· 

Klaus Esser: Die Mannesmann-Übernahme durch Vodafone war ein großes Unglück

Das sagt er in einem Interview der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Anlass ist der Jahrestag des Aufsichtsratsbeschlusses vom 4. Februar 2000, das Unternehmen für 190 Milliarden Euro an Vodafone zu verkaufen. Esser sagte: "Die Fortführung unserer Strategie wäre für die Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre besser gewesen, weil es mehr Wachstum und Gewinn gegeben hätte. Die Integration von Mobilkommunikation und Festnetzkommunikation war damals schon bei uns praktiziertes Konzept."

 

Esser berichtete, Mannesmann habe schon im Jahr 1999 versucht, die TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom zu kaufen, die die eher auf Mobilfunk konzentrierte Vodafone erst in den letzten Jahren erworben hat. Esser: "Wir hatten in 1999 geboten auf das Kabelnetz der Deutschen Telekom für die Fernsehversorgung in Wohngegenden. Das hätte uns in der Telekommunikation ab 2000 sehr stark gemacht. Genau deshalb wollte die Deutsche Telekom absolut nicht, dass wir das Kabelnetz bekämen.  Dieser Konflikt war hochpolitisch. Hätten wir in 2000 Mannesmann fortgeführt, hätten wir mit sehr guten Argumenten sehr gute Chancen gehabt."

 

Die meisten Menschen hatten keinen Grund, sich zu freuen

 

Der jetzt 72-jährige zeigte Verständnis dafür, dass die Öffentlichkeit entsetzt auf die 16-Millionen-Euro-Prämie an ihn nach der Übernahme reagierte: "Die Aktionäre fanden, dass die 16 Millionen Prämie passend sei, bei dieser einzigartigen Kurssteigerung von 150 Milliarden Euro. Aber die meisten Menschen waren eben nicht Aktionäre, hatten keinen Grund, sich zu freuen und fanden meine Prämie sei zu hoch. Das verstehe ich." Trotzdem sei der Bonus an ihn nicht rechtswidrig gewesen, sagte er. Er wäre lieber Mannesmann-Chef geblieben als das Geld zu erhalten: "Natürlich hätte ich lieber keine Prämie bekommen und weiter meine Arbeit gemacht für Mannesmann und die Aktionäre." pm, ots

 

English version

 

The former head of Mannesmann, Klaus Esser, sees the takeover of Vodafone 20 years ago as a "great misfortune". He says this in an interview with the Düsseldorf "Rheinische Post". The occasion is the anniversary of the supervisory board's decision on February 4, 2000 to sell the company to Vodafone for 190 billion euros. Esser said: "The continuation of our strategy would have been better for employees, customers and shareholders because there would have been more growth and profit. The integration of mobile communications and fixed network communications was already a practiced concept at that time".

 

Esser reported that Mannesmann had already tried to buy Deutsche Telekom's TV cable networks in 1999, while Vodafone, which is more focused on mobile communications, had only acquired them in recent years. Esser: "In 1999, we had bid on Deutsche Telekom's cable network for television coverage in residential areas. That would have made us very strong in telecommunications from 2000. This is precisely why Deutsche Telekom absolutely did not want us to get the cable network.  This conflict was highly political. If we had continued Mannesmann in 2000, we would have had very good chances with very good arguments."

 

Most people had no reason to be happy

 

The now 72-year-old showed understanding for the fact that the public reacted in horror to the 16 million euro premium paid to him after the takeover: "The shareholders felt that the 16 million premium was appropriate, given this unique share price increase of 150 billion euros. But most people were simply not shareholders, had no reason to be happy and thought my premium was too high. I understand that." Nevertheless, the bonus paid to him was not illegal, he said. He would have preferred to remain head of Mannesmann rather than receive the money: "Of course I would have preferred not to receive a bonus and to continue doing my work for Mannesmann and the shareholders. pm, ots, mei

Kommentar schreiben

Kommentare: 0