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In Europa gibt es erhebliche Unterschiede beim Brutto-Inlandsprodukt (BIP)

Die Karte zeigt, dass erhebliche Unterschiede sowohl zwischen als auch innerhalb der Mitgliedstaaten bestehen. Diese Informationen sind Daten zu entnehmen, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht wurden. 

 

Die Regionen mit dem höchsten BIP pro Kopf waren 2018 nach Luxemburg (263% des EU-Durchschnitts), der Süden (225%) und Osten und Midland (210%) in Irland, die Brüsseler Region (203%) in Belgien, Hamburg in Deutschland (197%) und Prag in Tschechien (192%). 20% der EU-Bevölkerung und 32% des EU-BIP entfallen auf 39 Regionen, in denen das BIP pro Kopf bei mindestens 128% des EU-Durchschnitts liegt. 

 

Demografische Faktoren spielen wichtige Rolle

 

Im Gegensatz dazu lagen nach der französischen Übersee-Region Mayotte (30% des EU-Durchschnitts) die drei Regionen mit dem niedrigsten Prozentsatz in Bulgarien: Nordwestbulgarien (34%), Nördliches Mittelbulgarien (35%) und Südliches Mittelbulgarien (36%). Was Mayotte betrifft, so lässt sich das niedrige BIP pro Kopf hauptsächlich durch demografische Faktoren erklären, da 42% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt sind. 21% der EU-Bevölkerung und 12% des EU-BIP entfallen auf 57 Regionen mit einem BIP pro Kopf von höchstens 67% des EU-Durchschnitts. Die anderen drei in der Karte dargestellten Gruppen von Regionen mit einem BIP pro Kopf von 105 bis 127, 84 bis 104 und 68 bis 83 des EU-Durchschnitts machen 25%, 18% bzw. 14% des BIP der EU aus. 

In Bezug auf die Arbeitsproduktivität bestehen regionale BIP-Unterschiede von 35% bis 235%.

 

Unterschiede beim regionalen BIP

 

Im Jahr 2018 reichte das regionale BIP je Beschäftigtem, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, von 35% des Durchschnittswerts in der Europäischen Union (EU) im Südlichen Mittelbulgarien bis zu 235% des Durchschnitts in der irischen Region Süden. Nach dem Süden (235% des Durchschnitts) und der Region Osten und Midland (205%) in Irland waren 2018 Luxemburg (165%), die Brüsseler Region (161%) in Belgien, Île de France (158%) in Frankreich und drei weitere Provinzen in Belgien - Wallonisch-Brabant (157%), Flämisch-Brabant (144%) und Antwerpen (143%) - die führenden Regionen beim BIP je Beschäftigtem. 

 

Pendler sorgen für ein höheres BIP

 

In vielen dieser Regionen ist das BIP pro Kopf höher als das BIP je Beschäftigtem. Ein höheres BIP pro Kopf im Vergleich zum BIP je Beschäftigtem kann auf viele Faktoren zurückzuführen sein. Häufig liegt dies in Regionen, in denen das BIP pro Kopf besonders hoch ist, am Netto-Pendlerzustrom. Dadurch erhöht sich in den Regionen, in denen diese Pendler beschäftigt sind, tendenziell das BIP pro Kopf, während es in den Regionen ihres Wohnsitzes abnimmt. Weitere Ursachen sind eine höhere Erwerbsbeteiligung, niedrigere Arbeitslosenquoten und ein höherer Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die Auswirkungen dieser Faktoren lassen sich anhand eines Vergleichs zwischen dem Pro-Kopf-BIP und dem BIP je Beschäftigtem untersuchen. Die größten Unterschiede zwischen einem hohen Pro-Kopf-BIP und einem niedrigen BIP je Beschäftigtem in Prozent des EU-Durchschnitts wurden 2018 in Luxemburg (263% im Vergleich zu 165%) festgestellt, gefolgt von Prag (192% gegenüber 121%) in Tschechien und Budapest (145% im Vergleich zu 75%) in Ungarn. 

 

Geringe Erwerbsbevölkerung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung

 

Die größten Unterschiede zwischen einem hohen BIP je Beschäftigtem und einem niedrigen BIP pro Kopf in Prozent des EU-Durchschnitts waren dagegen in drei französischen Übersee-Regionen zu beobachten: Französisch-Guayana (105% gegenüber 48%), Mayotte (79% gegenüber 30%) und Guadeloupe (107% gegenüber 73%), gefolgt von Sizilien (90% gegenüber 59%) in Italien und die Provinz Hainaut (105% gegenüber 75%) in Belgien. Ein niedrigeres BIP pro Kopf im Vergleich zur Arbeitsproduktivität in Prozent des EU-Durchschnitts ist darauf zurückzuführen, dass der Anteil der Erwerbstätigen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung geringer ist.

 

Regionale Unterschiede bei der Arbeitsproduktivität

 

Dies lässt sich durch eine geringere Erwerbsbeteiligung, höhere Arbeitslosenquoten, einen höheren Anteil der sich nicht im erwerbsfähigen Alter befindlichen Bevölkerung und/oder einen höheren Nettoabfluss von Pendlern erklären. Regionale Unterschiede bei der Arbeitsproduktivität sind erheblich geringer als beim BIP pro Kopf: In den EU-Mitgliedstaaten mit mehr als zwei NUTS-2-Regionen sind die höchsten Unterschiede zwischen den Regionen mit dem höchsten und niedrigsten BIP pro Kopf in Rumänien (ein Verhältnis von 3,6), Polen und der Slowakei (beide 3,3), Ungarn (3,2), Irland (3,1) und Tschechien (3,0) zu beobachten. Die niedrigsten Unterschiede sind dagegen in Portugal, Finnland (beide 1,5), Österreich, Schweden (beide 1,7), Spanien und den Niederlanden (beide 1,9) zu verzeichnen. 

