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Lateinamerika im Fokus: Ein Krisenkontinent auf den Weg in die Zukunft

Am Freitag, 7. Februar, 21 Uhr, nimmt das 3sat-Wirtschaftsmagazin "makro" in der Ausgabe "Lateinamerika" die Wirtschaften Lateinamerikas unter die Lupe, beleuchtet Krisenursachen und stellt zukunftsweisende Projekte vor.

 

Das vergangene Jahr war für viele Lateinamerikaner von Unruhen geprägt. Bei Protesten in der Hauptstadt Santiago de Chile starben 2019 mehr als ein Dutzend Menschen. Aus Widerstand gegen eine Erhöhung der Ticketpreise im Nahverkehr entwickelte sich ein genereller Protest gegen soziale Ungleichheit. Die Eruption in Chile steht in einer Reihe mit anderen Protestbewegungen in Lateinamerika. Sinkende Rohstoffpreise und schwache Wirtschaftsleistung, hohe Schulden und Hyperinflationen ließen große Bevölkerungsteile Lateinamerikas verarmen. Linke und rechte Regierungen sind gescheitert. Gebeutelt von Krisen gingen 2019 Mittelschicht und Jugend auf die Straße. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Viele Menschen fühlen sich abgehängt und sehen keine Perspektive. In Argentinien beispielsweise leben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die Inflation liegt bei über 50 Prozent, und an der Börse verloren die Aktienkurse bis zu Dreiviertel ihres Wertes. 

 

Neoliberale Regierungen konnten den Niedergang nicht abwenden

 

Noch um die Jahrtausendwende waren vielerorts sozialistische Regierungen im Amt und verteilten die reichlich sprudelnden Einnahmen aus dem Rohstoffboom an sozial Schwache. Mit dem Ende des Rohstoff-Booms und leeren Staatskassen wendete sich das Blatt. Auch neoliberale Regierungen konnten den Niedergang nicht abwenden. Marktwirtschaftliche Konzepte scheinen ebenso diskreditiert wie sozialistische. Ausgleichende Wirtschaftsreformen wurden verschleppt. Doch genau die bräuchten Lateinamerikas Unternehmen, um planen und prosperieren zu können. Denn der Kontinent hat mit seinem Rohstoffreichtum und seiner jungen Bevölkerung viel zu bieten. pm, ots

 

English version

 

Dismissed presidents, social unrest, police violence - many Latin American countries are struggling with how the continent can overcome its economic crisis. On Friday, 7 February, 9 pm, the 3sat business magazine "makro" will take a close look at the economies of Latin America in its "Latin America" issue, highlighting the causes of the crisis and presenting forward-looking projects.

 

The past year was marked by unrest for many Latin Americans. More than a dozen people died in protests in the capital Santiago de Chile in 2019. Resistance to an increase in ticket prices for local transport developed into a general protest against social inequality. The eruption in Chile is in line with other protest movements in Latin America. Falling commodity prices and weak economic performance, high debt and hyperinflation impoverished large parts of Latin America's population. Left-wing and right-wing governments have failed. Shaken by crises, middle class and youth took to the streets in 2019. The gap between rich and poor is growing. Many people feel disconnected and see no prospects. In Argentina, for example, more than 40 percent of the population lives below the poverty line, inflation is over 50 percent, and stock market prices have lost up to three-quarters of their value. 

 

Neoliberal governments could not avert the decline

 

At the turn of the millennium, socialist governments were still in office in many places and distributed the abundant revenues from the raw materials boom to the socially disadvantaged. With the end of the raw materials boom and empty state coffers, the tide turned. Even neo-liberal governments could not avert the decline. Market economy concepts seem as discredited as socialist ones. Balancing economic reforms were delayed. But that is exactly what Latin America needs companies to plan and prosper. With its wealth of raw materials and its young population, the continent has much to offer. pm, ots, mei

 

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