 Prozent setzen auf Anlagen zum Arbeitsvertrag und 54 Prozent auf interne Schulungen. 

 

Den größten Einfluss hat der Gesetzgeber 

 

Unternehmen, die gegen ethische Grundsätze verstoßen, laufen Gefahr Kunden - und damit Marktanteile - sowie Mitarbeiter zu verlieren. Den größten Einfluss bei der Etablierung eines digitalen Wertegerüstes hat dennoch der Gesetzgeber, das bestätigen 73 Prozent der Unternehmen. Erst an zweiter Stelle nehmen Kunden (68 Prozent), an dritter Stelle Mitarbeiter (60 Prozent) Einfluss. "Die Bundesregierung ist bereits im Bereich der digitalen Ethik aktiv und hat eine Kommission installiert. Doch das entbindet Unternehmen keinesfalls von der Aufgabe, eigene Regeln und Standards zum verantwortungsvollen Umgang mit der Digitalisierung zu erstellen", sagt Daniela Hanauer.

pm, ots

 

English version

 

According to analysts, digital ethics is one of the top technology topics of 2019 - but the trend has not yet arrived in many German companies: Only every second company considers itself to be well or very well positioned when it comes to digital responsibility. Companies are even more critical of their general level of digitization - only 33 percent give themselves good marks. On the other hand, the decision-makers are extremely satisfied with their position with regard to data protection and data security, as 82 percent confirm.

 

These are the key findings of a survey on "Digital Ethics" conducted by the auditing and consulting firm PwC, for which 300 companies with more than 50 employees were surveyed. 

"Even among those companies that rate themselves positively, the focus is still too much on data protection and the technical implementation of digitization. Most companies lack a holistic view of the topic of digital ethics. They underestimate how important it is for the establishment of new digital business models to build trust in ethical standards among customers, employees and business partners," says Robert Paffen, Risk Consulting Leader at PwC Europe and PwC Germany. "Successful transformation requires companies to formulate guidelines that enable technologies to be developed to high ethical standards. This means, for example, that they do not discriminate, safeguard data protection and privacy and contribute to the well-being of people. 

 

The biggest hurdles: Lack of competence, lack of awareness 

 

However, how well companies perform in the field of digital ethics also depends on the sector. For example, the pharmaceutical industry, traditionally a highly regulated industry, is well positioned, as 74 percent of respondents confirmed. The consumer goods industry, on the other hand, is at the bottom of the league with only 42 percent approval. Companies see the greatest challenges in the lack of personnel with the appropriate skills (56 percent) and the lack of awareness within the organization of the importance of the topic (51 percent) as the greatest challenges. "Companies urgently need to work on this. Companies that take a responsible approach to digitisation are actively driving change. They improve relationships with customers and other stakeholders. This has a direct impact on the quality of products and services. Because: Clients who trust are more loyal and more willing to share information," says Daniela Hanauer, partner and expert for risk consulting at PwC Germany. 

 

Digital ethics is the task of the management level 

 

The interviewees see that digital ethics has a direct influence on their own company. For example, digital ethics already has an impact on the handling of sensitive information such as employee or customer data (85 percent) and IT security (78 percent). A good 62 percent confirm an influence on corporate culture, and 59 percent include questions of digital responsibility in strategic decisions. 59 percent of decision-makers confirm the value of transparency towards employees, customers and other stakeholders. 

 

Highly placed within the organization

 

This assessment also fits in with the fact that the topic is highly regarded within the organisation: digital responsibility is primarily dealt with by management at C level, as 59 percent of respondents confirm. However, only 19 percent of companies have hired a special representative for digital ethics. 

 

Companies fail to recognize the opportunities and risks of comprehensive digital ethics 

 

Although companies recognise the relevance of digital ethics, they have been hesitant in practice so far. The majority implement the directive on data protection and handling of personal data (78 percent) and have formulated guidelines on transparency with regard to digital topics (57 percent). "However, if companies really want to minimize risks and gain a competitive edge, they need a comprehensive strategy for responsible use of new technologies," says Paffen. But that's exactly what most companies lack: Only 24 percent have formulated standards on questions of digital ethics that can serve as a guard rail for corporate decisions, and just as few have a formulated digital strategy with explanations on digital responsibility. When it comes to compliance, 75 percent trust employees to be able to report violations. 67 percent rely on annexes to the employment contract and 54 percent on internal training. 

 

Legislation has the greatest influence 

 

Companies that violate ethical principles run the risk of losing customers - and thus market shares - as well as employees. Nevertheless, 73 percent of companies confirm that the legislator has the greatest influence on establishing a digital value framework. In second place are customers (68 percent) and employees (60 percent). "The Federal Government is already active in the field of digital ethics and has set up a commission. But this in no way relieves companies of the task of creating their own rules and standards for responsible handling of digitization," says Daniela Hanauer. pm, ots, mei

 

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