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Viele Kurzarbeiter in Deutschland fürchten um ihren Arbeitsplatz

Dies sind zentrale Ergebnisse des jüngsten Berichts aus der Mannheimer Corona-Studie der Universität Mannheim und dem ZEW Mannheim, der sich schwerpunktmäßig mit dem subjektiven Arbeitslosigkeitsrisiko befasst.

 

Trotz der Schwere des ökonomischen Einbruchs im März und April ist der Anteil der Befragten, die nur kein oder nur ein geringes Risiko für den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes auf Jahresfrist sehen, zwischen Januar und Mai lediglich von 92,5 auf 85,1 Prozent gefallen.Deutlich dramatischer ist der Effekt hingegen für bestimmte Untergruppen. Unter den Kurzarbeitern hält etwa ein Drittel den eigenen Arbeitsplatz für akut gefährdet. Friedrich Heinemann, Koautor der Studie und Bereichsleiter am ZEW Mannheim kommentiert dazu: „Das Instrument der Kurzarbeit wird von den Betroffenen längst nicht mehr als zuverlässiger Schutz gegen Arbeitslosigkeit betrachtet“.

 

Menschen aus prekären Bechäftigungsverhältnissen sind am stärksten betroffen

 

Noch hochgradig pessimistischer sind Menschen, die jetzt bereits ohne Lohn freigestellt wurden. Von ihnen glaubt mit 26,9 Prozent nur noch gut jeder vierte, dass der eigene Arbeitsplatz die Krise überleben wird. „Besonders Beschäftigte, die schon vor der Corona-Pandemie in prekären Arbeitsverhältnissen waren, spüren die negativen Konsequenzen der Krise. Sie hatten bereits in den ersten Wochen des Lockdowns ein wesentlich höheres Risiko arbeitslos zu werden und schätzen nun ihr zukünftiges Arbeitslosigkeitsrisiko vergleichsweise hoch ein“, so Katja Möhring, Ko-Projektleiterin und Professorin für Soziologie an der Universität Mannheim.

 

Krisenpakete verhindern den Jobverlust nicht

 

Auch in den besonders von der akuten Krisenphase im Frühling betroffenen Branchen machen sich wachsende Sorgen um den Arbeitsplatzverlust breit. Dies gilt besonders für das Gastgewerbe, den Kunst- und Unterhaltungssektor und den Handel. Im Bereich Kunst und Unterhaltung hält ein gutes Drittel der Befragten den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes für realistisch.„Die Anti-Krisenmaßnahmen der Regierung genießen zwar insgesamt Vertrauen. In den besonders betroffenen Branchen und Personengruppen zweifeln aber inzwischen viele, dass die umfangreichen Krisenpakete gravierende Job-Verluste tatsächlich werden verhindern können“, so das Fazit von Friedrich Heinemann.

 

Der Aufbau der Mannheimer Corona-Studie

 

Die Mannheimer Corona-Studie baut auf der Methodik und Infrastruktur des German Internet Panels (GIP) auf. Das GIP basiert auf einer Zufallsstichprobe der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland und wird seit 2012 regelmäßig am Sonderforschungsbereich 884 „Politische Ökonomie von Reformen“ durchgeführt. Die Mannheimer Corona-Studie liefert tägliche Ergebnisse zu sozialen und wirtschaftlichen Aspekten, Stimmungen, sozialen Verhaltensweisen und zur Akzeptanz politischer Maßnahmen in der Corona-Krise. Darüber hinaus stellt sie tiefergehende Schwerpunktanalysen zu ausgewählten Themen zur Verfügung. Die der aktuellen Analyse zu Grunde liegenden Befragungsdaten wurden Anfang Mai erhoben. Aufgrund der Panelstruktur der Mannheimer Befragung können die Einschätzungen von Mai mit den Einschätzungen derselben Menschen im Januar, also vor dem Ausbruch der Krise in Deutschland, verglichen werden. pm, zew

 

English version

 

Despite the massive drop in production due to the Covid 19 pandemic in March/April 2020, the vast majority of German workers still consider their own jobs comparatively secure. However, this does not apply to short-time work, to people on leave of absence without continued pay and to industries particularly affected by the lockdown. These are central findings of the latest report from the Mannheim Corona Study of the University of Mannheim and the ZEW Mannheim, which focuses on the subjective risk of unemployment.

 

Despite the severity of the economic slump in March and April, the proportion of respondents who see little or no risk of losing their own job for the year fell from 92.5 to 85.1 percent between January and May, whereas the effect is much more dramatic for certain sub-groups. Among the short-time workers, about one third consider their own jobs to be acutely endangered. Friedrich Heinemann, co-author of the study and division manager at the ZEW Mannheim comments: "The instrument of short-time work is no longer regarded by those affected as a reliable protection against unemployment.

 

People from precarious employment are the most affected

 

Even more pessimistic are people who have already been made redundant without pay. Of these, only one in four (26.9 percent) believe that their own jobs will survive the crisis. "Especially employees who were already in precarious employment before the Corona pandemic are feeling the negative consequences of the crisis. Already in the first weeks of the lockdown, they had a much higher risk of becoming unemployed and now estimate their future unemployment risk to be comparatively high," said Katja Möhring, co-project manager and professor of sociology at the University of Mannheim.

 

Crisis packages do not prevent job losses

 

Even in the sectors particularly affected by the acute crisis phase in the spring, growing concerns about job losses are widespread. This is particularly true for the hospitality, arts and entertainment and retail sectors. In the arts and entertainment sector, a good third of those surveyed consider the loss of their own jobs to be realistic: "The government's anti-crisis measures do enjoy overall confidence. However, many in the particularly affected sectors and groups of people now doubt that the extensive crisis packages will actually be able to prevent serious job losses," concludes Friedrich Heinemann.

 

The structure of the Mannheim Corona Study

 

The Mannheim Corona Study builds on the methodology and infrastructure of the German Internet Panel (GIP). The GIP is based on a random sample of the general population in Germany and has been carried out regularly since 2012 at the Collaborative Research Centre 884 "Political Economy of Reforms". The Mannheim Corona Study provides daily results on social and economic aspects, moods, social behaviour and the acceptance of political measures in the corona crisis. In addition, it provides in-depth analyses of selected topics. The survey data on which the current analysis is based was collected at the beginning of May. Due to the panel structure of the Mannheim survey, the assessments of May can be compared with the assessments of the same people in January, i.e. before the outbreak of the crisis in Germany. pm, zew, mei

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