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Großeinsatz der Polizei: 55 Durchsuchungen in Rheinland-Pfalz und Hessen

Die Beschuldigten sind zwischen 21 und 66 Jahre alt und besitzen die deutsche, türkische, afghanische, amerikanische, libanesische, litauische, syrische, pakistanische und rumänische Staatsbürgerschaft. Bei den konzertierten Maßnahmen sind mehr als 300 Beamte, darunter auch fünf Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Koblenz, eingesetzt worden. 

 

Hintergrund der Polizeiaktion sind umfangreiche und über ein Jahr andauernde intensive Ermittlungen der Kriminaldirektion Koblenz vor allem wegen Verbrechen und schwerer Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz, unter anderem wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen. Darüber hinaus besteht der Verdacht von Einflussnahmen auf die öffentliche Verwaltung durch korruptive Handlungen, die zu der Weitergabe vertraulicher Informationen im Vorfeld von behördlichen Kontrollen des Ordnungsamtes geführt haben sollen, sowie von Verstößen gegen das Medizinproduktegesetz (Handel mit gefälschten Atemschutzmasken). 

 

Abdeckrechnungen erstellt

 

Einzelne Beschuldigte stehen im Verdacht, gewerbsmäßig mittels sogenannter Servicefirmen Abdeckrechnungen erstellt und in den Verkehr gebracht zu haben. Dadurch sollen sie ermöglicht haben, Schwarzarbeit zu verschleiern und zu finanzieren. Gegenstand solcher Rechnungen sind angebliche Subunternehmer-arbeiten. Die in Rechnung gestellten Leistungen sollen dabei nicht erbracht, sondern nur vorgetäuscht worden sein. Hierzu sollen Beschuldigte Betriebe unterhalten und unter anderem durch den Einsatz von Strohmännern und illegal Beschäftigten - darunter auch von Personen, die sich ohne eine entsprechende Gestattung in Deutschland aufgehalten haben sollen - normale Geschäftstätigkeiten vorgespiegelt haben. Soweit hierdurch illegale Gewinne erzielt und reinvestiert worden sind, wird dem Verdacht von Geldwäsche-handlungen nachgegangen. 

 

Spezialkräfte der Polizei im Einsatz

 

Da hinsichtlich einiger Beschuldigter Hinweise vorlagen, dass sie dem Umfeld einer Rockergruppierung zuzurechnen sind, wurden auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung auch Spezialkräfte der rheinland-pfälzischen Polizei sowie der Bundespolizei zur Eigensicherung der an den Maßnahmen beteiligten Beamten eingesetzt. 

 

Viele Beweismittel gefunden

 

Die Durchsuchungsmaßnahmen führten zum Auffinden vielfältiger Beweismittel, die nun umfassend ausgewertet werden müssen. Der mit Haftbefehl festgenommene Beschuldigte wird heute dem Haftrichter des Amtsgerichts Koblenz vorgeführt. Dort wird über die Frage der Untersuchungshaft entschieden. 

pm, ots, Quelle: Blaulicht

 

E-Mail: ppkoblenz.presse@polizei.rlp.de

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