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Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Immobilien-Portfolios aus

Der jährliche Report beleuchtet die wichtigsten Branchentrends und bietet ein Ranking der attraktivsten Standorte für Immobilieninvestoren in Europa. Für die aktuelle 17. Ausgabe der Studie haben PwC und ULI mehr als 900 Entscheider von Immobilienfirmen, Investmentmanager und andere Branchenexperten in Europa befragt. 

 

Dem Klimawandel attestieren die befragten Entscheider in den nächsten 30 Jahren den größten Einfluss auf Immobilieninvestments. "Wir haben bei Umweltfragen einen Wendepunkt erreicht, denn rund ein Drittel der globalen Emissionen stammen von Immobilien. Darauf reagiert die Branche noch zu langsam", sagt Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland. So gibt mit 48 Prozent fast die Hälfte der Befragten an, dass die Risiken für ihr Portfolio durch den Klimawandel "etwas" (37 Prozent) oder "deutlich" (11 Prozent) gestiegen sind.

 

Klimawandel wirkt sich stark auf das Portfolio aus

 

Als konkrete Auswirkungen nannten die Investoren insbesondere höhere Investitionskosten (22 Prozent), höhere Betriebskosten (20 Prozent) und eine schnellere Abnutzung (18 Prozent). Aber: 49 Prozent der Immobilieninvestoren sehen aktuell noch kein gestiegenes Risiko für ihr Portfolio. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre antworteten so nur noch 23 Prozent, und insgesamt 73 Prozent erwarten, dass sich der Klimawandel auf stärker auf ihr Portfolio auswirken wird (47 Prozent: "etwas erhöhtes Risiko", 26 Prozent: "deutlich erhöhtes Risiko"). "Dieses Ergebnis stimmt nachdenklich, auch vor dem Hintergrund, dass die Regulierung mit dem EU-Action Plan zum Handeln zwingt", kommentiert PwC-Expertin Susanne Eickermann-Riepe. "Wer erst in den kommenden Jahren darauf reagiert, wird Fragen von Investoren, Mietern aber auch der Gesellschaft nur unzureichend beantworten können." 

Steigende Baukosten beunruhigen die Branche weiterhin 

 

Immobiliensektor steht ausreichend Eigen- und Fremdkapital zur Verfügung

 

Die befragten europäischen Branchenexperten gehen davon aus, dass dem Immobiliensektor auch in Zukunft ausreichend Eigen- und Fremdkapital zur Verfügung stehen wird. Das liegt an den anhaltend niedrigen Zinsen und Anleiherenditen in vielen europäischen Ländern. Die Hauptsorge der Branche sind aber für 2020 nach wie vor die steigenden Baukosten: Über zwei Drittel der befragten Immobilieninvestoren äußerten sich so - und damit mehr als in der Vorjahresbefragung. Damals nannten 61 Prozent der Entscheider diese Sorge. "Die steigenden Baukosten sind nur ein Teil der Sorge, denn zunehmend werden auch die Kapazitäten im Bausektor knapp und haben Einfluss auf die Zeitpläne ", sagt Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland. "Core Assets sind nach wie vor teuer, und ein relevanter Anteil des Bestands befindet sich im Wandel hin zu neuen Konzepten und mehr Mix in der Nutzung." 

 

8 von 10 Investoren gründen ihre Entscheidungen auf Mobilitätstrends 

 

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Bei ihren Investments richtet sich die Immobilienbranche immer häufiger nach Mobilitätstrends. So betont fast ein Drittel der Investoren (32 Prozent), dass Mobilität und Infrastruktur bei der Entscheidung für eine Stadt eine wesentliche Rolle spielen. Und sogar 49 Prozent antworteten so bei für die Auswahl eines bestimmten Assets. Einige Fonds haben auf diese Entwicklung bereits reagiert. So haben etwa Whitehelm Capital und APG einen mit 250 Millionen Euro ausgestatteten Smart City Infrastructure Fund aufgelegt. Er investiert in Open-Access-Infrastrukturprojekte, die "Smart-City"-Lösungen wie intelligente Beleuchtung, Parken, Abfallsammlung und Umweltschutz unterstützen. 

