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Landtagswahl in Hessen: Die Freien Wähler ziehen vor den Staatsgerichtshof

 

Die Freien Wähler (FW) haben nach der hessische Landtagswahl festgestellt, dass es in

einigen Wahllokalen zu unplausiblen Ergebnissen gekommen sei. Dagegen hatte der Landtagskandidat der FW, Diego Semmler, Einspruch beim Wahlprüfungsgericht eingereicht. Jetzt habe das Gericht den Einspruch Semmlers als offensichtlich unbegründet zurückgewiesen und eine Neuauszählung der Stimmen mit dem Argument verweigert, dass die Änderung für das Ergebnis nicht relevant sei.

 

Das Gericht habe aber in 8 der 23 Fällen die Unplausibilität der Wahlergebnisse bestätigt. In zwei weiteren Fällen halte es sie zumindest für möglich. Es sei aber nur ein Wahllokal neu ausgezählt worden, in diesem habe sich die Unplausibilität bestätigt und es seien weitere Unregelmäßigkeiten gefunden worden, die andere Parteien betreffen. „Die Neuauszählung erfolgte auf Anweisung der Gemeinde, nicht auf Anweisung des Wahlprüfungsgerichts oder des Landeswahlleiters“, sagt Semmler und kritisiert diese Entscheidung. „Das Wahlprüfungsgericht hat nur gegen die Wahlniederschriften geprüft, aber nicht neu ausgezählt. Ein Großteil der Fehler kann durch diesePrüfung gar nicht entdeckt werden“. Der FW-Politiker vermutet, dass es bereits bei Anfertigung der Wahlniederschriften zu den Fehlern gekommen sei. „Das Gericht kann aufgrund des gewählten Verfahrens die Größe des Fehlers also nicht abschätzen und auch nicht, ob er relevant ist“, so Semmler weiter.

 

Anzahl der fehlerhaften Stimmen falsch berechnet

 

Außerdem habe der Landeswahlleiter in seiner Begründung die Anzahl der fehlerhaften Stimmen, die erforderlich seien, um eine Mandatsänderung herbeizuführen, falsch berechnet. Beispielsweise würden bei einer Vertauschung von Stimmen der CDU und AfD, statt 4326 Stimmen wie vom Landeswahlleiter berichtet, nur 2479 Stimmen benötigt, um eine Änderung der Sitzverteilung im Parlament herbei-zuführen. Auswirkungen auf die Reihenfolge der Parteien und die Parteienfinanzierung seien bei der Betrachtung ganz ignoriert.Semmler kündigte an, dass er gegen die unvollständige Prüfung seines Einspruchs in der kommenden Woche Wahlprüfungsbeschwerde beim Staatsgerichtshof einlegen werde. Dies sei dann die letzte Instanz.

 

In 48 Wahllokalen waren die Ergebnisse unplausibel

 

 Zum Hintergrund: Bei einer „systematischen Untersuchung“ der Landtagswahlergebnisse sind Semmler 48 Wahllokale aufgefallen, deren Ergebnisse sehr unplausibel gewesen seien. „Ich habe daraufhin den Landeswahlleiter und alle betroffenen Kreiswahlleiter angeschrieben, dem nachzu-gehen“, so Semmler. Von 14 Wahllokalen sei bekannt, dass diese auf seinen Hinweis hin neu ausgezählt wurden. In 13 Wahllokalen davon habe sich seine Vermutung als richtig erwiesen.

23 Wahllokale seien aber nicht neu ausgezählt worden. 

 

Alle Unregelmäßigkeiten sind bekannt gewesen

 

Dem Landeswahlleiter seien alle Unregelmäßigkeiten bereits vor dem amtlichen Endergebnis bekannt gewesen. „Er hätte diesen Hinweisen nachgehen müssen und die betroffenen Wahllokale neu aus-zählen lassen müssen. Insbesondere als sich schon in einigen Wahlkreisen abgezeichnet hat, dass meine Hinweise stichhaltig sind“, sagt Semmler.

