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Sozialverband kritisiert Halbzeitbilanz der GroKo scharf

 Das sagte Bauer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Die Koalition habe zwar viele Dinge auf den Weg gebracht, "vielfach wird aber nur an den Symptomen herumgedoktert, während man die Ursachen nicht anpackt". 

 

Zu den Ursachen der Wut zählte Bauer "niedrige Löhne, insbesondere in vielen sogenannten Frauenberufen, lange Phasen der Arbeitslosigkeit, in denen nicht in die Sozialversicherung eingezahlt wird, und Wohnungsnot". Hier seien "die entscheidenden Hebel, damit die Stimmung besser und nicht immer schlechter wird, damit die soziale Kluft kleiner und nicht größer wird".  Die Mitgliederzahl des Verbandes ist in diesem Jahr auf mehr als 600.000 gestiegen. "Das zeigt, dass der Bedarf nach Unterstützung wächst und wächst", erklärte Bauer. In Sozialberatungen äußerten zahllose Bürger den Eindruck, ihre Probleme würden nicht ernst genommen. "Das nimmt stark zu, und das mag dazu geführt haben, dass der rechte Rand so stark geworden ist, wie es in den Wahlergebnissen abzulesen ist", sagte der Verbandspräsident. 

 

Menschen bekommen nicht dass, was sie sich erhofft haben

 

Als "besonderes Ärgernis" identifizierte der SoVD, dass langjährige Sozialversicherungspflichtige nicht das bekämen, was sie sich erhofft hätten. Etwa wenn die Menschen trotz jahrelanger Arbeit beim Job-Verlust ganz schnell in Hartz IV abrutschten, dass ihr Vermögen beansprucht werde oder eine Rente herauskomme, die zum Leben nicht reiche und Grundsicherung beantragt werden müsse. "Das wird als diskriminierend und niederschmetternd wahrgenommen. Das wird als Skandal empfunden", berichtete der SoVD-Präsident. Vor diesem Hintergrund hätten die Grundrentenpläne der Regierung eine "große Bedeutung", der ewige Streit in der Großen Koalition sei aber "ein Trauerspiel" und erinnere "an alberne Pfänderspiele bei Kindergeburtstagen". 

 

Besorgt über starken Zulauf für Rechtspopulisten

 

"Sehr alarmiert" zeigt sich der Sozialverband über den starken Zulauf für Rechtspopulisten. "Ein Blick in die Programme der AfD zeigt, dass diese Truppe die sozialen Sicherungssysteme schwächen will. Dass sie trotzdem gerade von denen gewählt wird, die sich sozial benachteiligt und abgehängt fühlen, das ist ganz entsetzlich", sagte der SoVD-Präsident in der NOZ. "Ich verstehe nicht, warum die anderen Parteien diesen eklatanten Widerspruch nicht viel deutlicher machen. Hier ist ganz dringend Aufklärung notwendig." pm, ots

 

English version

 

The German Social Association (SoVD) has harshly criticized the positive mid-term results of the Grand Coalition. "The self-congratulation does not fit at all with the growing anger in the population, the feeling of more and more people being left behind and treated unfairly," said SoVD President Adolf Bauer. Bauer told the "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Although the coalition had set many things in motion, "in many cases, however, only the symptoms are tinkered with, while the causes are not tackled". 

 

Among the causes of the anger were Bauer's "low wages, especially in many so-called women's occupations, long periods of unemployment in which people are not paid into social insurance, and housing shortages". Here are "the decisive levers so that the mood is better and not always worse, so that the social divide becomes smaller and not bigger".  The number of members of the association has risen to more than 600,000 this year. "This shows that the need for support is growing and growing," explained Bauer. In social consultations, countless citizens expressed the impression that their problems were not being taken seriously. "This is increasing rapidly and may have led to the right-wing rand becoming as strong as the election results show," said the association president. 

 

People don't get what they hoped for.

 

The SoVD identified as a "particular nuisance" the fact that long-time social security payers did not get what they had hoped for. For example, if people, despite years of work, quickly slip into Hartz IV when they lose their job, that their assets are claimed or that a pension comes out that is not rich enough to live on and that basic security must be applied for. "This is perceived as discriminating and devastating. This is perceived as a scandal", the SoVD president reported. Against this background, the government's basic pension plans were of "great importance", but the eternal dispute in the Grand Coalition was "a tragedy" and "reminiscent of silly pledge games at children's birthdays". 

 

Concerned about strong influx of right-wing populists

 

The social association is "very alarmed" about the strong influx of right-wing populists. "A look at the AfD's programmes shows that this force wants to weaken the social security systems. The fact that it is nevertheless elected by those who feel socially disadvantaged and dependent is quite appalling," said the SoVD president in the NOZ. "I don't understand why the other parties don't make this blatant contradiction much clearer. There is an urgent need for clarification." pm, ots, mei

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