 

Berlin bleibt im Ranking die Nummer zwei - trotz eingefrorener Mieten 

 

Für die aktuelle Ausgabe der Studie hat PwC die Ranking-Kriterien erweitert: Die Liste berücksichtig die Zukunftsperspektiven der verglichenen Städte in puncto Investment und Entwicklung. Neu hinzugekommen ist die Anzahl der befragten Entscheider, die potenziell in eine bestimmte Stadt investieren würden. Das widerspiegelt Größe und Liquidität der einzelnen Märkte genauer. In dem aktuellen Ranking belegt Berlin nach wie vor einen Spitzenplatz. Die Experten setzten die deutsche Hauptstadt auf Platz zwei der Liste - trotz zunehmender Kritik. Die Immobilieninvestoren monierten zu hohe Preise und kritisierten die noch nicht befriedigende Infrastruktur, insbesondere die lange Bauzeit des neuen Berliner Flughafens. Auch der rasante Wandel in der Hauptstadt und mögliche politische und soziale Folgen sorgen bei der europäischen Immobilienbranche für Zurückhaltung. 

"Faktisch ist ein Teil der Mieten in Berlin für die nächsten fünf Jahre eingefroren. Das kann den Businessplänen der Investoren widersprechen und lässt die Alarmglocken läuten", sagt Susanne Eickermann-Riepe von PwC. Abzuwarten bleibe, ob und wann ähnliche Regularien auch in anderen deutschen und europäischen Städten eingeführt werden. Trotz dieser Entwicklungen bleibt die deutsche Hauptstadt europaweit ein Branchenliebling", sagt Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland. 

 

Großes Potenzial schiebt Paris an die Spitze 

 

Paris hat bei den Branchenexperten den ersten Platz im Ranking erobert. Zu den Assets der französischen Hauptstadt zählen etwa die Olympischen Spiele 2024, die Hochgeschwindigkeitszüge, die Paris in zwei Stunden mit London verbinden, sowie das 26-Milliarden-Euro-Megaprojekt Grand Paris. Dieses Vorhaben wird die französische Hauptstadt den Befragten zufolge zu einer der wichtigsten Metropolen des 21. Jahrhunderts machen und auch bei der grundlegenden Neugestaltung des öffentlichen Verkehrsnetzes Maßstäbe setzen. 

 

München punktet mit starker Wirtschaft, Hamburg attraktiv, aber teuer 

 

Mit ihrer starken und diversifizierten Wirtschaft punktet bei den Immobilieninvestoren auch die bayerische Metropole München. "Der Münchner Immobilienmarkt ist nach wie vor sehr attraktiv. Es gibt dort praktisch keinen Leerstand, die Nachfrage ist anhaltend groß", kommentiert Susanne Eickermann-Riepe. Dort träten nicht nur deutsche und regionale Nachfrager auf den Plan, sondern auch internationale Unternehmen. Hamburg ist bei den Investoren ebenfalls beliebt. "Die Stadt ist im Vergleich der europäischen Metropolen ganz klar wettbewerbsfähig, aber auch teuer", so Eickermann-Riepe.

 

London steht nach wie vor hoch im Kurs

 

London steht trotz der anhaltenden Diskussionen um Großbritanniens EU-Austritt bei den Immobilieninvestoren nach wie vor hoch im Kurs. Im Ranking kam die Stadt auf Platz vier. Hier nannten die Investoren unterschiedliche Strategien: Manche halten sich mit Investments zurück, bis die Brexit-Frage geklärt ist; andere setzen auf die weitere Urbanisierung und den wachsenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Fest steht: London ist in Europa nach wie vor der aktivste Markt mit einem Transaktionsvolumen von 27 Milliarden Euro im dritten Quartal 2019 - mit großem Abstand vor Berlin (zwölf Milliarden Euro) und Paris (elf Milliarden Euro). pm, ots

 

English version

 

Climate change is also affecting real estate portfolios. Investors often react too hesitantly. This is one of the key findings of the study "Emerging Trends in Real Estate Europe 2020 - Climate of Change", which the auditing and consulting firm PricewaterhouseCoopers (PwC) prepared together with the Urban Land Institute. The annual report highlights the most important industry trends and provides a ranking of the most attractive locations for real estate investors in Europe. For the current 17th edition of the study, PwC and ULI surveyed more than 900 decision-makers from real estate companies, investment managers and other industry experts in Europe. 

 

The surveyed decision-makers attest that climate change will have the greatest impact on real estate investments over the next 30 years. "We have reached a turning point on environmental issues, as around one third of global emissions come from real estate. The industry is still reacting too slowly to this," says Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader at PwC Germany. At 48 percent, almost half of those surveyed stated that the risks to their portfolios had risen "slightly" (37 percent) or "significantly" (11 percent) as a result of climate change.

