Auschwitz-Besuch: Jüdischer Weltkongress dankt Angela Merkel

Angela Merkels Besuch ist der erste in ihrer 14-jährigen Amtszeit als Bundeskanzlerin, der erste Besuch eines deutschen Regierungschefs seit 19 und erst der vierte Kanzler-Besuch in Auschwitz überhaupt. Der Besuch findet kurz vor dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau und unter dem Vorzeichen eines zunehmenden Antisemitismus in Europa und weltweit statt. 

 

Bundeskanzlerin Merkel trat durch das berüchtigte Tor des Lagers mit der Aufschrift "Arbeit Macht Frei" ein und entzündete eine Kerze zum Gedenken an die mehr als 1,1 Millionen Menschen, die in Auschwitz getötet wurden. Begleitet wurde sie vom polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki, dem Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau Piotr M.A. Cywinski, sowie dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster. 

 

Jahrzehnte langes Engagement für Erhaltung des Standorts

 

WJC-Präsident Lauder führte Bundeskanzlerin Merkel durch die konservatorische Werkstatt des Museums, das an der Erhaltung jedes Gebäudes, jedes Dokumentes und aller Gegenstände bis hin zu jedem einzelnen Schuh arbeitet. Präsident Lauder engagiert sich seit Jahrzehnten für die Erhaltung des Standorts Auschwitz-Birkenau und sammelte international mehrere zehn Millionen Dollar, um die Erhaltung einschließlich der Einrichtung der konservatorischen Werkstatt im Jahr 2003 zu finanzieren. Bundeskanzlerin Merkel besuchte auch das Gebäude der sogenannten "Zentralsauna" ehemaligen Lager Birkenau, in dem die Häftlinge einer "Desinfektion" unterzogen wurden, bevor sie zur Sklavenarbeit gezwungen wurden. 

 

Geschätzte und verlässliche Verbündete

 

"Der Antisemitismus bleibt eine niederträchtige, allgegenwärtige und wiederauflebende Kraft auf der Welt und macht die Holocaust-Erziehung so wichtig wie nie zuvor", sagte WJC-Präsident Lauder. "Bundeskanzlerin Merkel ist eine geschätzte und verlässliche Verbündete im Kampf gegen diesen ältesten Hass. Der Erhalt und die Erhaltung der Überreste des Holocaust sind von entscheidender Bedeutung, um genaue Aufzeichnungen über die begangenen Gräueltaten zu führen, zumal die überlebenden Zeitzeugen, die aus erster Hand berichten können, immer weniger werden. Nur wenn wir die Vergangenheit kennen, können wir unsere Zukunft schützen, und wir sind Bundeskanzlerin Merkel zutiefst dankbar, dass sie sich für die Erhaltung des Ortes einsetzt, an dem die Nazis fast eine Million Juden ausschließlich deshalb brutal ermordeten, weil sie Juden waren." 

 

"Diese Geschichte muss erzählt werden"

 

Bundeskanzlerin Merkel würdigte die Konservierungsarbeiten und dankte: "Mit große, Engagement wurde dafür gesorgt, dass dieser Ort weiter Zeugnis ablegt." "Diese Geschichte muss erzählt werden, immer und immer wieder", so Merkel. Im Oktober 2019 zeichnete der Jüdische Weltkongress Bundeskanzlerin Merkel mit dem WJC Theodor Herzl Preis für ihre Bemühungen um den Schutz und die Förderung des jüdischen Lebens in Deutschland und ihre Unterstützung Israels aus. 

 

Sichtbarer und erlebarer des Holocaust

 

Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ist einer der wichtigsten sichtbaren und erlebbaren Orte des Holocaust und eine wichtige Erinnerung an das Böse, das aus Fanatismus und Hass entstehen kann. Der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau findet zu einer Zeit statt, in der Antisemitismus und Nationalismus in ganz Europa und in den USA zunehmen und das weltweite Verständnis für den Holocaust abnimmt. So steigt in Deutschland seit Jahren die Zahl der antisemitischen Straftaten an. 

 

Feierlichkeiten am 75. Jahrestag der Befreiung

 

Der Jüdische Weltkongress und Präsident Lauder werden am 27. Januar 2020, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau abermals in die Gedenkstätte kommen, um mit rund 200 Überlebenden sowie Staatsoberhäuptern und Vertretern jüdischer Gemeinden aus aller Welt gemeinsam zu gedenken. Im Vorfeld des Internationalen Holocaust-Gedenktages wird das WJC seine vierte jährliche weltweite #WeRemember-Kampagne starten, um über die Schrecken des Holocaust weiter aufzuklären. 

