Die deutsch-russischen Beziehungen müssen wiederbelebt werden

Im Interview mit der Tageszeitung "neues deutschland" warnte der langjährige brandenburgische Ministerpräsident vor den fatalen Folgen, die eine anhaltende politische Eiszeit für die Bundesrepublik und die ganze EU haben könnte.

 

Zwischen den "wirtschaftlich und militärisch starken Polen" um die USA und China habe Europa die Wahl, "allein und ohne Rohstoffe" dazustehen oder eine "sinnvolle Partnerschaft mit Russland" einzu-gehen. Optimistisch stimme ihn, so Platzeck, "dass stabil 70 bis 85 Prozent der Deutschen von der Bundesregierung erwarten, dass sie unser Verhältnis zu Russland verbessert".

 

Einbindung in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur

 

Nötig seien dafür unter anderem die Einbindung des Landes in eine "gemeinsame Sicherheitsarchitektur" und eine Anerkennung der historischen Bedeutung der Roten Armee beim Sieg über den Faschismus. "Viele Russen nehmen sehr wohl wahr, dass ihre Leistungen im Zweiten Weltkrieg in westlichen Darstellungen oft als nachrangig angesehen werden und eher der "D-Day", also die Landung der Westalliierten in der Normandie, oder die Ardennen-Schlacht als entscheidende Ereignisse bei der Bezwingung des Hitler-Regimes gefeiert werden. Als hätte es die entscheidenden Schlachten vor Moskau, von Stalingrad oder in Kursk nicht gegeben", kritisierte der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums. pm, ots

 

English version

 

Former SPD federal chairman Matthias Platzeck has called for a revival of German-Russian relations "at eye level". In an interview with the daily newspaper "neues deutschland", the long-standing Prime Minister of Brandenburg warned of the fatal consequences that a continuing political ice age could have for the Federal Republic and the entire EU.

 

Between the "economically and militarily strong poles" around the USA and China, he said, Europe had the choice of standing by "alone and without raw materials" or entering into a "meaningful partnership with Russia". Platzeck said he was optimistic that "between 70 and 85 percent of Germans expect the German government to improve our relationship with Russia".

 

Integration into a common security architecture

 

Among other things, this would require the integration of the country into a "common security architecture" and recognition of the historical significance of the Red Army in the victory over fascism. "Many Russians are well aware that their achievements in the Second World War are often regarded as secondary in Western representations and that the "D-Day", i.e. the landing of the Western Allies in Normandy, or the Battle of the Bulge are more likely to be celebrated as decisive events in the defeat of the Hitler regime. As if the decisive battles off Moscow, of Stalingrad or in Kursk had not taken place," criticized the chairman of the German-Russian Forum. pm, ots, mei