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So verhalten sich AfD-Politiker im Parlament - Teil 2

Extremismus/Linksextremismus

 

Ein Antrag und mehrere Anfragen beschäftigen sich mit Extremismus – insbesondere mit dem Linksextremismus. So geht es in einem Dringlichen Berichtsantrag mit dem Titel „Goethe-Universität: ‚Meldestelle Rechtsextremismus‘“ um die Meinung der Landesregierung „zur Gründung einer ‚Task—Force‘, zur Einrichtung einer Meldestelle und zur Abhaltung regelmäßiger Informationsveranstaltungen rein gegen Rechtsextremismus“ sowie um die „extremistischen Vorkommnisse jeder Art an der Universität“.

 

Dabei bezieht sich die Fraktion auf die Berichterstattung der Frankfurter Rundschau zur „öffentlichen Denunziation“ einer Person während des Lehrbetriebs, die bezichtigt wurde „der rechtsextremen ‚Identitären Bewegung‘ anzugehören“.

 

Die Fraktion thematisiert

 

  • „Das Handeln der sogenannten Aktivisten, welches eindeutig als linksextrem zu bezeichnen ist, wird in keinster Weise sanktioniert, sondern stattdessen für gut befunden und als Grundalge genutzt, um den Kampf gegen den Rechtsextremismus auszuweiten, obwohl hier offener Linksextremismus ausgelebt wurde. Extremismus ist in jeglicher Couleur zu unterbinden und die Neutralität der hessischen Bildungs- und Hochschuleinrichtungen zu wahren.“
  • Zwei Anfragen der AfD-Fraktion nehmen die vermeintliche „Rufmordkampagne (‚Schröter_raus‘)“ an der Frankfurter Goethe-Universität in den Blick. Die Gruppierung „AMR – Kein Platz für Anti-Muslimischen Rassismus“ kritisiere die geplante Konferenz von Professor Schröter zum Thema „Das islamische Kopftuch, Symbol der Würde oder der Unterdrückung“. Die Organisatoren der Kampagne – „mutmaßlich moslemische und linke Studenten der Goethe-Universität“ – würden der Professorin „anti-muslimischen Rassismus“ vorwerfen.
  • In der kleinen Anfrage „Goethe-Universität Frankfurt: Besorgniserregender Trend gegen die Meinungsfreiheit“ wird nach den Aktivitäten der Landesregierung zum Schutz „des Grundgesetzes an hessischen Universitäten und Hochschulen“ und dem „Schutz der Meinungsfreiheit“ gefragt. Eine Frage lautet: „Welche Hilfs- oder Unterstützungsmaßnahmen gibt es seitens der Landesregierung für Universitäten und Hochschulen im Hinblick auf linksextreme Bedrohungen?“ Die Vorfälle an der Universität seien „exemplarisch für Versuche, mittels Einschüchterung eine linke Diskurshoheit an Universitäten und Hochschulen durchzusetzen“. 
  • Die kleine Anfrage mit dem Titel „Goethe-Universität Frankfurt: Erneute Beschneidung der Meinungsfreiheit“ thematisiert ebenfalls die „Mobbing-Kampagne‘“ der Gruppierung „AMR – Kein Platz für Anti-Muslimischen Rassismus“. Die Fraktion interessiert sich unter anderem dafür, ob Personen dieser Gruppierung dem linksextremen oder dem „radikal islamischen Spektrum (Milli Görres etc.)“ angehören und welche Maßnahmen zum Schutz von Prof. Schröter getroffen wurden. Gefragt wird auch: „Ist bekannt wie viele Studenten der Goethe-Universität Frankfurt einer linksextremistischen [bzw. einer „muslimischen-extremistischen“/“rechtsextremistischen“] Gruppierung zuzuweisen sind?“. 
  • In einer Kleinen Anfrage geht es um die „Gefährdungslage durch Linksextremismus an Schulen“. Bezogen wird sich hier auf ein schulisches Bildungskonzept der „Antifaschistischen Bildungsinitiative“ (Antifa-BI). Gefragt wird nach dem Kooperationsverhältnis zwischen dem Hessischen Kultusministerium und der Initiative sowie nach der Vereinbarkeit der schulischen Aktivitäten der Antifa-BI mit dem Beutelsbacher Konsens, der Lehrkräfte zur Wertneutralität und gegen Indoktrination verpflichte. Weiter interessiert die AfD-Fraktion die Präventionsmaßnahmen an Schulen gegen linksextremistische oder linksradikale Aktivitäten und die „gezielte Anwerbung von Schülerinnen und Schülern durch ‚Antifaschistische‘ Bewegungen (Antifa) in Schulen“. 

These

 

Bei Anträgen und Anfragen dieses Themenkomplexes bezieht sich die AfD primär auf die Berichterstattung regionaler und überregionaler Tageszeitungen (BILD-Zeitung, FAZ, Welt etc.) oder auf Verfassungsschutzberichte – etwa indem lange Textpassagen zitiert werden. Sie positioniert und inszeniert sich als Garantin und Hüterin der Verfassung und von Grundrechten, die sie von links/linksextremistischen und radikal-islamistischen Aktivitäten bedroht, gefährdet und in Gefahr sieht, und die von politischer Seite lange Zeit unterschätzt und verharmlost worden sei. 