Weiterhin hätte der Landeswahlleiter eigene Überprüfungen anstellen und diese Auffälligkeiten selbst entdecken und korrigierenmüssen. „Als Wähler erwarte ich, dass meine Stimme korrekt gezählt wird und nicht nur ein ungefähres Wahlergebnis ermittelt wird. DieLandtagswahl ist die wichtigste Abstimmung in Hessen und legitimiert über das Parlament die Regierung und alle Gesetze. Sie sollte daher mit der notwendigen Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt werden“, sagt Semmler.

 

Wahlvorstand könnte Wahlergebnisse manipulieren

 

Nach Meinung des FW-Politikers hätten seine Recherchen gezeigt, dass jeder Wahlvorstand in der Lage sei, unplausible Ergebnisse zu melden ohne dass diese überprüft werden. „Obwohl ich glaube, dass die Fehler ein Versehen waren, wäre es möglich, dass ein Wahlvorstand über Jahrzehnte die Wahlergebnisse manipuliert, ohne dass der Landeswahlleiter dies merkt“, so Semmler abschließend.  mei

 

English version

 

Because of possible irregularities in the Hessian state elections, the free voters lodged an appeal with the electoral review court. Now the court has rejected this objection because the election results would not change. After the Hessian state elections, the Free Voters (FW) found that there were some polling stations had come to implausible results.

 

FW's state parliamentary candidate, Diego Semmler, had lodged an objection with the electoral review court. Now the court had rejected Semmler's objection as obviously unfounded and refused a recount of the votes with the argument that the change was not relevant to the result.

 

However, in 8 of the 23 cases the court had confirmed the implausibility of the election results. In two other cases, it considered it at least possible. However, only one polling station had been recounted, in which the implausibility had been confirmed and further irregularities had been found which affected other parties. "The recount was carried out on the instruction of the municipality, not on the instruction of the electoral review court or the state election administrator," said Semmler, criticizing this decision. "The electoral review court only checked against the election transcripts, but did not recount. A large number of the errors cannot be detected by this examination". The FW politician suspects that the errors had already occurred when the election transcripts were being prepared. "The court cannot estimate the size of the error or whether it is relevant because of the chosen procedure," Semmler continued.

 

Number of incorrectly calculated votes

 

In addition, the State Electoral Commissioner, in his statement of reasons, incorrectly calculated the number of erroneous votes required to bring about a change of mandate. For example, if the votes of the CDU and AfD were swapped, only 2479 votes would be required to bring about a change in the distribution of seats in parliament, instead of 4326 votes as reported by the state election administrator. Semmler announced that he would appeal to the State Court next week against the incomplete examination of his appeal. This would then be the last instance.

 

In 48 polling stations the results were implausible

 

 On the background: In a "systematic investigation" of the state election results, Semmler noticed 48 polling stations whose results were very implausible. "I have written to the state election administrator and all the district election administrators concerned to investigate the matter," said Semmler. It is known that 14 polling stations were recounted on his advice. In 13 of these polling stations his assumption proved to be correct.

However, 23 polling stations were not recounted. 

 

All irregularities were known

 

The State Election Commissioner had already been aware of all irregularities before the official final result. "He should have followed up these indications and had the polling stations concerned recounted. Especially when it became apparent in some constituencies that my indications were valid," says Semmler. Furthermore, the State Election Commissioner should have carried out his own checks and discovered and corrected these anomalies himself. "As a voter, I expect my vote to be counted correctly and not just an approximate election result. The state election is the most important vote in Hesse and legitimizes the government and all laws through the parliament. It should therefore be conducted with the necessary care and seriousness", says Semmler.

 

Election committee could manipulate election results

 

In the opinion of the FW politician, his research had shown that any electoral board was able to report implausible results without checking them. "Although I believe that the errors were an oversight, it would be possible for an electoral board to manipulate election results for decades without the State Election Commissioner noticing," concluded Semmler. mei

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