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Wirtschaftsexperte: Die EU soll Handelsabkommen mit asiatischen Staaten ausbauen

„Die EU sollte ihrerseits Handelsabkommen mit asiatischen Staaten ausbauen und dem neuen US-Präsidenten Joe Biden anbieten, unverzüglich die Handelsgespräche wiederaufzunehmen.“ sagte er.

 

Die meisten Unterzeichner des neuen RCEP-Abkommens (Regional Comprehensive Economic Partnership) seien untereinander schon vorher durch Handelsabkommen verbunden gewesen. Deshalb sei die kurzfristige wirtschaftliche Bedeutung des Abkommens in Asien begrenzt, fügte Fuest hinzu. Für Europa könnten sich dennoch Nachteile durch die Umlenkung des Handels ergeben: Es sei möglich, dass europäische Exportprodukte durch Erzeugnisse aus der neuen Freihandelszone ersetzt würden.

 

China kann Regeln und Standards setzen

 

Wegen der bereits vorhandenen Abkommen dürfte dieser Effekt kurzfristig gering sein. Mittelfristig könnte der Marktzugang für Staaten, die nicht Teil des Abkommens sind, schwerer werden.„Strategisch kommt hinzu, dass das Abkommen es China erleichtern wird, Regeln und Standards zu setzen. Europa hat deshalb ein dringendes Interesse, seine eigenen Handelsabkommen mit asiatischen Staaten auszubauen“, sagte Fuest.

Handelspolitisch könnte das Abkommen ein Weckruf in den USA und Europa sein und eine Aufforderung, die Verhandlungen über den Freihandel zwischen den USA und Europa wieder aufzunehmen. Der neue US-Präsident Biden sei allerdings bislang kein großer Vertreter des Freihandels. Insofern müsse noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. pm, ifo

 

English version

 

Clemens Fuest, President of the Ifo Institute, has called for increased EU trade policy initiatives in response to the Asian Free Trade Agreement. "For its part, the EU should expand trade agreements with Asian states and offer the new US President Joe Biden the opportunity to resume trade talks without delay," he said.

 

Most of the signatories of the new RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) agreement had already been linked to each other through trade agreements. Therefore the short-term economic significance of the agreement in Asia is limited, Fuest added. For Europe, however, there could still be disadvantages from the diversion of trade: It was possible that European export products would be replaced by products from the new free trade zone.

 

China can set rules and standards

 

Due to the existing agreements, this effect is likely to be small in the short term. Strategically, the agreement will also make it easier for China to set rules and standards. Europe therefore has an urgent interest in expanding its own trade agreements with Asian states," said Fuest. In terms of trade policy, the agreement could be a wake-up call in the US and Europe and a call to resume free trade negotiations between the US and Europe. The new U.S. President Biden, however, was not a great representative of free trade so far. In this respect, a lot of persuasion would still have to be done. pm, ifo, mei

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