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Bei der Digitalisierung ist Deutschland abgehängt

"Deutschland ist die weltweit viertgrößte Volkswirtschaft, aber bei der Digitalisierung spielen wir nicht mehr vorne mit", sagte der Chef des IT-Branchenverbandes der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Viele digitale Vorzeigeprojekte wie die elektronische Gesundheitskarte seien mehr oder weniger gescheitert.

 

"Wir wollen flächendeckenden Mobilfunk, aber möglichst ohne Masten", kritisierte Berg. 1000 Genehmigungsverfahren für Funkmasten seien derzeit überfällig. "Es scheitert nicht unbedingt am politischen Willen, aber an Strukturen, die Deutschland bei der Digitalisierung an die analoge Kette legen", so der Verbandschef. Berg kritisierte auch das schleppende Vorgehen der Verwaltung. "Beim E-Government gehören wir europaweit zu den Schlusslichtern und verlieren Jahr für Jahr an Boden, während Länder wie Dänemark, Österreich oder Litauen das Tempo vorgeben."

 

Versprechen wird nur in Teilen eingelöst

 

Deutschland wolle bis Ende 2022 alle 575 Verwaltungsdienstleistungen online zugänglich machen - und schon heute zeichne sich ab, dass dieses Versprechen nur in Teilen eingelöst würde. Der frühere Microsoft-Deutschland-Chef sieht jedoch auch die Unternehmen in der Verantwortung: "Die Wirtschaft hat ihren Anteil daran, dass uns Nationen wie die USA davonlaufen", sagte Berg. Die Pro-Kopf-Investitionen in IT lägen in den USA mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland und wüchsen dazu noch dreimal schneller. Um Deutschland zu einem "digitalen Antreiber" zu machen, brauche es eine konsistente Strategie Deutschlands. "Wir brauchen die volle Konzentration auf unsere spezifischen Stärken, wie die Automobilwirtschaft, vernetzte Industrieproduktion oder KI-Forschung, statt einer Ressourcenverteilung mit der Gießkanne", sagte Berg. pm, ots

 

English version

 

Bitkom President Achim Berg warned against an outsider role for Germany in digitisation before the start of the Federal Government's Digital Summit. "Germany is the world's fourth largest economy, but we are no longer at the forefront of digitisation," said the head of the IT industry association of the Düsseldorf "Rheinische Post". Many digital showcase projects such as the electronic health card have more or less failed.

 

"We want nationwide mobile communications, but if possible without masts," Berg criticized. 1000 approval procedures for radio masts are currently overdue. "It doesn't necessarily fail because of political will, but because of structures that put Germany on the analogue chain when it comes to digitisation," said the association's head. Berg also criticised the slowness of the administration. "In e-government, we are among the lowest in Europe and are losing ground year after year, while countries such as Denmark, Austria and Lithuania are setting the pace.

 

Promises only partially fulfilled

 

Germany wanted to make all 575 administrative services accessible online by the end of 2022 - and it was already becoming apparent today that this promise would only be fulfilled in part. The former head of Microsoft Germany, however, also sees the responsibility in companies: "The economy has its share in the fact that nations like the USA run away from us," said Berg. Per capita investment in IT in the USA would be more than twice as high as in Germany and would grow three times faster. In order to turn Germany into a "digital driving force", a consistent German strategy is needed. "We need to concentrate fully on our specific strengths, such as the automotive industry, networked industrial production or AI research, instead of distributing resources by watering can," said Berg.

pm, ots, mei

 

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