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Automatische Staatsbürgerschaft verbessert die Bildungschancen

Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts. „Die nach der Reform im Jahre 2000 geborenen Kinder besuchten häufiger einen Kindergarten. Ihre Deutschkenntnisse und ihre sozio-emotionale Entwicklung verbesserten sich schon vor der Grundschule. Darüber hinaus wurden direkt nach der Reform geborene Kinder mit Migrationshintergrund früher eingeschult und mussten in der Grundschule seltener eine Klasse wiederholen“, sagt Helmut Rainer, Leiter des ifo Zentrums für  Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik.

 

„Und nach der Reform Geborene erhielten eher eine Empfehlung für das Gymnasium und besuchten auch eher eines. Die automatische Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft hatte also vielfältige positive Auswirkungen auf die Bildungsintegration der betroffenen Kinder und konnte dazu beitragen, dass sich die Kluft zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund verringern konnte“, sagt Rainer. „Die Reform hat für Eltern mit Migrationshintergrund die Anreize gesetzt, verstärkt in das Humankapital ihrer Kinder zu investieren, da sich deren Berufs- und Karrierechancen durch den Besitz eines deutschen Passes langfristig verbessern.“

Für die Studie, die demnächst erscheint im Journal of Labor Economics,  wurden Daten ausgewertet aus den Schuleingangsuntersuchungen und Schulregisterdaten des Landes Schleswig-Holstein.

 

Deutschland ist weltweit das zweitgrößte Einwanderungsland

 

Ab dem 1. Januar 2000 erhielten Kinder ausländischer Eltern qua Geburt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft (Geburtsortprinzip). Zuvor wurden Kinder ab Geburt nur dann deutsche Staatsbürger, wenn mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft innehatte (Abstammungsprinzip).  Durch die Reform stieg unter Kindern mit Migrationshintergrund der Anteil jener dramatisch an, die von Geburt an den deutschen Pass besaßen.

Deutschland ist weltweit das zweitgrößte Einwanderungsland. Jede vierte hier lebende Person hat mittlerweile einen Migrationshintergrund.

Rainer stellt die Ergebnisse am Mittwoch auf einer Konferenz in der italienischen Abgeordnetenkammer in Rom vor. Dort wird aktuell ein Gesetzesentwurf diskutiert, der Kindern ausländischer Eltern die italienische Staatsbürgerschaft garantieren würde, sofern sie eine bestimmte Anzahl an Schuljahren erfolgreich in Italien absolviert haben. pm, ifo

 

English version

 

Automatic citizenship for children with a migrant background from birth in Germany has significantly improved their educational opportunities. This is the result of a study by the ifo Institute. "Children born after the reform in 2000 were more likely to attend kindergarten. Their knowledge of German and their socio-emotional development improved even before primary school. In addition, children born directly after the reform with a migration background started school earlier and had to repeat a class less often in primary school," says Helmut Rainer, head of the ifo Centre for Labour Market and Population Economics.

 

"And those born after the reform were more likely to receive a recommendation for grammar school and also more likely to attend one. The automatic acquisition of German citizenship thus had a variety of positive effects on the educational integration of the children concerned and helped to narrow the gap between children with and without a migration background," says Rainer. "The reform has created incentives for parents with a migrant background to invest more in their children's human capital, as their career prospects will improve in the long term by holding a German passport".

For the study, which will soon be published in the Journal of Labor Economics, data from the school entry examinations and school register data of the state of Schleswig-Holstein were evaluated.

 

Germany is the second largest immigration country in the world

 

From 1 January 2000, children of foreign parents were automatically granted German citizenship by birth (birthplace principle). Previously, children only became German citizens from birth if at least one parent held German citizenship (principle of descent).  As a result of the reform, the proportion of children with a migrant background who had German passports from birth increased dramatically.

Germany is the second largest immigration country in the world. Every fourth person living here now has a migration background.

Rainer will present the results on Wednesday at a conference at the Italian Chamber of Deputies in Rome. A draft law is currently being discussed there which would guarantee Italian citizenship to children of foreign parents who have successfully completed a certain number of school years in Italy. pm, ifo, mei

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