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Wirtschaftsinstituts-Chef fordert höhere Rente für Geringsverdiener

 Fratzscher sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Menschen mit geringeren Einkommen sollten bei den Rentenanwartschaften durch eine Aufwertung ihrer Einzahlungen systematisch bessergestellt werden. Fast alle anderen Industrieländer machen das. Und das ist richtig so."

 

Es könne nicht sein, dass viele Menschen in der Rente eine negative Rendite hätten. "Sie bekommen weniger Geld heraus, als sie über die vergangenen drei, vier Jahrzehnte eingezahlt haben." Fratzscher betonte, es könne nicht beim jetzigen Äquivalenzprinzip bleiben. "In der Theorie soll in der gesetzlichen Rentenversicherung einen Euro herausbekommen, wer einen Euro eingezahlt hat. Wir wissen aber, dass die Lebenserwartung je nach Ausbildung, Einkommen, sozialer Stellung und anderen Faktoren sehr unterschiedlich ist. Und wer zehn Jahre früher stirbt, bekommt dementsprechend weniger Rente." Es brauche also eine grundlegende Rentenreform nicht nur für einen Teil der Rentner, sondern für alle. Das Äquivalenzprinzip bleibe grundsätzlich richtig, man müsse es aber verändern und besser ausgestalten. 

 

Viele Menschen. kommen nicht auf die 35 Beitragsjahre

 

Der DIW-Chef bekräftigte zugleich die Kritik seines Instituts an den bisherigen Plänen für eine Grundrente: Sie sei ein Schritt in die richtige Richtung, es gebe aber zwei Probleme: "Einmal könnten auch Leute profitieren, die das Geld nicht unbedingt brauchen, Stichwort Bedürftigkeits- oder Einkommensprüfung. Das zweite große Problem ist, dass viele Menschen gar nicht auf die geforderten 35 Beitragsjahre kommen. Da muss die Politik Lösungen finden." 

Eine hochrangig besetzte Arbeitsgruppe von CDU und SPD war am Freitag in den Beratungen über die Grundrente ohne eine Einigung auseinandergegangen. Umstritten ist zwischen den Koalitionspartnern vor allem die Frage einer Bedürftigkeitsprüfung. pm, ots

 

English version

 

Marcel Fratzscher, President of the German Institute for Economic Research (DIW), calls not only for solutions to the dispute over basic pensions, but also for an "even bigger pension reform".  Fratzscher told the "Neue Osnabrücker Zeitung": "People with lower incomes should be systematically better off with pension entitlements by upgrading their payments. Almost all other industrialised countries are doing this. And that's right."

 

It could not be that many people in retirement would have a negative return. "They get out less money than they have paid in over the past three or four decades." Fratzscher stressed that the current equivalence principle could not be retained. "In theory, one euro should be paid into the statutory pension insurance scheme by those who have paid in one euro. However, we know that life expectancy varies greatly depending on education, income, social status and other factors. And those who die ten years earlier receive a correspondingly lower pension." A fundamental pension reform is needed not only for some pensioners, but for all. The principle of equivalence would remain fundamentally correct, but it would have to be changed and better developed. 

 

Many people don't get to the 35 contribution years.

 

At the same time, the DIW boss reiterated his institute's criticism of the current plans for a basic pension: it is a step in the right direction, but there are two problems: "One could also benefit people who do not necessarily need the money, keyword need or income test. The second big problem is that many people do not get to the required 35 contribution years at all. The politicians have to find solutions." 

A high-ranking working group of CDU and SPD had split up on Friday in the discussions about the basic pension without an agreement. The main controversy between the coalition partners is the question of a means test.

pm, ots

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