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Bund plant schnelles Baurecht für ausgewählte Projekte

Eine entsprechende Reform kündigte Scheuers Staatssekretär Enak Ferlemann laut einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein in Berlin an. "Wir wollen damit im Dezember ins Bundeskabinett", sagte Ferlemann und betonte, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Pläne unterstütze. 

 

Testen will Scheuer das Bauen per Gesetz zunächst an sechs Ausbauprojekten - fünf auf dem Wasser und einem auf der Schiene. So sollen laut Ferlemann die Vertiefung des Nord-Ostsee-Kanals und die Erweiterung des Wesel-Datteln-Kanals ebenso vom Bundestag genehmigt werden wie die Vertiefung von Unter- und Außenweser, Mittelrhein und Untermain. Zudem soll der zweigleisige Ausbau der Marschbahnstrecke vor und auf der Insel Sylt gesetzlich beschlossen werden. "Wir wollen mal sehen, ob das so schneller geht", sagte CDU-Politiker Ferlemann. 

 

Planung per Gesetz könnte für mehr Tempo sorgen

 

Die Planung per Gesetz könnte deshalb für mehr Tempo sorgen, weil keine langen und oft mehrstufigen Klageverfahren gegen eine Baugenehmigung mehr möglich wären. Einziger Weg zur Verhinderung eines Projekts wäre dann eine Klage gegen das vom Bundestag beschlossene Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht. Die aber können nur die Bundes- oder eine Landesregierung oder ein Viertel der Abgeordneten beantragen, nicht Bürger oder Verbände. Dänemark etwa hat per Gesetz den Fehmarnbelt-Tunnel viel schneller geplant als Deutschland, wo er noch immer nicht genehmigt ist. 

 

Zuständigkeiten von Legislative und Exekutive werden vermischt

 

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz begrüßte die Ankündigung eines Baugesetzes für die Marschbahn nach Sylt. Er gab aber zu bedenken, dass das Bundesverfassungsgericht eine generelle Planung per Gesetz für grundgesetzwidrig erklärt hat, weil so Zuständigkeiten von Legislative und Exekutive unzulässig vermischt würden. Auch könne nicht jede Baumaßnahme per Gesetz genehmigt werden. "Aber für einige Projekte würde es gehen", sagte Ferlemann. pm, ots

 

English version

 

Federal Transport Minister Andreas Scheuer is striving for a revolution in German planning law: The CSU man no longer wants to have selected projects approved by the authorities through protracted planning approval procedures, but by a law of the Bundestag. According to a report in the "Neue Osnabrücker Zeitung", Scheuer's State Secretary Enak Ferlemann announced a corresponding reform at an event of the Schleswig-Holstein Chamber of Industry and Commerce in Berlin. "We want to enter the federal cabinet in December," said Ferlemann, emphasizing that Chancellor Angela Merkel also supported the plans. 

 

Scheuer wants to test the construction by law first on six expansion projects - five on water and one on rail. According to Ferlemann, the deepening of the Kiel Canal and the expansion of the Wesel-Datteln Canal will be approved by the Bundestag, as will the deepening of the Lower and Outer Weser, the Middle Rhine and the Lower Main. In addition, the double-track expansion of the marsh railway line in front of and on the island of Sylt is to be approved by law. "CDU politician Ferlemann said, "We want to see if this can be done faster. 

 

Planning by law could provide more speed

 

Planning by law could therefore provide for more speed because no long and often multi-stage legal proceedings against a building permit would be possible any longer. The only way to prevent a project would then be to bring an action before the Federal Constitutional Court against the law passed by the Bundestag. But they can only apply to the federal or state government or a quarter of the deputies, not citizens or associations. Denmark, for example, has planned the Fehmarnbelt tunnel by law much faster than Germany, where it has still not been approved. 

 

Legislative and executive powers are mixed up

 

Schleswig-Holstein's Minister of Transport Bernd Buchholz welcomed the announcement of a building law for the marsh railway to Sylt. He pointed out, however, that the Federal Constitutional Court had declared general planning contrary to the Basic Law by law, because it would inadmissibly mix the responsibilities of the legislative and executive branches. Also, not every building measure can be approved by law. "But it would work for some projects," Ferlemann said. pm, ots, mei

 

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