 

Politische Sichtweise des Neutralitätsgebots

 

Demokratiefördernde Projekte und Aktivitäten sowie engagierte Akteur/-innen in Schule und Zivilgesellschaft werden generell als links/linksextremistisch eingestuft, angefeindet und denunziert. Es wird der Eindruck vermittelt, dass insbesondere im Bildungssektor - in Schulen und Universitäten - eine linke Diskurshoheit und ideologische Einflussnahme vorherrsche, die dem Neutralitätsauftrag widerspreche. Die AfD bietet hier eine politisch-instrumentalisierte Sichtweise des Neutralitätsgebotes (des „Beutelsbacher Konsens“) an und will damit verhindern, dass sich politische Bildung und demokratiefördernde Akteure kritisch mit der AfD auseinandersetzt. mei

 

English version

 

The Marburg scientists Benno Hafeneger and Hannah Jestädt have analyzed the behavior of the AfD in the Hessian state parliament. Here are the results of the complex of topics extremism and left-wing extremism.

 

Extremism/Left-wing extremism

 

One motion and several questions deal with extremism - in particular left-wing extremism. An urgent report entitled "Goethe University: 'Reporting Office on Right-Wing Extremism'" deals with the opinion of the state government "on the establishment of a 'Task Force', on the establishment of a reporting office and on the holding of regular information events purely against right-wing extremism" as well as on the "extremist incidents of all kinds at the university". The parliamentary group refers to the Frankfurter Rundschau report on the "public denunciation" of a person during teaching who was accused of "belonging to the right-wing extremist 'identity movement'".

 

The faction addresses the following issues

 

"The actions of the so-called activists, which can clearly be described as left-wing extremists, are not sanctioned in any way, but instead found to be good and used as basic algae to expand the fight against right-wing extremism, although open left-wing extremism was lived out here. Extremism is to be prevented in every shade and the neutrality of the Hessian educational and university institutions is to be protected.

 

Two questions from the AfD parliamentary group focus on the alleged "Schröter_raus" smear campaign at the Goethe University in Frankfurt. The group "AMR - Kein Platz für Anti-Muslimischen Rassismus" criticized Professor Schröter's planned conference on "The Islamic headscarf, symbol of dignity or oppression". The organizers of the campaign - "presumably Muslim and left-wing students of the Goethe University" - would accuse the professor of "anti-Muslim racism".

 

In the small question "Goethe-Universität Frankfurt: worrying trend against freedom of expression", the activities of the state government to protect "the Basic Law at Hessian universities and colleges" and "the protection of freedom of expression" are asked. One question is: "What assistance or support measures are there on the part of the state government for universities and colleges with regard to extreme left-wing threats? The incidents at the university were "exemplary for attempts to use intimidation to enforce left-wing discourse sovereignty at universities and colleges". 

 

The small question entitled "Goethe University Frankfurt: Renewed curtailment of freedom of expression" also deals with the "mobbing campaign" of the group "AMR - No place for anti-Muslim racism". Among other things, the faction is interested in whether people in this group belong to the left-wing extremist or the "radical Islamic spectrum (Milli Görres etc.)" and what measures were taken to protect Prof. Schröter. The question is also asked: "Is it known how many students of the Goethe-University Frankfurt are assigned to a left-wing extremist [or a "Muslim-extremist"/"right-wing extremist"] group? 

 

A small inquiry deals with the "Danger posed by left-wing extremism in schools". This refers to a school education concept of the "Antifascist Education Initiative" (Antifa-BI). The question is asked about the cooperation relationship between the Hessian Ministry of Culture and the initiative as well as about the compatibility of the school activities of the Antifa-BI with the Beutelsbach Consensus, which obliges teachers to value neutrality and against indoctrination. The AfD faction is also interested in the prevention measures in schools against left-wing extremist or left-wing radical activities and the "targeted recruitment of pupils by 'anti-fascist' movements (Antifa) in schools". 

 

Thesis

 

In the case of applications and inquiries on this complex of topics, the AfD primarily refers to the reporting of regional and national daily newspapers (BILD-Zeitung, FAZ, Welt etc.) or to reports on the protection of the constitution - for example by quoting long text passages. It positions and stages itself as guarantor and protector of the constitution and of fundamental rights, which it sees threatened, endangered and in danger by left/left-wing extremist and radical Islamist activities, and which have long been underestimated and played down by the political side. 

 

Political Perspective of the Principle of Neutrality

 

Democracy-promoting projects and activities as well as committed actors in schools and civil society are generally classified as left-wing extremist, hostile and denounced. The impression is conveyed that especially in the education sector - in schools and universities - a leftist sovereignty of discourse and ideological influence prevail, which contradicts the neutrality mandate. The AfD offers a political-instrumentalized view of the neutrality imperative (the "Beutelsbach Consensus") and thus wants to prevent political education and democracy-promoting actors from taking a critical look at the AfD. mei

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