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Transaktionssteuer verhindert schädliche Spekulationen nicht

„Viele Menschen denken, dass der Staat damit schädliche Spekulation bekämpfen könne und diejenigen bestrafe, die sich vor der Finanzkrise auf Kosten der Allgemeinheit bereichert haben. Tatsächlich braucht man andere Instrumente, um diese Ziele zu erreichen.“

 

Hauptursache für schädliche Spekulation und übermäßige Risikoneigung an den Finanzmärkten sei eine zu geringe Eigenkapitalausstattung von Banken. In der Finanzkrise mussten Banken letztlich mit staatlichen Geldern gerettet werden. „Das kann eine Steuer auf Finanztransaktionen nicht verhindern. Zielführender ist es, von den Banken deutlich höheres Eigenkapital zu verlangen. Viele Länder haben zusätzlich Abgaben auf Fremdkapitalfinanzierung von Banken eingeführt“, sagt Fuest.  

 

Neue Steuer umfasst keine Derivate

 

Die neue Steuer erfasse wichtige Spekulationsinstrumente nicht, beispielsweise Derivate. Außerdem verringere sie die Umsätze am Markt, so dass es für einzelne Spekulanten leichter wird, die Preise zu beeinflussen. „Deshalb kann eine Finanztransaktionssteuer unerwünschte, spekulativ bedingte Preisausschläge sogar verstärken.“

 

Eine Steuer auf die Wertschöpfung des Finanzsektors

 

Auch das Argument, dass bestimmte Finanzdienstleistungen nicht von der Mehrwertsteuer erfasst werden, spreche nicht dafür, eine Transaktionssteuer einzuführen.  „Es ist seit Jahren bekannt, dass man zur Lösung dieses Problems eine Steuer auf Teile der Wertschöpfung im Finanzsektor erheben muss, im einfachsten Fall die Lohnsummen und Boni bei Finanzdienstleistern. In Dänemark beispielsweise existiert eine solche Steuer“, sagt Fuest.

 

Weltwährungsfonds unterstützt nicht die Transaktionssteuer

 

Irreführend sei die Behauptung, der Weltwährungsfonds (IWF) unterstütze eine Finanztransaktionssteuer. In einer ausführlichen Stellungnahme habe der IWF bereits im Jahr 2010 dargelegt, dass eine Finanztransaktionssteuer das falsche Instrument ist, um den Finanzsektor zur Beteiligung an den Kosten der Finanzkrise heranzuziehen. „Der IWF hat von einer Finanztransaktionssteuer abgeraten und unter anderem eine Steuer auf Löhne und Gewinne der Finanzunternehmen vorgeschlagen, die sogenannte Finanzaktivitätssteuer.“ pm, ifo

 

English version

 

Ifo President Clemens Fuest has criticized the planned financial transaction tax. "This tax is an example of a policy that pretends to solve problems but actually aggravates them," he says, "Many people think that the state can use it to combat harmful speculation and punish those who enriched themselves at the expense of the general public before the financial crisis. In fact, other instruments are needed to achieve these goals."

 

The main cause of harmful speculation and excessive risk appetite in the financial markets is insufficient capital adequacy of banks. In the financial crisis, banks ultimately had to be rescued with state money. "This cannot be prevented by a tax on financial transactions. It is more effective to demand significantly higher equity capital from the banks. Many countries have introduced additional levies on bank debt financing," says Fuest.  

 

New tax does not include derivatives

 

The new tax does not cover important speculative instruments such as derivatives. It also reduces market sales, making it easier for individual speculators to influence prices. "Therefore, a financial transaction tax can even increase undesirable price swings caused by speculation.

 

A tax on the value added of the financial sector

 

Nor does the argument that certain financial services are not subject to VAT argue in favour of introducing a transaction tax.  "It has been known for years that in order to solve this problem, a tax must be levied on parts of the value added in the financial sector, in the simplest case the wages and bonuses of financial service providers. In Denmark, for example, such a tax exists," says Fuest.

 

International Monetary Fund does not support transaction tax

 

The claim that the International Monetary Fund (IMF) supports a financial transaction tax is misleading. In a detailed statement in 2010, the IMF had already stated that a Financial Transaction Tax was the wrong instrument to use the financial sector to participate in the costs of the financial crisis. "The IMF has discouraged a financial transaction tax and proposed, among other things, a tax on the wages and profits of financial companies, the so-called financial activity tax. pm, ifo, mei

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