 

Über den Jüdischen Weltkongress 

 

Der World Jewish Congress (WJC) ist die internationale Organisation, die jüdische Gemeinschaften in 100 Ländern gegenüber Regierungen, Parlamenten und internationalen Organisationen vertritt. pm, ots

Bildrechte: World Jewish Congress (WJC) Fotograf: SHAHAR AZRAN 

 

English version

 

On the occasion of her first visit to the grounds of the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp, the President of the World Jewish Congress, Ronald S. Lauder, thanked the German Chancellor Angela Merkel for making 60 million euros available to the Foundation for the Preservation of the Auschwitz-Birkenau Memorial.

 

Angela Merkel's visit is the first in her 14-year term as Federal Chancellor, the first visit of a German head of government since 19, and only the fourth Chancellor ever to visit Auschwitz. The visit takes place shortly before the 75th anniversary of the liberation of Auschwitz-Birkenau and under the auspices of increasing anti-Semitism in Europe and worldwide. 

 

Chancellor Merkel entered through the notorious camp gate with the inscription "Arbeit Macht Frei" and lit a candle to commemorate the more than 1.1 million people killed in Auschwitz. She was accompanied by the Polish Prime Minister Mateusz Morawiecki, the Director of the Auschwitz-Birkenau State Museum Piotr M.A. Cywinski, and the President of the Central Council of Jews in Germany, Dr. Josef Schuster. 

 

Decades of commitment to the preservation of the site

 

WJC President Lauder guided Chancellor Merkel through the museum's conservation workshop, which works on the preservation of every building, every document and every object, right down to every single shoe. President Lauder has been committed to the preservation of the Auschwitz-Birkenau site for decades and collected tens of millions of dollars internationally to finance its preservation, including the establishment of the conservation workshop, in 2003. Chancellor Merkel also visited the building of the so-called "Central Sauna" former camp Birkenau, where the prisoners were "disinfected" before being forced into slave labor. 

 

Respected and reliable allies

 

"Anti-Semitism remains a vile, omnipresent and resurgent force in the world, making Holocaust education more important than ever," said WJC President Lauder. "Chancellor Merkel is a valued and reliable ally in the fight against this oldest hatred. Preserving and preserving the remains of the Holocaust is crucial to keeping accurate records of the atrocities committed, especially as the number of surviving first-hand witnesses dwindles. Only if we know the past can we protect our future, and we are deeply grateful to Chancellor Merkel for her efforts to preserve the place where the Nazis brutally murdered nearly one million Jews solely because they were Jews". 

 

"This story must be told"

 

Chancellor Merkel paid tribute to the conservation work and expressed her thanks: "With great commitment, it was ensured that this place would continue to bear witness." "This story must be told again and again," said Merkel. In October 2019, the World Jewish Congress awarded Chancellor Merkel the WJC Theodor Herzl Prize for her efforts to protect and promote Jewish life in Germany and for her support of Israel. 

 

More Visible and Experiential of the Holocaust

 

The Auschwitz-Birkenau Memorial is one of the most important visible and tangible sites of the Holocaust and an important reminder of the evil that can arise from fanaticism and hatred. Chancellor Merkel's visit to the Auschwitz-Birkenau Memorial takes place at a time when anti-Semitism and nationalism are on the rise throughout Europe and the USA and the worldwide understanding of the Holocaust is declining. In Germany, for example, the number of anti-Semitic crimes has been rising for years. 

 

Celebrations on the 75th anniversary of liberation

 

The Jewish World Congress and President Lauder will once again come to the memorial on January 27, 2020, the International Holocaust Remembrance Day, to commemorate the 75th anniversary of the liberation of Auschwitz-Birkenau together with around 200 survivors, heads of state and representatives of Jewish communities from all over the world. In the run-up to International Holocaust Remembrance Day, the WJC will launch its fourth annual global #WeRemember campaign to raise awareness of the horrors of the Holocaust. 

 

About the World Jewish Congress 

 

The World Jewish Congress (WJC) is the international organization that represents Jewish communities in 100 countries vis-à-vis governments, parliaments and international organizations. pm, ots, mei