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Unternehmen sind auf Krisen schlecht vorbereitet

Allerdings verfügen nur vier von zehn deutschen Firmen über einen Plan zur Krisenbewältigung und ein Krisenteam mit festgelegten Verantwortlichkeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt der "Global Crisis Survey 2019", für den PwC 2.000 Unternehmen aus 43 Ländern befragt hat, darunter 100 deutsche Führungskräfte. Bei der Analyse handelt es sich um die weltweit umfangreichste Erhebung von Unternehmenskrisendaten. 

 

Die häufigsten Krisen der vergangenen Jahre waren Unterbrechungen des Betriebs (27 Prozent), gefolgt von einem Ausfall der Technologie (25 Prozent). Jeder Vierte (23 Prozent) berichtete über Fehlverhalten bei der Mitarbeiterführung als Auslöser für die Krise, 21 Prozent über rechtliche oder regulatorische Vorfälle. Die Befragten sind sich dabei bewusst, dass niemand vor einer Krise sicher ist: Fast 100 Prozent der deutschen sowie 95 Prozent der globalen Führungskräfte gehen davon aus, dass ihr Unternehmen in naher Zukunft (erneut) von einer Krise getroffen werden könnte. 

 

Jedes Unternehmen kann in eine Krise geraten

 

"Jedes Unternehmen kann in eine Krise geraten. Organisationen sind deshalb gut beraten, sich bestmöglich auf ungeplante Ereignisse vorzubereiten und eine angemessene Krisenprävention zu etablieren", kommentiert Claudia Nestler, die den Bereich Forensic Services bei PwC Deutschland und PwC Europe leitet. 

 

Nur 40 Prozent haben einen Plan zur Krisenprävention 

 

Viele Unternehmen sind sich jedoch noch nicht darüber im Klaren, wie wichtig ein Plan zur Krisenprävention ist. Nur 40 Prozent der Führungskräfte hierzulande bestätigen, dass ihr Unternehmen einen Krisennotfallplan implementiert hat. Weltweit sind es immerhin 52 Prozent. Und weniger als ein Drittel der bundesweit befragten Manager (32 Prozent) geben an, dass sie ihre Krisenreaktionsfähigkeit regelmäßig überprüfen und testen. Insofern verwundert es kaum, dass jeder Zweite (48 Prozent) berichtet, dass er sich von der letzten Krise überfordert gefühlt habe. 

Dabei sei ein komplexer und überbordender Krisenplan, der jedes mögliche Szenario berücksichtigt, gar nicht nötig, so PwC-Expertin Claudia Nestler: "Der Krisenplan sollte variabel und wirklich umsetzbar sein. Dafür müssen Unternehmen zunächst das größte Risiko ins Auge fassen, das ihr Unternehmen oder ihre Branche treffen könnte."

 

Krisenteam mit festen Verantwortlichkeiten ist die Ausnahme 

 

Die Studie zeigt, wo die größten Schwachstellen im Umgang mit Krisen liegen: Sowohl bundes- als auch weltweit gab rund jeder vierte Befragte an, keine Verantwortlichkeiten zur Prävention und Bewältigung von Krisen auf Führungsebene festgelegt zu haben. 29 Prozent der deutschen Manager haben zwar eine verantwortliche Person benannt, jedoch keine festen Aufgaben für diese Rolle definiert. Lediglich 39 Prozent der Befragten haben ein Kernteam, um auf eine Krise zu reagieren. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mehr als 60 Prozent der deutschen Unternehmen haben kein festgelegtes Krisenteam oder verlassen sich lediglich auf eine informelle Übereinkunft, wer im Falle einer Krise zusammenkommt. 

 

Nur jedes achte Unternehmen führt Ursachenanalysen durch 

 

"Krisen gehören dazu. Nach einem kritischen Vorfall gilt es jedoch, die genauen Ursachen und die Qualität der Krisenbewältigung im Detail zu analysieren. Nur so lassen sich Schwachstellen identifizieren und beheben. Bleibt dieser Schritt aus, verpassen Unternehmen die Chance, gestärkt aus einer Krise hervorzugehen", so Claudia Nestler. 

Diese Erkenntnis hat sich in vielen deutschen Unternehmen jedoch noch nicht durchgesetzt: Nur 13 Prozent führten nach einer Krise eine Ursachenanalyse durch und nutzten die daraus gewonnenen Erkenntnisse, um ihren Notfallplan zu optimieren. 