 

Unterschiede beim BIP

 

Diese auffälligen regionalen Unterschiede beim BIP pro Kopf werden erheblich kleiner, wenn das BIP je Beschäftigtem, also die Arbeitsproduktivität, betrachtet wird. Am deutlichsten wird dies in Ungarn (ein Verhältnis von 3,2 beim BIP pro Kopf gegenüber 1,1 beim BIP je Beschäftigtem), der Slowakei (3,3 gegenüber 1,8), Italien (2,8 gegenüber 1,6), Belgien (2,8 gegenüber 1,7) und Tschechien (3,0 gegenüber 1,9). Unter den EU-Mitgliedstaaten mit den größten regionalen Unterschieden bleibt das beim BIP pro Kopf zu verzeichnende Verhältnis lediglich in Rumänien (3,5) und Irland (3,0) auf einem ähnlichen Niveau, wenn es je Beschäftigtem ausgedrückt wird.

 

Bildrechte: Europäische Union, Fotograf: EUROSTAT

 

English version

 

The map shows that there are significant differences both between and within Member States. This information is taken from data published by Eurostat, the statistical office of the European Union. 

 

The regions with the highest GDP per capita in 2018 were after Luxembourg (263% of the EU average), the South (225%) and East and Midland (210%) in Ireland, the Brussels region (203%) in Belgium, Hamburg in Germany (197%) and Prague in the Czech Republic (192%). 20% of the EU population and 32% of EU GDP are concentrated in 39 regions where GDP per capita is at least 128% of the EU average. 

 

Demographic factors play an important role

 

In contrast, after the French overseas region of Mayotte (30% of the EU average), the three regions with the lowest percentage were in Bulgaria: North West Bulgaria (34%), North Central Bulgaria (35%) and South Central Bulgaria (36%). As far as Mayotte is concerned, the low GDP per capita can be explained mainly by demographic factors, with 42% of the population under 15 years old. 21% of the EU population and 12% of the EU GDP are accounted for by 57 regions with a GDP per capita not exceeding 67% of the EU average. The other three groups of regions shown on the map, with GDP per capita of 105 to 127, 84 to 104 and 68 to 83 of the EU average, account for 25%, 18% and 14% respectively of the EU average GDP. In terms of labour productivity, there are regional GDP differences of 35% to 235%.

 

Regional GDP differences

 

In 2018, regional GDP per person employed, expressed in purchasing power standards, ranged from 35% of the European Union (EU) average in South Central Bulgaria to 235% of the average in the South Region of Ireland. After the South (235% of the average) and the East and Midland region (205%) in Ireland, the leading regions in terms of GDP per person employed in 2018 were Luxembourg (165%), the Brussels region (161%) in Belgium, Île de France (158%) in France and three other provinces in Belgium - Walloon Brabant (157%), Flemish Brabant (144%) and Antwerp (143%). 

 

Commuters generate higher GDP

 

In many of these regions, GDP per capita is higher than GDP per person employed. A higher GDP per capita compared to GDP per person employed can be due to many factors. Often, in regions where GDP per capita is particularly high, this is due to net commuter inflow. As a result, GDP per capita tends to increase in regions where these commuters are employed, while it decreases in regions where they are resident. Other causes include higher labour force participation, lower unemployment rates and a higher proportion of the working age population. The impact of these factors can be examined by comparing GDP per capita with GDP per person employed. The largest differences between high GDP per capita and low GDP per employee as a percentage of the EU average were observed in Luxembourg in 2018 (263% compared to 165%), followed by Prague (192% compared to 121%) in the Czech Republic and Budapest (145% compared to 75%) in Hungary. 

 

Small working population compared to the total population

 

In contrast, the largest differences between a high GDP per employee and a low GDP per capita as a percentage of the EU average were observed in three French overseas regions: French Guiana (105% vs 48%), Mayotte (79% vs 30%) and Guadeloupe (107% vs 73%), followed by Sicily (90% vs 59%) in Italy and the province of Hainaut (105% vs 75%) in Belgium. A lower GDP per capita compared to labour productivity as a percentage of the EU average is due to the fact that the share of employed persons is lower compared to the total population.

 

Regional differences in labour productivity

 

A lower GDP per capita compared to labour productivity as a percentage of the EU average is due to the fact that the share of employed persons is lower compared to the total population. This can be explained by lower labour force participation, higher unemployment rates, a higher proportion of the population not of working age and/or a higher net outflow of commuters. Regional disparities in labour productivity are much smaller than in GDP per capita: among EU Member States with more than two NUTS 2 regions, the highest differences between the regions with the highest and lowest GDP per capita are observed in Romania (a ratio of 3.6), Poland and Slovakia (both 3.3), Hungary (3.2), Ireland (3.1) and the Czech Republic (3.0). In contrast, the lowest differences are found in Portugal, Finland (both 1.5), Austria, Sweden (both 1.7), Spain and the Netherlands (both 1.9). 

 

Differences in GDP per capita

 

These striking regional differences in GDP per capita become much smaller when GDP per person employed, i.e. labour productivity, is considered. This is most evident in Hungary (a ratio of 3.2 of GDP per capita to 1.1 of GDP per employee), Slovakia (3.3 vs. 1.8), Italy (2.8 vs. 1.6), Belgium (2.8 vs. 1.7) and the Czech Republic (3.0 vs. 1.9). Among the EU Member States with the greatest regional disparities, only Romania (3.5) and Ireland (3.0) maintain a similar ratio of GDP per capita when expressed per person employed. pm, ots, mei

 

Image rights: European Union Photographer: EUROSTAT

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