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Kommentar zur Weltklimakonferenz: Angriff auf das Pariser Abkommen

Diese Klimaschutzkonferenz war ein Angriff auf das Herz des Pariser Abkommens. Sie verrät all jene Menschen, die weltweit längst unter den Folgen der Klimakrise leiden und nach schnellen Fortschritten rufen.

 

Die zynische Gier der fossilen Industrie hat den gemeinsamen, multilateralen Kampf gegen die unübersehbare Klimakrise in ihre tiefste Krise gestürzt. Die rücksichtslose Politik von US-Präsident Trump und dem brasilianischen Staatsoberhaupt Bolsonaro hat sich in Madrid zu einer handfesten Blockade der Klimaverhandlungen gesteigert.

 

Fossile Industrie kämpft mit Lobbyarmeen

 

Die fossile Industrie um Konzerne wie BP, Shell, Exxon oder Boeing hatte versucht, mit ihren Lobbyarmeen so massive Schlupflöcher in den Kohlenstoffhandel zu reißen, dass sie ungebremst weiter Milliarden mit dem Ausverkauf der Wälder und der Zerstörung unseres Planeten hätte verdienen können. Das Vertagen dieser Frage eröffnet jetzt die Möglichkeit, einen globalen Kohlenstoffhandel zu verhindern. 

 

Konzerne wollen an Zerstörung des Planeten verdienen

 

Konzerne, die weiter an der Zerstörung des Planeten und unserer Ökosysteme verdienen wollen, müssen sich auf wachsende Proteste der Zivilgesellschaft einstellen. Das Bekenntnis der EU zur Klimaneutralität war einer der wenigen Hoffnungsschimmer in der düsteren Stimmung in Madrid. Gemeinsam mit Ländern wie China, Indien und den progressiven Staaten des globalen Südens kann die EU dem Pariser Abkommen im kommenden Jahr neues Leben einhauchen.

 

Auf Deutschland liegt eine besondere Verantwortung

 

Auch die Bundesregierung muss nun zeigen, dass sie in dieser schwierigen Phase eine starke Antwort hat, denn mit der kommenden EU-Ratspräsidentschaft liegt auf Deutschland eine besondere Verantwortung. Nach dem inakzeptablen schwachen Klimapaket muss Kanzlerin Merkel schon in den nächsten Wochen mit deutlichen Verbesserungen zeigen, dass sie ein Teil der Lösung in der Klimakrise seien will. Der Rückhalt einer großen Mehrheit in der Bevölkerung ist ihr dabei sicher." Martin Kaiser

 

English version

 

A commentary by Greenpeace's CEO Martin Kaiser on the closed climate conference in Madrid, which was an attack on the heart of the Paris Accord. It betrays all those people around the world who have long been suffering the consequences of the climate crisis and are calling for rapid progress.

 

The cynical greed of the fossil industry has plunged the joint, multilateral fight against the obvious climate crisis into its deepest crisis. The ruthless policies of US President Trump and the Brazilian head of state Bolsonaro have escalated into a concrete blockade of the climate negotiations in Madrid.

 

Fossil industry struggles with lobby armies

 

The fossil industry around corporations such as BP, Shell, Exxon or Boeing had tried to tear such massive loopholes into the carbon trade with their lobby armies that they could have continued to earn billions unchecked by selling out the forests and destroying our planet. The postponement of this question now opens up the possibility of preventing a global carbon trade. 

 

Corporations want to earn from the destruction of the planet

 

Corporations that want to continue earning from the destruction of the planet and our ecosystems must adapt to growing protests from civil society. The EU's commitment to climate neutrality was one of the few glimmers of hope in the gloomy mood in Madrid. Together with countries like China, India and the progressive states of the global South, the EU can breathe new life into the Paris Agreement next year.

 

Germany has a special responsibility

 

The Federal Government, too, must now show that it has a strong answer in this difficult phase, because with the forthcoming EU Council Presidency, Germany has a special responsibility. After the unacceptably weak climate package, Chancellor Merkel will have to show in the coming weeks with clear improvements that she wants to be part of the solution to the climate crisis. She is assured of the support of a large majority of the population". Martin Kaiser

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