 

So gehen Unternehmen gestärkt aus Krisen hervor 

 

Immerhin jedes dritte deutsche Unternehmen, das von einer Krise betroffen war, fühlte sich im Anschluss in einer besseren Ausgangsposition. Wie ist es dieser Gruppe gelungen, aus der Krise zu lernen? 61 Prozent der Befragten, die gestärkt aus einer Krise hervorgegangen sind, stellten ein Budget zur Krisenprävention bereit. 69 Prozent gaben an, dass sie nun einen Notfallplan haben, den sie in Krisensituationen umsetzen. Und 87 Prozent haben eine Ursachenanalyse des Vorfalls durchgeführt, wobei immerhin drei von vier Unternehmen die Erkenntnisse aus dieser Analyse auch umgesetzt und ihr Krisenmanagement entsprechend angepasst haben. "Ob es einem Unternehmen gelingt, eine Krise erfolgreich zu bewältigen, hängt aber auch davon ab, wie gut die Beteiligten als Team agieren", resümiert Claudia Nestler. 84 Prozent der deutschen Unternehmen, die gestärkt aus einer Krise hervorgegangen sind, bestätigten, dass sie ihre Krise im Team gut gemeistert haben. pm, ots

 

English version

 

Six out of ten German companies have been affected by a crisis in the past five years - and almost 100 percent assume that they could (again) slide into a crisis situation in the near future. However, only four out of ten German companies have a crisis management plan and a crisis team with defined responsibilities.

 

These are the findings of the "Global Crisis Survey 2019", for which PwC surveyed 2,000 companies from 43 countries, including 100 German managers. The analysis is the world's most comprehensive survey of corporate crisis data. 

 

The most frequent crises in recent years were interruptions in operations (27 percent), followed by a technology failure (25 percent). One in four (23 percent) reported misconduct in employee management as the trigger for the crisis, 21 percent reported legal or regulatory incidents. Almost 100 percent of German and 95 percent of global managers assume that their company could (again) be hit by a crisis in the near future. 

 

Every company can get into a crisis

 

"Any company can get into a crisis. Organizations are therefore well advised to prepare as best as possible for unplanned events and to establish appropriate crisis prevention," comments Claudia Nestler, Head of Forensic Services at PwC Germany and PwC Europe. 

 

Only 40 percent have a crisis prevention plan 

 

However, many companies are not yet aware of the importance of a crisis prevention plan. Only 40 percent of managers in this country confirm that their company has implemented a crisis contingency plan. Worldwide, the figure is 52 percent. And less than a third of the managers surveyed nationwide (32 percent) state that they regularly check and test their crisis response capability. It is therefore hardly surprising that one in two (48 percent) reports that they felt overwhelmed by the last crisis. 

 

According to PwC expert Claudia Nestler, a complex and exuberant crisis plan that takes every possible scenario into account is not even necessary: "The crisis plan should be variable and can really be implemented. To achieve this, companies must first consider the greatest risk that could affect their company or their industry.

 

Crisis team with fixed responsibilities is the exception 

 

The study shows where the greatest weaknesses lie in dealing with crises: around one in four respondents, both nationally and globally, stated that they had not defined any responsibilities for crisis prevention and management at management level. Although 29 percent of German managers named a responsible person, they did not define any fixed tasks for this role. Only 39 percent of respondents have a core team to respond to a crisis. Conversely, this means that more than 60 percent of German companies do not have a fixed crisis team or only rely on an informal agreement on who comes together in the event of a crisis. 

 

Only every eighth company carries out cause analyses 

 

"Crises are part of it. After a critical incident, however, the exact causes and quality of crisis management must be analysed in detail. This is the only way to identify and eliminate weak points. If this step is not taken, companies will miss the opportunity to emerge stronger from a crisis," says Claudia Nestler. 

However, this insight has not yet gained acceptance in many German companies: Only 13 percent carried out a root cause analysis after a crisis and used the findings to optimize their emergency plan. 

 

How companies emerge stronger from crises 

 

After all, every third German company affected by a crisis felt that it was in a better starting position. How did this group manage to learn from the crisis? 61 percent of those surveyed who emerged stronger from a crisis provided a budget for crisis prevention. 69 percent stated that they now have an emergency plan to implement in crisis situations. And 87 percent carried out a root cause analysis of the incident, with three out of four companies implementing the findings of this analysis and adapting their crisis management accordingly. "Whether a company succeeds in successfully overcoming a crisis also depends on how well those involved act as a team," sums up Claudia Nestler. 84 percent of German companies that emerged stronger from a crisis confirmed that they mastered their crisis well as a team. pm, ots, mei

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