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Wirtschaftsforscher verteidigen Lockdown - Kosten liegen bei 20 Milliarden Euro

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Wir rechnen mit einem Wirtschaftseinbruch von einem Prozent im vierten Quartal. Die erneuten Restriktionen werden in den unmittelbar betroffenen Branchen einen Ausfall von knapp 20 Milliarden Euro verursachen."

 

Mittelfristig dürften die Einschränkungen jedoch die Wirtschaft schützen, "vor allem, wenn sie zu einem schnelleren Ende und einer besseren Begrenzung der zweiten Infektionswelle beitragen", so Fratzscher weiter. 

 

Wirtschaftswachstum sinkt auf null

 

Ifo-Chef Clemens Fuest sagte der NOZ, wahrscheinlich werde das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal durch die neuen Restriktionen auf einen Wert nahe null sinken. "Die wirtschaftliche Erholung kommt also zum Stillstand." Trotzdem wäre es nach den Worten von Fuest aber falsch, die Lockdown-Maßnahmen als wirtschaftlich schädlich anzusehen. Er betonte: "Sie sind eher eine Investition in die Vermeidung schärferer Lockdown-Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt, die unvermeidbar wären, wenn man die Infektionszahlen weiter steigen lässt." 

 

Hilfen müssen zügig erfolgen

 

DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte, Hilfen für Unternehmen müssten zügig erfolgen und auch den Beschäftigten zugute kommen. "Die Vergabe der Hilfen sollte mit einer Pflicht zur Beschäftigungssicherung einhergehen", so Hoffmann gegenüber der NOZ. Der DGB-Chef drängte zudem darauf, die deutsche Wirtschaft "auch nachhaltig auf stabile Beine zu stellen und die anstehenden Transformationsprozesse gerecht zu gestalten". Dazu ist es nach den Worten von Hoffmann notwendig, schon jetzt mit einem auf zehn Jahre angelegten Zukunftsinvestitions-programm zu beginnen. Er betonte: "Wir wollen keine Rückkehr zum Status quo ante. Die Wirtschaft muss resilienter, klimafreundlicher werden und gute, tarifgebundene Arbeitsplätze bieten." pm, ots

 

English version

 

Leading economic researchers expect the November lockdown to cause a noticeable dip in parts of the economy, but defend the restrictions as necessary. Marcel Fratzscher, President of the German Institute for Economic Research (DIW Berlin), told the "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "We expect an economic slump of one percent in the fourth quarter. The renewed restrictions will cause a loss of almost 20 billion euros in the industries directly affected".

 

In the medium term, however, the restrictions should protect the economy, "especially if they contribute to a quicker end and better limitation of the second wave of infection," Fratzscher continued. 

 

Economic growth drops to zero

 

Ifo boss Clemens Fuest told the NOZ that economic growth in the fourth quarter would probably drop to a value close to zero due to the new restrictions. "The economic recovery is therefore coming to a standstill. Nevertheless, according to Fuest, it would be wrong to regard the lockdown measures as economically damaging. He emphasized: "They are rather an investment in avoiding stricter lockdown measures at a later date, which would be unavoidable if infection rates were allowed to rise further". 

 

Aid must be provided quickly

 

DGB leader Reiner Hoffmann demanded that aid for companies should be provided quickly and should also benefit employees. "The assignment of the assistance should accompany with an obligation for job security , so Hoffmann opposite the NOZ. The head of the DGB also urged that the German economy "should be put on a stable footing for the long term and that the upcoming transformation processes should be fair. According to Hoffmann, this requires starting now with a ten-year investment program for the future. He stressed: "We do not want a return to the status quo ante. The economy must become more resilient, more climate-friendly and offer good, tariff-bound jobs". pm, ots, mei

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