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Die deutsche Konjunktur hat sich wieder stabilisiert

„Insbesondere sind die Warenexporte wieder gestiegen, nachdem sie im Quartal zuvor kräftig eingebrochen waren. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe in den Zielländern seit der Jahresmitte wieder verbessert hat, insbesondere in den Schwellenländern.“Gleichzeitig zeigten sich die deutsche Konsum- und die Baukonjunktur nach wie vor in robuster Verfassung, fügt Wollmershäuser hinzu.

 

Auch wenn sich der Beschäftigungsaufbau etwas verlangsamt habe, verzeichneten die privaten Haushalte hohe Einkommenszuwächse. „Neben spürbar steigenden Tariflöhnen wurden zur Jahresmitte auch staatliche Transferzahlungen erhöht, wie etwa Renten und Kindergeld. Zudem sind die Hypothekenzinsen im Jahresverlauf noch einmal kräftig gefallen, und die Vergabe von Wohnungsbaukrediten hat sich weiter beschleunigt.“ Insgesamt habe sich die deutsche Konjunktur in den vergangenen zwölf Monaten deutlich abgekühlt. Die Überauslastung der Produktionskapazitäten aus den Boomjahren 2017/18 sei weitgehend abgebaut, so dass der Auslastungsgrad derzeit in etwa seinem langfristigen Mittelwert entspricht. In den kommenden Monaten sei jedoch keine tiefgreifende gesamtwirtschaftliche Rezession zu befürchten.

 

Zehn Prozent der Unternehmen nutzen die Kurzarbeit

 

„Zum einen ist eine Übertragung der schwachen Industriekonjunktur über den Arbeitsmarkt auf die Konsum- und Baukonjunktur bislang weitgehend ausgeblieben. Dazu hat auch das Instrument der Kurzarbeit beigetragen, das mittlerweile über zehn Prozent der Industrieunternehmen in Anspruch genommen haben dürften und das die Einkommen der Beschäftigten stabilisiert“, sagt Wollmershäuser. „Zum anderen dürfte die Industrierezession weiter abklingen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem harten Brexit oder einer weiteren Eskalation des von den USA ausgehenden Handelskrieges kommt, hat in den vergangenen Monaten abgenommen. Gleichzeitig deuten die aktuellen Auftragseingänge sowie die jüngsten Ergebnisse der ifo Konjunkturumfragen im Verarbeitenden Gewerbe darauf hin, dass ein Licht das Ende des Konjunkturtunnels ankündigt.“ pm, ifo

 

English version

 

The German economy stabilized in the third quarter of 2019. "Industry was the main contributor. Although it is still in a recession, the pace of the decline in production has slowed down," says Timo Wollmershäuser, head of the Ifo business survey. "In particular, exports of goods have risen again after having slumped sharply in the previous quarter. One reason for this may be that the mood in the manufacturing sector in the target countries has improved again since the middle of the year, especially in the emerging markets. At the same time, the German consumer and construction sectors remained in robust shape, adds Wollmershäuser.

 

Although employment growth had slowed somewhat, private households recorded high income growth. "In addition to noticeably rising collective wages, state transfer payments such as pensions and child benefit were also increased in the middle of the year. In addition, mortgage interest rates fell sharply once again in the course of the year, and the granting of housing loans accelerated further." All in all, the German economy has cooled considerably in the past twelve months. The over-utilisation of production capacities from the boom years 2017/18 has been largely reduced, so that the degree of utilisation is currently roughly in line with its long-term average. In the coming months, however, no deep economic recession is to be feared.

 

Ten percent of companies take advantage of short-time working

 

"On the one hand, a transfer of the weak industrial economy via the labour market to the consumer and construction sectors has so far largely failed to materialise. The instrument of short-time work, which is now likely to have been used by more than ten percent of industrial companies, has also contributed to this and stabilizes the incomes of employees," says Wollmershäuser. "On the other hand, the industrial recession should continue to ease. The probability of a hard Brexit or a further escalation of the trade war emanating from the USA has decreased in recent months. At the same time, the current order intake and the latest results of the ifo economic surveys in the manufacturing sector indicate that a light is heralding the end of the economic tunnel." pm, ifo, mei

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