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Wahlen: In Thüringen steht das Regierungsbündnis auf der Kippe

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich aktuell folgende Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme jetzt auf 26 Prozent, die Linke auf 27 Prozent, die SPD auf 9 Prozent, die AfD auf 20 Prozent, die Grünen auf 8 Prozent und die FDP auf 5 Prozent. Die anderen Parteien lägen zusammen bei 5 Prozent.

 

Damit würde die amtierende Regierung aus Linke, SPD und Grünen ihre Mehrheit verlieren, aber auch eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen würde eine parlamentarische Mehrheit verfehlen. 

 

Scheitern der FDP ist nicht auszuschließen

 

Diese Projektionswerte geben aber lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Grundsätzlich sind bei diesen Werten auch die statistischen Fehlerbereiche von Umfragen zu berücksichtigen, weshalb ein Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde nicht auszuschließen ist. Darüber hinaus kann es bis zum Wahlsonntag für die verschiedenen Parteien durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge noch zu entscheidenden Veränderungen kommen. Zudem wissen zurzeit 38 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. Bei der letzten Landtagswahl 2014 war die CDU auf 33,5 Prozent gekommen, die Linke auf 28,2 Prozent, die SPD auf 12,4 Prozent, die AfD auf 10,6 Prozent, die Grünen auf 5,7 Prozent, die FDP auf 2,5 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 7,1 Prozent. 

 

Landes- und Bundespolitik 

 

Als wichtiger für ihre aktuelle Wahlabsicht nennen ähnlich wie vor fünf Jahren 60 Prozent die Landespolitik und 34 Prozent die Bundespolitik (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden: "weiß nicht"). 

Gewünschter Ministerpräsident: Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, sprechen sich 50 Prozent für Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) aus und 31 Prozent bevorzugen den CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring. Gegenüber dem Spitzenkandidaten der AfD, Björn Höcke, liegt Ramelow mit 76 Prozent zu 6 Prozent vorne. 

Spitzenpolitiker: Mit guten 2,0 auf der plus fünf/minus fünf Skala ist Bodo Ramelow (Linke) der beliebteste Politiker in Thüringen, gefolgt von Wolfgang Tiefensee (SPD) mit 1,6 und Mike Mohring (CDU) mit 1,2. Sehr negativ wird Björn Höcke (AfD) bewertet (minus 3,5). Auffällig ist hier vor allem, dass Bodo Ramelow in allen Parteianhängerlagern außer der AfD positive Beurteilungen erhält und umgekehrt Björn Höcke von allen Parteianhängergruppen außer der AfD extrem negativ bewertet wird. Selbst bei den AfD-Anhängern erhält Höcke lediglich einen Wert von 0,7. 

 

Zufriedenheit mit Regierung und Opposition 

 

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der einzelnen Parteien in der Regierung fällt unterschiedlich aus. Am besten wird die Linke mit einem Durchschnittswert von 0,9 auf der plus fünf/minus fünf Skala bewertet. Die SPD erhält 0,6 und die Grünen nur minus 0,1. Die Arbeit der CDU in der Opposition wird mit 0,7 beurteilt und die der AfD mit sehr negativen minus 2,8. Koalitionspräferenzen:  Grundsätzlich bevorzugen 44 Prozent eine von der CDU geführte Landesregierung und 42 Prozent eine durch die Linke geführte. Eine mögliche Koalition aus Linke, SPD und Grünen fänden 42 Prozent gut und 36 Prozent schlecht (egal: 18 Prozent). Eine Regierung aus CDU, SPD und Grünen fänden 36 Prozent gut und 38 Prozent schlecht (egal: 21 Prozent). 

Wichtigste Themen: Das wichtigste Thema in Thüringen ist mit 28 Prozent "Schule/Bildung". Danach folgen "Infrastruktur" (16 Prozent), "Umweltschutz/Klima" (13 Prozent), "AfD/Rechte" (11 Prozent) und "Flüchtlinge/Asyl" (10 Prozent). pm, ots

Bildrechte: ZDF/obs Fotograf: Forschungsgruppe Wahlen

 

English version

 

Just over a week before the state elections in Thuringia, it looks as if it might be difficult to find a majority after the elections: The left and CDU are almost equally strong, the AfD can double its share of the vote, the SPD and Greens are single-digit, and the FDP is threatened by the five-percent hurdle. If elections were held as early as next Sunday, the parties would have the following projections: The CDU would now come to 26 percent, the left to 27 percent, the SPD to 9 percent, the AfD to 20 percent, the Greens to 8 percent and the FDP to 5 percent. The other parties together would be 5 percent.

 

This would mean that the current government of the Left, SPD and Greens would lose their majority, but a government of CDU, SPD and Greens would also miss a parliamentary majority. 

 

 However, these projection values merely reflect the mood of the parties at the present time and do not represent a prognosis for the outcome of the elections. In principle, these values must also take into account the statistical error ranges of surveys, which is why a failure of the FDP at the five-percent hurdle cannot be ruled out. In addition, the various parties may still experience decisive changes until election Sunday as a result of different mobilization successes. In addition, 38 percent currently do not know for sure who or whether they want to vote. At the last state election in 2014, the CDU came to 33.5 percent, the left to 28.2 percent, the SPD to 12.4 percent, the AfD to 10.6 percent, the Greens to 5.7 percent, the FDP to 2.5 percent and the other parties together to 7.1 percent. 

 

State and federal politics 

 

Similar to five years ago, 60 percent cite state politics and 34 percent federal politics as being more important for their current election intentions (the remainder being 100 percent here and in the following: "don't know"). 

Desired prime minister: When asked who one would rather have as prime minister, 50 percent are in favor of Bodo Ramelow (left) and 31 percent prefer the CDU's top candidate Mike Mohring. Compared to the AfD's top candidate, Björn Höcke, Ramelow is ahead with 76 percent to 6 percent. 

Top politicians: With a good 2.0 on the plus five/minus five scale, Bodo Ramelow (left) is the most popular politician in Thuringia, followed by Wolfgang Tiefensee (SPD) with 1.6 and Mike Mohring (CDU) with 1.2. Björn Höcke (AfD) is rated very negative (minus 3.5). What is particularly striking here is that Bodo Ramelow receives positive ratings in all party trailer camps except AfD and, conversely, Björn Höcke receives extremely negative ratings from all party trailer groups except AfD. Even among the AfD supporters, Höcke receives only 0.7. 

 

Satisfaction with government and opposition 

 

Satisfaction with the work of the individual parties in the government varies. The left is best rated with an average of 0.9 on the plus five/minus five scale. The SPD receives 0.6 and the Greens only minus 0.1. The work of the CDU in the opposition is rated at 0.7 and that of the AfD at very negative minus 2.8. Coalition preferences:  In principle, 44 percent prefer a state government led by the CDU and 42 percent a government led by the left. A possible coalition of the Left, SPD and Greens would be good for 42 percent and bad for 36 percent (no matter: 18 percent). A government consisting of CDU, SPD and Greens would find 36 percent good and 38 percent bad (no matter: 21 percent). 

Most important topics: The most important topic in Thuringia with 28 percent is "school/education". This is followed by "infrastructure" (16 percent), "environmental protection/climate" (13 percent), "AfD/rights" (11 percent) and "refugees/asylum" (10 percent). pm, ots, mei

Image rights: ZDF/obs Photographer: Forschungsgruppe Wahlen

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