· 

Der Nasdaq 100 peilt sein Allzeithoch vom Februar an - aber es besteht ein Konzentrationsrisiko

Tatsächlich bleibt er weiterhin der einzige der großen US-Indizes, der seit Jahresbeginn gerechnet im Plus liegt - und auch sein im Februar erreichtes Allzeithoch ist für den Nasdaq 100 schon wieder in Sichtweite. Die übergeordnete bullishe Stimmung im Marktsegment zeigt sich auch darin, dass die Bewertungen eine kräftige V-förmige Erholung hingelegt haben. 

 

So hatte sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Index auf Basis von Zwölfmonatsprognosen zwischen März 2009 und Februar des laufenden Jahres von 12 auf 25 ausgeweitet, nur um auf 18 einzubrechen - mittlerweile liegt es laut der Commerzbank wieder bei 27. Nach einem derart steilen Anstieg der Bewertungen sei zu erwarten, dass die jüngste Marktrally an Momentum verlieren und in den kommenden Wochen auslaufen werde. Denn der Optimismus der Marktteilnehmer stütze sich weiterhin nicht auf eine fundamentale Stärke, sondern vorrangig auf die Effekte der expansiven Fed-Geldpolitik. 

 

Nasdaq 100 ist kein reiner Technologie-Index

 

Ob dieses Argument auch für den Nasdaq 100 gilt, darf aber durchaus bezweifelt werden. Zwar ist dieser anders als häufig beschrieben kein reiner Technologieindex und beinhaltet auch stark von der Krise betroffene Titel wie United Airlines. Allerdings haben Tech- und Online-Riesen wie Apple, Microsoft, Amazon und die Google-Mutter Alphabet bei weitem das größte Gewicht im Nasdaq 100 und machen 50% der Marktkapitalisierung aus. Und diese Unternehmen sind bislang nur in äußerst geringem Umfang von den Folgen der Coronakrise betroffen. Sie alle verzeichneten im ersten Quartal ein Umsatzwachstum. Gerade Amazon gehört zu den großen Krisenprofiteuren. Schließlich verfügt das Unternehmen über eine dominante Position im Internet-Einzelhandel, der in Lockdown-Zeiten enorm an Zulauf gewonnen hat. Überstrahlt wird die Amazon-Aktie im Nasdaq 100 in Bezug auf coronabedingte Gewinne noch von Zoom. Das Papier des Videochat-Anbieters liegt im laufenden Jahr mit über 150% im Plus. 

 

Langfristiger Erfolg spricht für den Index

 

Neben der Performance in der Krise scheint auch der langfristige Erfolg für den Nasdaq 100 zu sprechen. Laut dem Vermögensverwalter Unigestion weisen die im Index vertretenen Unternehmen nicht nur ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum auf, sondern haben in den vergangenen fünf Jahren auch anderthalbmal höhere Gewinnspannen als die Unternehmen des S&P 500 erzielt. 

Während der Nasdaq 100 laut dem Assetmanager DNB zwischen 1985 und 2019 eine jährliche Rendite von 13,5% aufgewiesen hat, ist der S&P 500 im gleichen Zeitraum im Schnitt nur auf 11% gekommen. Der Tech-Sektor bleibe weiterhin interessant, da viele Branchen über Innovationen wie 5G und künstliche Intelligenz ihre Produktivität zu verbessern suchten. 

 

Es besteht auch ein Konzentrationrisiko

 

Allerdings stellt die hohe Gewichtung einiger weniger Tech-Werte im Nasdaq auch ein Konzentrationsrisiko dar. Mittelfristig würde ein demokratischer Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen laut Unigestion zudem die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Regulierung der US-Tech-Industrie ernsthaft erhöhen. Kurzfristig liegt die größte Gefahr aber wohl in den wieder aufkeimenden Spannungen im Streit zwischen Washington und Peking. Gerade der Nasdaq könnte unter einem wiederaufflammenden Handelskonflikt leiden, exportieren die USA neben Rohstoffen doch vor allem höherwertige Waren und Dienstleistungen nach China. Bereits jetzt gehen die bisher beschlossenen verschärften Exportkontrollen aber am US-Technologiesektor nicht spurlos vorüber.

pm, ots; Quelle: Börsen-Zeitung, Alex Wehnert

 

English version

 

In the meantime, the return of uncertainty on the markets has also reached the Nasdaq 100. The US index has suffered losses since the middle of the week - although it has recently shown itself to be particularly firm in a volatile market environment. In fact, it remains the only one of the major US indices to have been in the black since the beginning of the year - and its all-time high reached in February is already in sight again for the Nasdaq 100. The overall bullish mood in the market segment is also reflected in the fact that valuations have made a strong V-shaped recovery. 

 

Between March 2009 and February of this year, the price-earnings ratio in the index based on 12-month forecasts had widened from 12 to 25, only to collapse to 18 - and now, according to Commerzbank, it is back to 27. After such a steep rise in valuations, the latest market rally is expected to lose momentum and expire in the coming weeks. This is because the optimism of market participants is still not based on fundamental strength, but primarily on the effects of the Fed's expansive monetary policy. 

 

Nasdaq 100 is not a pure technology index

 

Whether this argument also applies to the Nasdaq 100, however, is open to doubt. In contrast to what is often described, the Nasdaq 100 is not a pure technology index and also includes stocks such as United Airlines, which were heavily affected by the crisis. However, tech and online giants such as Apple, Microsoft, Amazon and Google's mother alphabet have by far the largest weight in the Nasdaq 100 and account for 50% of the market capitalisation. And these companies have so far been affected by the consequences of the corona crisis only to a very limited extent. They all reported sales growth in the first quarter. Amazon in particular is one of the big winners of the crisis. After all, the company has a dominant position in Internet retailing, which has gained enormously in popularity during lockdown periods. Amazon shares on the Nasdaq 100 are outshone by Zoom in terms of corona-related profits. The paper of the video chat provider is in the plus in the current year with over 150%. 

 

Long-term success speaks for the index

 

In addition to the performance during the crisis, the long-term success of the Nasdaq 100 also seems to speak for itself. According to asset manager Unigestion, the companies included in the index not only show above-average sales growth, but have also achieved profit margins that are one and a half times higher than those of the S&P 500 over the past five years. 

While the Nasdaq 100, according to asset manager DNB, had an annual return of 13.5% between 1985 and 2019, the S&P 500 averaged only 11% over the same period. The tech sector remains interesting as many industries are looking to improve productivity through innovations such as 5G and artificial intelligence. 

 

There is also a concentration risk

 

However, the high weighting of a few tech stocks in the Nasdaq also represents a concentration risk. In the medium term, a democratic victory in the US presidential elections would also seriously increase the likelihood of stronger regulation of the US tech industry, according to Unigestion. In the short term, however, the greatest danger is probably the resurgent tensions in the dispute between Washington and Beijing. The Nasdaq in particular could suffer from a resurgent trade conflict, as the US exports not only raw materials but also, above all, higher-value goods and services to China. However, the tighter export controls that have been agreed so far are not leaving the US technology sector unaffected.

pm, ots, mei; Source: Börsen-Zeitung, Alex Wehnert

Kommentar schreiben

Kommentare: 0