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PISA Studie 2018 - Teil 2: Das sind die wichtigsten Ergebnisse

Das sind wichtigsten Ergebnisse der PISA-Studie 2018 im Überblick.

 

Für den Bereich Lesen

 

  • Deutschland liegt mit 498 Punkten signifikant über dem OECD-Durchschnitt von 487 Punkten. Die OECD-Spitzenstaaten sind Estland (523), Kanada (520), Finnland (520), Irland (518) und Korea (514).
  • Seit der ersten PISA-Erhebung 2000 ist der Kompetenzmittelwert für Deutschland damit um 14 Punkte gestiegen. Im Vergleich zu 2009 (497 Punkte) bleibt er ähnlich.
  • Seit 2009, als Lesen zuletzt Hauptdomäne war, ist der Anteil der Leistungsstarken von 7,6 auf 11,3 Prozent deutlich gestiegen. Der Anteil der Leistungsschwachen ist im Vergleich zu 2009 von 18,5 auf 20,7 Prozent leicht, aber nicht signifikant, gestiegen.

 

Für den Bereich Mathematik

 

  • Deutschland liegt mit 500 Punkten signifikant über dem OECD-Durchschnitt von 489 Punkten. Die OECD-Spitzenstaaten sind Japan (527), Korea (526), Estland (523), Niederlande (519) und Polen (516).
  • Gegenüber PISA 2012, als Mathematik zuletzt Hauptdomäne war, sind die Leistungen in Deutschland um 13 Punkte signifikant zurückgegangen.
  • Seit 2012 ist der Anteil der Leistungsstarken von 17,5 auf 13,3 Prozent signifikant gesunken. Der Anteil der Leistungsschwachen ist seit 2012 von 17,7 auf 21,1 Prozent signifikant gestiegen.

 

Für den Bereich Naturwissenschaften

 

  • Deutschland liegt mit 503 Punkten signifikant über dem OECD-Durchschnitt von 489 Punkten. Die OECD-Spitzenstaaten sind Estland (530), Japan (529), Finnland (522), Korea (519) und Kanada (518).
  • Im Vergleich zu 2015, als die Naturwissenschaften zuletzt Hauptdomäne waren, sind die Leistungen in Deutschland stabil geblieben.
  • Der Anteil der Leistungsstarken ist mit 10 Prozent seit 2015 stabil, der Anteil der Leistungsschwachen steigt von 17,7 auf 19,6 Prozent.

 

Die Leistungsdisparitäten

 

  • Im Bereich Lesen haben sich die Jungen im Vergleich zu 2009 leicht verbessert, die Mädchen etwas verschlechtert, wodurch die Geschlechterdifferenz um 19 Punkte abnimmt.
  • In Mathematik haben sich die Jungen im Vergleich zu 2012 signifikant um 17 Punkte und die Mädchen leicht verschlechtert. Dadurch hat sich die Geschlechterdifferenz etwas abgeschwächt.
  • In den Naturwissenschaften haben sich die Jungen um 12 Punkte signifikant verschlechtert, während die Leistungen der Mädchen unverändert bleiben und sie nun erstmals einen geringfügigen Vorsprung aufweisen.
  • Wie in allen Staaten gibt es in Deutschland weiterhin einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Eltern und den PISA-Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler. Der Zusammenhang ist stärker als im OECD-Schnitt und über dem Niveau von 2009.
  • Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund ist seit 2009 von 26 auf 36 Prozent gestiegen. Laut OECD hat etwa die Hälfte dieser Jugendlichen einen sozioökonomisch niedrigen Status. Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden und deren Eltern zugewandert sind, erreichen im Bereich Lesen im Schnitt 477 Punkte. Ist nur ein Elternteil zugewandert, erreichen die Kinder 497 Punkte. Jugendliche der sogenannten ersten Generation, die im Ausland geboren wurden und mit ihren Eltern nach Deutschland eingewandert sind, erreichen 405 Punkte.

 

Weitere Ergebnisse

 

  • Im Bereich Lesestrategie -  also beim zielgerichteten und sinnerfassenden Umgang mit Texten - stehen die Fünfzehnjährigen in Deutschland an der Spitze der OECD-Staaten.
  • Die Lesefreude hat erkennbar abgenommen. So hält beispielsweise ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland Lesen für eine Zeitverschwendung – im OECD-Durchschnitt sind dies deutlich weniger.
  • Zwei Drittel der Jugendlichen in Deutschland sind mit ihrem Leben zufrieden und 92 Prozent geben an, „manchmal oder immer“ glücklich zu sein.
  • Im internationalen Vergleich ist das Schulklima in Deutschland stärker auf Zusammenarbeit als auf Konkurrenzdenken ausgerichtet. Nur ein Drittel der Fünfzehnjährigen gibt an, dass sie im Wettbewerb mit anderen stehen, während für zwei Drittel das Kooperieren mit anderen im Vordergrund steht.
  • Fast drei Viertel der Schülerinnen und Schüler geben an, dass ihre Lehrkräfte offensichtlich gerne unterrichten.
  • Das Selbstvertrauen in die Lesefähigkeit ist in Deutschland überdurchschnittlich ausgeprägt und spiegelt eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten wider.

 

Zur Anlage der Studie

 

  • PISA wird seit dem Jahr 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen Fünfzehnjähriger in den zentralen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. An PISA 2018 haben 79 Staaten und Regionen teilgenommen. Es nahmen weltweit mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler teil, in Deutschland waren es 5451 an 223 Schulen. Neben Lesen, das zum dritten Mal als Schwerpunktdomäne untersucht wurde, wurden die Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaft getestet.
  • Bei jedem PISA-Zyklus werden Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet, wobei jeweils eines der Bereiche als Schwerpunktdomäne mit deutlich mehr Aufgaben und längerer Testzeit vertieft untersucht wird. Für längerfristige Entwicklungen in einem Bereich zählen nur die Ergebnisse der Hauptdomäne.
  • PISA 2018 wurde zum zweiten Mal nach 2015 in Deutschland am Computer durchgeführt. Die Studie lag in der Verantwortung des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB), einem von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Verbund der Technischen Universität München (TUM), des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik an der Universität Kiel (IPN). pm, mei

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