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PISA Studie 2018 - Teil 1: Anteil leistungsschwacher Schüler ist gestiegen

Die Leistungen hätten sich auf einem ähnlichen Niveau wie 2009 und deutlich über den ersten Ergebnissen im Jahr 2000 bewegt – den beiden Jahren, in denen Lesen ebenfalls Schwerpunkt war, so das Bundesbildungsministerium.

 

Mathematik und Naturwissenschaften seien ebenfalls getestet worden, wenn auch in geringerem Umfang (Nebendomäne). In den beiden Bereichen zeige sich kurzfristig kaum Veränderungen. Langfristig betrachtet seien die Ergebnisse leicht rückläufig. 

 

Anteil leistungsschwacher Schüler ist gestiegen

 

Der Anteil der leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler – also derjenigen, die das Mindestniveau in den jeweiligen Domänen nicht erreichen – sei seit 2015 erstmals in allen drei Bereichen wieder gestiegen. Der Wert liege bei rund 20 Prozent. Zeitweise war er auf rund 15 Prozent gesunken.

 

Deutschland liegt signifikant über den OECD-Durchschnitt

 

Verglichen mit 2009 gibt es in PISA 2018 mehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Bereich Lesen. Der Anteil der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler liegt zwischen 11 Prozent im Bereich Lesen, 10 Prozent in Naturwissenschaften und gut 13 Prozent in Mathematik und damit signifikant über dem OECD-Durchschnitt.

Deutschland liegt in allen drei Bereichen in einer Gruppe mit Australien, Belgien, Frankreich, Norwegen, Slowenien, Schweden, Großbritannien und den USA. Als beste europäische Staaten schneiden Estland und zum Teil auch Finnland ab. In allen drei Bereichen erzielen die vier teilnehmenden Provinzen Chinas, gefolgt von Singapur, Macao und Hongkong die besten Ergebnisse.

 

"Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein"

 

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Deutschland hat ein gutes Schulsystem. Die Lehrerinnen und Lehrer leisten hervorragende Arbeit. Dadurch liegt Deutschland auch in dieser PISA-Studie leicht über dem OECD-Durchschnitt. Damit können wir aber nicht zufrieden sein. Andere Staaten ziehen an uns vorbei. Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein. Denn jedes Kind, jeder Mensch hat Anspruch auf gute Bildung. Und außerdem ist unser Wohlstand in Deutschland auf Innovation, Erfindergeist, Exzellenz, und nicht auf Mittelmaß gegründet. Besonders bedenklich ist, dass jeder fünfte Fünfzehnjährige nicht einmal auf Grundschulniveau lesen kann. Das ist alarmierend, weil dadurch auch die Zahl von über sechs Millionen funktionalen Analphabeten nicht sinken wird. Das passt auch nicht zu unserem Ziel, niemanden zurückzulassen".

 

Bund und Länder sind gemeinsam gefordert

 

Bund und Länder seien gemeinsam gefordert, das Bildungssystem weiter zu verbessern, jeder in seinem Verantwortungsbereich. Gerade zur frühkindlichen Leseförderung habe der Bund verschiedene Programme ins Leben gerufen. Die würden jetzt noch konsequenter weiterverfolgt. Mit Programmen wie "Schule macht stark" soll versucht werden, bessere Instrumente zu finden, um Schulen in sozial schwierigen Lagen zielgerichtet unterstützen zu können. Gleichzeitig solle mit "Leistung macht Schule" besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gefördert werden.

 

Schule leistet langfristig Beitrag zur Integration

 

Der Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessischer Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz erklärt: „Die Ergebnisse von PISA 2018 zeigen, dass Fünfzehnjährige in Deutschland im internationalen Vergleich über gute Kompetenzen verfügen. Es gelingt den Schulen, bei einer deutlich stärkeren Heterogenität der Schülerschaft weiterhin gute Ergebnisse im internationalen Vergleich zu erzielen. Dies zeigt, dass sich die Anstrengungen, die wir nach 2001 unternommen haben, gelohnt haben. Ein Ergebnis stimmt mich zuversichtlich: Die Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund in der 2. Generation, also diejenigen, die hier geboren wurden und unser Bildungssystem durchlaufen haben, haben sich gegenüber den früheren PISA-Studien deutlich verbessert. Es belegt, dass die Schulen einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Integration in unsere Gesellschaft leisten".

 

Leseverstehen Schwerpunkt bei PISA 2018

 

PISA 2018 legt den Schwerpunkt auf das Leseverstehen. Als Schwerpunktthema der hessischen KMK-Präsidentschaft 2019 habe ich die Bildungssprache Deutsch gewählt. Ohne deren Beherrschung ist es kaum möglich, erfolgreich an schulischen Lernprozessen teilzunehmen. Mit der diese Woche anstehenden Verabschiedung der KMK-Empfehlung zur Bildungssprache Deutsch sowie mit der Weiterentwicklung der gemeinsamen Initiative ,Bildung durch Sprache und Schrift‘ zu ,BiSS-Transfer‘ haben die Länder und der Bund sich dieser Aufgabe aktuell angenommen.“ pm, mei

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