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Halle-Anschlag: Radikalisierung in weiten Teilen der Gesellschaft

"Der Antisemitismus ist im Rechtsextremismus ein Kernelement. Wenn sich die Szene radikalisiert und seit 2015 die Parole ausgibt, sich in den Widerstand zu bewegen, dann war es zu erwarten, dass der Antisemitismus als ein einigendes Element auch immer hasserfüllter und aktionsorientierter wird", erklärte der Forscher gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

 

Die Tat und der Ablauf zeigten, "wie professionell die Radikalisierung verlaufen kann", so der der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld: "Dazu gehörten Waffen- und Uniformbeschaffung, die Produktion von Ideologien und Videos." 

Bei Juden in Deutschland müsse man von einem "immensen Bedrohungsgefühl" ausgehen, erläuterte Zick mit Verweis auf eine Befragung von 500 jüdischen Menschen im Sommer 2016. "Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was jüdische Menschen im Alltag erleben", fügte er hinzu. Für sie sei es nun wichtig, "sichtbare Sicherheit und Solidarität" zu erleben. "Sie müssen sehen können, dass der Antisemitismus nicht als Ausnahme, ungewünschte Abweichung oder Krankheit beurteilt wird", betonte Zick. 

 

Zusammenarbeit zwischen Politik und Forschung

 

Um Rechtsextremismus und Antisemitismus zu bekämpfen, sprach sich Zick für eine Zusammenarbeit zwischen Politik und Forschung aus: "Ich würde zu einer genauen Fallanalyse raten, die nicht nur kurz in Behörden abläuft, sondern systematisch mit der Frage einhergeht, wie jene, die präventiv agieren können, sich besser miteinander verbinden können." Die Politik müsse Beratung und Begleitung einholen: "Dass es ohne die Forschung nicht weitergeht, sollte allen klar sein." pm, ots

 

English version

 

For conflict researcher Andreas Zick, Halle's action came as no surprise, as research has been observing radicalisation in large parts of society for more than five years. "Anti-Semitism is a core element of right-wing extremism. If the scene becomes more radical and since 2015 has been saying that it wants to join the resistance, then it was to be expected that anti-Semitism, as a unifying element, would become increasingly hateful and action-oriented," the researcher told the "Neue Osnabrücker Zeitung".

 

The act and the course of events showed "how professionally radicalization can take place," said the director of the Institute for Interdisciplinary Research on Conflict and Violence at the University of Bielefeld: "This included the procurement of weapons and uniforms, the production of ideologies and videos. 

Zick explained, referring to a survey of 500 Jewish people in the summer of 2016, that Jews in Germany must be regarded as "immensely threatened": "Many people cannot imagine what Jewish people experience in everyday life," he added. It is now important for them to experience "visible security and solidarity". "They must be able to see that anti-Semitism is not seen as an exception, unwanted deviation or illness," Zick stressed. 

 

Cooperation between politics and research

 

In order to combat right-wing extremism and anti-Semitism, Zick advocated cooperation between politics and research: "I would recommend a precise case analysis that would not only be brief in authorities, but would systematically be accompanied by the question of how those who can act preventively can better connect with one another. Politicians must seek advice and support: "It should be clear to everyone that things cannot continue without research". pm, ots, mei

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