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Black Friday: Bei Händlerfinanzierungen können 16 Prozent Zinsen anfallen

Damit dieser nicht am Geld scheitert, bieten 14 der 20 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland (70 %) Finanzierungsmöglichkeiten wie zum Beispiel eine "Ratenzahlung" oder "0%-Finanzierung" an. Auch im stationären Handel finden Verbraucher solche Finanzierungsangebote.

 

Sie wirkten oft harmlos und günstig, seien es aber nicht immer. Händlerfinanzierungen kosteten bis zu 16 Prozent effektiven Jahreszins. Das sei viermal mehr als ein durchschnittlicher Ratenkredit.  "Es empfiehlt sich nicht, sich durch Verkaufsaktionen zur Finanzierung von Luxusgütern oder Spontankäufen drängen zu lassen. Wer seine Einkäufe dennoch finanzieren möchte, sollte nicht die bequemste, sondern die günstigste Finanzierung wählen", sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer des Kreditvermittlers Smava. Für Beträge, die sich problemlos in 12 Raten abzahlen ließen, sei die 0%-Finanzierung die günstigste Finanzierungsoption. Für Beträge, die über mehr als 12 Monate zurückgezahlt werden müssten, sei ein Ratenkredit in der Regel günstiger, so die Samba-Expoerten.

 

0%-Finanzierungen bergen Kostenfallen 

 

Die beworbenen 0%-Finanzierungen seien häufig nur für eine Laufzeit von 12 Monaten zinsfrei. Bei einer Laufzeit ab 13 Monaten falle oftmals ab dem ersten Monat ein effektiver Jahreszins von 6,99 Prozent oder höher an. In der Praxis bedeute das: Eine 0%-Finanzierung lohnt sich nur, wenn man monatlich problemlos ein 12tel des Kaufpreises aufbringen kann. Besondere Vorsicht sei bei 0%-Finanzierungen geboten, die über eine Kreditkarte abgewickelt werden. In diesem Fall gelte die 0%-Finanzierung häufig nur für den ersten Kauf mithilfe der Karte. Für jede weitere Nutzung könnten Zinsen bis zu 15,9 Prozent anfallen. 

 

Ratenzahlungen kosten bis zu 16 Prozent 

 

0%-Finanzierungen werden in der Regel über eine Bank abgeschlossen. Im Gegensatz dazu vereinbare man eine Ratenzahlung in der Regel direkt mit dem Händler. Dafür verlangten die meisten Händler eine Gebühr, die einem effektiven Zinssatz von bis zu 16 Prozent entspreche. Dadurch entstünden zusätzlich zum Kaufpreis weitere hohe zinsähnliche Kosten. Es lohne sich daher zu prüfen, ob es nicht eine günstigere Finanzierungsmöglichkeit gebe. 

 

Ratenkredite sind für Laufzeiten von 12 Monaten und mehr oftmals die bessere Wahl 

 

"Es zahlt sich für Verbraucher aus, wenn sie verschiedene Finanzierungsoptionen vergleichen. Für Beträge über 1.000 Euro oder eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten ist ein Ratenkredit in der Regel günstiger als die Finanzierung über den Händler", sagt Alexander Artopé. Je nach Finanzierungsart entstünden  für Verbraucher unterschiedlich hohe Zusatzkosten. Wer beispielsweise ein Notebook für 1.500 Euro in 18 Monaten abbezahlen möchte, zahle bei einer 0%-Finanzierung durchschnittlich 85,31 Euro Zinsen und bei einer Ratenzahlung im Schnitt 158,27 Euro. 

 

Datenquellen 

  • Handelsverband Deutschland: Prognose zum Umsatz des Einzelhandels am Black Friday und Cyber Monday (Stand: 20.11.2019)
  • Verglichen wurden die Finanzierungsangebote der 20 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland Quelle: EHI Retail Institute (Stand: 9.9.2019)
  • smava GmbH: alle durch das Kreditportal smava.de im ersten Halbjahr 2019 vermittelten Ratenkredite (Stand: 15.8.2019)

pm, ots, mei, Quelle: Smava

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