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Experte: Der Klimaschutz wird zur Allzweckwaffe gegen unliebsames Verhalten

Das sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung.

 "Der Klimaschutz wird zur Allzweckwaffe im Kampf gegen unliebsames Verhalten erklärt." Plastik im Meer sei schlimm, Raser auf den Autobahnen seien gefährlich, erklärte der ehemalige Leiter des Helmholtz-Instituts für Küstenschutz, "aber beides ist kein Klimaproblem". 

 

Mit Blick auf die Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, seien die Aktivitäten von "Fridays for Future" indes "vollständig legitim", ergänzte von Storch. Wenn das Ziel erreicht werden solle, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten, "müssen die Netto-Emissionen bis 2050 auf null gebracht werden, und zwar überall auf der Welt". Eine Dekarbonisierung nur in Deutschland würde "dem Weltklima kaum etwas bringen", so von Storch. "Der Rest der Welt muss mitziehen." 

Harsche Kritik übte der Mathematiker und Physiker am Widerstand in der Bevölkerung gegen den Ausbau erneuerbarer Energien. "Wir sollten aufhören, gegen jede Form der Modernisierung zu klagen, wenn sie uns persönlich nicht passt, seien es Windmühlen, Stromtrassen oder Bahnstrecken", so sein Plädoyer. "Es muss Schluss sein mit dem Sankt-Florians-Prinzip." 

 

Das Potenzial von Kernenergie prüfen

 

Und von Storch forderte: "Das Potenzial der Kernenergie für klimaneutrale Stromerzeugung sollte intensiv geprüft werden." So emittiere Frankreich durch Atomkraft viel weniger Treibhausgase als Deutschland. "Eine Laufzeitverlängerung unserer Meiler könnte sinnvoll sein, um kurzfristig CO2 einzusparen", betonte der Forscher. "Wenn der Klimaschutz die alles beherrschende Herausforderung ist, können wir ja nicht aus ideologischen Gründen sagen, wir verzichten dabei aber auf die Kernkraft. Hier brauchen wir eine Offenheit, die auch die technologischen Fortschritte anerkennt, wenn es um die Sicherheit und strahlenden Müll geht." Die Deutschen sollten nicht meinen, sie "wüssten es besser als alle anderen". pm, ots

 

English version

 

Meteorologist Hans von Storch has sharply attacked the "Fridays for Future" movement. "Pupils' demonstrations have led to every environmental problem being subsumed under the topic of climate, as you can read on the pupils' posters," von Storch told the Neue Osnabrücker Zeitung.

 

 "Climate protection is declared the all-purpose weapon in the fight against unpleasant behaviour." Plastic in the sea is bad, speeders on the motorways are dangerous, the former head of the Helmholtz Institute for Coastal Protection explained, "but neither is a climate problem". 

 

With regard to the need to reduce CO2 emissions, however, the activities of "Fridays for Future" are "completely legitimate", added von Storch. If the goal of keeping global warming below two degrees is to be achieved, "net emissions must be brought to zero by 2050, all over the world". According to von Storch, decarbonization in Germany alone would "hardly benefit the global climate". "The rest of the world must follow suit." 

The mathematician and physicist harshly criticized the resistance in the population against the expansion of renewable energies. "We should stop complaining about every form of modernization if it doesn't suit us personally, be it windmills, power lines or railway lines," he said. "There must be an end to the St. Florian's principle." 

 

Examine the potential of nuclear energy

 

And von Storch demanded: "The potential of nuclear energy for climate-neutral electricity generation should be intensively examined. For example, France emits far fewer greenhouse gases through nuclear power than Germany. "Extending the operating life of our nuclear power plants could be a sensible way of saving CO2 in the short term," the researcher stressed. "If climate protection is the all-dominant challenge, we cannot say for ideological reasons, but we will forego nuclear power. Here we need an openness that also recognizes technological advances when it comes to safety and radiating waste". The Germans shouldn't think they "know better than everyone else". pm, ots, mei

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