 

Climate change has a strong impact on the portfolio

 

The investors cited higher investment costs (22 percent), higher operating costs (20 percent) and faster wear and tear (18 percent) as concrete effects. But: 49 percent of real estate investors do not yet see any increased risk for their portfolio. With a view to the next five years, only 23 percent responded, and a total of 73 percent expect climate change to have a greater impact on their portfolio (47 percent: "slightly increased risk", 26 percent: "significantly increased risk"). "This result is thought-provoking, also against the background that regulation with the EU Action Plan is forcing us to act," comments PwC expert Susanne Eickermann-Riepe. "Anyone who reacts to this in the coming years will only be able to answer questions from investors, tenants and society inadequately. 

Rising construction costs continue to worry the industry 

 

Sufficient equity and debt capital available in the real estate sector

 

The European industry experts surveyed assume that the real estate sector will continue to have sufficient equity and debt capital available in the future. This is due to the persistently low interest rates and bond yields in many European countries. However, the industry's main concern for 2020 is still the rising construction costs: more than two thirds of the real estate investors surveyed said so - and thus more than in the previous year's survey. At the time, 61 percent of decision-makers mentioned this concern. "The rising construction costs are only one part of the concern, as capacities in the construction sector are also becoming increasingly scarce and have an influence on schedules," says Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader at PwC Germany. "Core assets are still expensive, and a relevant portion of the portfolio is changing towards new concepts and more mix in use. 

 

8 out of 10 investors base their decisions on mobility trends 

 

Another important result of the study is that the real estate industry is increasingly following mobility trends in its investments. Almost one third of investors (32 percent) emphasize that mobility and infrastructure play an important role in the decision to invest in a city. And as many as 49 percent responded for the selection of a particular asset. Some funds have already responded to this development. Whitehelm Capital and APG, for example, have launched a Smart City Infrastructure Fund endowed with 250 million euros. It invests in open access infrastructure projects that support smart city solutions such as intelligent lighting, parking, waste collection and environmental protection. 

 

Berlin remains number two in the ranking - despite frozen rents 

 

PwC has extended its ranking criteria for the current edition of the study: the list takes into account the future prospects of the cities compared in terms of investment and development. A new addition is the number of decision-makers surveyed who would potentially invest in a particular city. This more accurately reflects the size and liquidity of the individual markets. In the current ranking, Berlin still occupies a top position. The experts ranked the German capital second on the list - despite increasing criticism. Real estate investors complained that prices were too high and criticized the still unsatisfactory infrastructure, especially the long construction period of the new Berlin airport. The rapid changes in the capital and possible political and social consequences are also causing restraint in the European real estate industry.  "In fact, part of Berlin's rents have been frozen for the next five years. This can contradict investors' business plans and sound the alarm bell," says Susanne Eickermann-Riepe of PwC. It remains to be seen whether and when similar regulations will be introduced in other German and European cities. Despite these developments, the German capital remains a European industry favourite," says Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader at PwC Germany. 

 

Great potential pushes Paris to the top 

 

Paris has taken first place in the ranking of industry experts. The assets of the French capital include the 2024 Olympic Games, the high-speed trains that connect Paris with London in two hours, and the 26 billion euro mega-project Grand Paris. According to the respondents, this project will make the French capital one of the most important metropolises of the 21st century and will also set standards in the fundamental redesign of the public transport network. 

 

Munich scores with strong economy, Hamburg attractive but expensive 

 

With its strong and diversified economy, the Bavarian metropolis of Munich also scores well with real estate investors. "The Munich real estate market remains very attractive. There is practically no vacancy, and demand remains high," comments Susanne Eickermann-Riepe. It is not only German and regional demand that is coming to the fore here, but also international companies. Hamburg is also popular with investors. "The city is clearly competitive in comparison with the European metropolises, but also expensive," says Eickermann-Riepe.

 

London is still very popular

 

Despite the ongoing discussions about Britain's EU withdrawal, London is still very popular with real estate investors. The city came fourth in the ranking. Here, investors cited different strategies: some are holding back on investments until the Brexit issue is resolved; others are focusing on further urbanisation and the growing need for affordable housing. One thing is certain: London is still the most active market in Europe with a transaction volume of 27 billion euros in the third quarter of 2019 - well ahead of Berlin (twelve billion euros) and Paris (eleven billion euros). pm, ots, mei

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